Full text: Zeitschrift für Kinderforschung - 26.1921 (26)

30 B. Mitteilungen. 
 
aufgehalst werden, und trotz der Drohung, bei Nichtbeachtung dieser Er- 
mahnung nach Maßgabe von 8 184 des Strafgegetzabuches Sowie 8 23 des 
Preßgesetzes und 8 137 der Polizeiverordnung vorzugehen. Man gehe 
als0o von vornherein nicht alles Heil in der reichsgesetzlichen Regelung 
der Schundliteraturbekämpfung. Die Teilnehmer an der Tagung haben 
Sich dieser Tllusion Keineswegs hingegeben. Sie werden aber diege 
Regelung, wenn 8ie eintritt, als Bundesgenosgin im Kampfe willkommen 
heißen und gind gewillt, ja fordern, bei Augarbeitung des angekündigten 
Gesetzes mitzuwirken. Ein gewählter engerer Ausschuß der Vereinigung 
(Vertreter aus Berlin, Frankfurt a. M. und Hamburg) wurde beauftragt, 
einen Gegetzentwurf auszuarbeiten und rechtzeitig bei der Reichsregierung 
einzureichen. 
Den Schluß der Tagung bildeten Verhandlungen geschäftlicher Art. 
Ans dem Bericht über die »Jugendschriften- Warte«, die Zeitschrift der 
Vereinigung, Sei noch erwähnt, daß sie leider auch durch den allgemeinen 
Notstand der Presge in Mitleidenschaft gezogen wird. Doch gedenkt gie, 
wie ihr Schriftleiter hervorhob, aller Schwierigkeiten Herr zu werden, 
wenn es gelingt, ihr Verbreitungsgebiet zu erweitern, und wenn gie auf 
weitergehende Unterstützung der Lehrervereine, der an der Jugendpflege 
arbeitenden Organigationen und noch zu werbender Freunde rechnen kann. 
Die Vertreterversammlung tagte unter der Leitung des Jetzigen 1. Yor- 
Sitzenden der Yereinigung J. Barfaut- Hamburg, 
Jena. | Karl Brüger,. 
4. Elternbeirat und Schulgemeinde. 
Über dieses zeitgemäße Thema verhandelte in Elberfeld der » West- 
dentsche Verein für wisSengchaftliche Pädagogik«. Den Mitgliedern lagen 
die in der 65. Kinladungsschrift bereits anfangs Juli veröffentlichten Leit- 
gedanken des Vortrags vor, den Mittelschullehrer Achinger am 31. Juli hielt. 
» Unter Schulgemeinde verstehe ich« 80 etwa führte der Vortragende 
aus, mit Dörpfeld den geordneten Verband aller derer, die zur Erziehung 
der Kinder einer Finzelschule berufen gind, also in erster Linie der Kitern; 
3180 nicht die Gegamtheit der Schüler- und Lehrerschaft einer Schule, wie 
Wyneken es tut, der doch hätte wisgen mügsen, daß Dörpfeld dem Begriff 
»Schulgemeinde« einen bestimmten Inhalt gegeben hatte. 
Solche Schul- und HBrziehungsgemeinden die früher im Bergigchen 
bestanden, gibt es heute rechtlich nicht mehr; aber es Sind Angätze dazu 
in den Kiternbeiräten vorhanden, bei deren Wahl zum erstenmal die 
Eilternschaft des Bezirks durch behördliche Anordnung in Wirkgamkeit 
getreten ist. Wenn demnächst die Bltern auf Grund des Artikel 149 
der VerfasSung über den religiögen Charakter der Schulen entscheiden 
werden, 80 haben wir dem Wegen nach »gewissengeiniges Schulgemeinden 
und die Klternbeiräte werden dann ebenfalls einheitlich, gewissengeinig gein 
und die Fehler und Mißgriffe vermeiden, die aus der jetzigen partei- 
politigchen Zusammengetzung herrühren. Über den Wert der ausgebauten 
Schulgemeinden Sprach gich der Vortragende etwa 80 aus:
	        
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