Full text: Zeitschrift für Philosophie und Pädagogik - 15.1908 (15)

 
 
 
AUFSÄTZE 
 
 
 
 
Encyklopädie der Philogophie?) 
Von 
Drobisch 
Vorbemerkung 
Derbart warnt die Anfänger vor einer Encyklopädie der Philo- 
Sophie und bemerkt: Die Anfänger einer Wigsgengchaft wünschen gie 
bald zu überschauen; die Anfänger in der Philosophie lassen Sich 
meistens wenig Zeit zu diegem Studium, weil Sie anderwärts stark 
beschäftigt Sind. Davon ist die Folge, daß gie nur in der Hile 
historisch zu erfahren wünschen, was PhiloSophie sei, und daß eben 
degshalb eine Encyklopädie ihnen höchst willkommen gein muß. Aber 
ein Feld geschwinde umlaufen, heißt nicht, es bauen, nicht, darauf 
Säen und ernten. Vertiefung in einige wenige Hauptprobleme hätte 
Philogophischen Geist anregen können; herzählen aller Teile der- 
jenigen Lehre, welche nun gerade das System des Dozenten ist, 
nützt zu nichts, als daß die Schüler von einer individualen Angicht 
die Oberfläche beschauen, gich einige Redengarten angewöhnen, und 
etwas von der natürlichen Schüchternheit verlieren, welche in philo- 
Sophischen Dingen besser ist, als alles Halbwisgen und Nachsprechen.*?) 
Einleitung 
S1 | 
Die Philogopbie hat nicht wie alle anderen Disziplinen einen be- 
Sonderen Gegenstand der Erkenntnis Sondern alles, was Gegenstand 
- 1) Nach einem Kollegienbeft 1855. S--- Dn 
2?) Hartenstein XIII. 382. Kehrbach XII. 164.
	        
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