Full text: Zeitschrift für Philosophie und Pädagogik - 15.1908 (15)

486 Mitteilungen 
 
gogischen Sektion Sprach Reallehrer Dr. Uhlemayr-Nürnberg über das 
Thema: »Der fremdsprachliche Unterricht vor dem Forum des päda- 
gogischen Kritiziemus, Prof. Pinloche-Paris behandelte die Frage: »In- 
wiefern ist die Über SOtZUNGg In die Fremdgprachen zulägsig?« In der dritten 
allgemeinen Sitzung führte u. a. Direktor Walter-Frankfurt eine Begchluß- 
fasguimg herbei über die von ihm anufgegstellten Lieitsätze zur » Aneignung 
und Durcharbeitung des Wortschatzes im vneusprachlichen Unterricht«. 
peine Thegen wurden angenommen, dagegen wurde Uhlemayrs These, 
nach der der produktive, d. bh. der auf Handhabung der fremden 
Sprache abzielende fremdsprachliche Unterricht durch einen rezeptiven, 
der gich auf das Verstehen der geschriebenenen und gegsprochenen Sprache 
begchränkt, ergetzt werden gollte, abgelehnt. Direktor Dr. Dörr behandelte 
die praktigsche Seite der Ausbildung der Neuphilologen, Univers.-Prof. Dr. 
Schneegans-Würzburg 8prach über die moderne franzögische Literatur- 
gegchichte im Uniyvergitätsbetrieb, Univergitätsprofessor Dr. Vietor- 
Marburg über die Kinrichtung neusprachlicher Seminare und die Notwendig- 
keit, auch für Probekandidaten Auslandsstipendien zu bewilligen, und end- 
lich Prof. Schweitzer-Paris über die Gründung einer VYortbildunggansgtalt 
für Neusprachler in Paris. In der vierten allgemeinen Sitzung hielt Dr. 
Panconcelli-Calzia einen Vortrag über die Verwendung der Phonauto- 
graphie (Phonograph und Grammophon) im neusprachlichen Unterricht. 
Prof. Dr. Scheffler-Dresden führte einige von ihm gelbst aufgenommene 
Walzen vor. In der zweiten Sitzung der pädagogischen Sektion berichtete 
Prof. Pinloche-Paris über die erste franzögigche Schülerkolouie in Deutsch- 
land, dann erörterte Prof, Huth-Stettin kurz die Frage » Wie ist eine 
Förderung des Englischen an den Gymnagien ohne Schädigung des Fran- 
zögiSchen möglich ?« Nach kurzen Referaten vom Oberlehrer Weichberger- 
Bremen über »Tlustrierte Bücher aus Frankreich im Hause und in der 
Schule«, von Prof. Steinmüller-Münden über »die Einführung einer ein- 
heitlichen Aussprachebezeichnung in den neusprachlichen Schul- und Hilfs- 
büchern« und Erledigung der gegehäftlichen Verhandlungen wurde die 
Tagung gegchlosgen und als Ort für den 14. N euphilologentag Zürich gewählt. 
Hannover Prof. G. Budde 
4. Der evangel.-Soziale Kongress in Desgau 
Auch die Degssauer Tagung hat eine große Anziehungskraft ausgeübt. 
(S. d. Bericht in der »Hilfes von Prof. Titius.) Für die Lehrergchaft 
war namentlich der Vortrag von Schulrat Wychbgram-Lübeck von be- 
Sonderem Interesse. Der Vortragende führte nach dem Bericht der Frank- 
iürter Zeitung etwa folgendes aus: 
»Die Soziale Bedeutung eines guten Jugendunterrichts der Frau ist 
erst durch die Frauenbewegung gelbst erkannt worden. Hrst als Frauen- 
hände und Frauenköpfe in der Hauswirtschaft zum Feiern gezwungen 
waren, üng das Bedürfnis nach erweiterter Frauenbildung gich mächtig zu 
regen an. Hine neue Zeit bringt eine neus Wendung in das Leben der 
Frau: gie entdeckt ihre Pergönlichkeit. Die Schule hat für die Frauen 
noch mehr zu iun als für die Knaben. denn diese bildet vielfach das
	        
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