Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

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Das Gelehrtenschulwesen Kurgachsens von Seinen Anfängen bis zur 
Schulordnung von 1580. Kurze Übergicht über die Hauptzüge der Ent- 
wicklung. Von Krnst Schwabe, (= Aus Sachsens Vergangenheit, Heft 2). 
Leipzig und Berlin, B. G. Teubner. 1914. VI, 160 8. 3,20 M. 
Auf einem verhältnismäßig kleinen Raume gind in dem vorliegenden 
Buche die Grundzüge der Geschichte des Sächgischen Gelehrtenschulwegens 
bis zum Ende des 16. Jh. dargestellt worden; es wird Sich für die Zwecke 
dieser Zeitschrift empfehlen, die Zusammendrängung des Inhalts noch 
weiter fortzusetzen und auf Grund der Ausführung des Vf. einen Über- 
blick über die Hauptpunkte der Entwicklung zu geben. 
Wesentliche Bedeutung kommt den Sächgischen Kloster- und Stadt- 
Schulen vor den Anfängen des Humanismus nicht zu; die von den regulierten 
Augustinern gegründete Klosterschule zu St. Afra in Meißen ebenso wie die 
Stadtschulen, als deren wichtigste die Domschule in Meißen und die 'Phomas- 
Schule in Leipzig anzusehen Sind, Stecken gich ihre Ziele ungemein niedrig: 
die Ausstattung der Schulen ist dürftig; geistig Sind auch die Stadtschulen 
in jeder Beziehung von der eiferSüchtig über ihre Rechte wachenden 
Kirche abhängig. Durch die Gründung der von Anfang an den fort- 
Schreitenden Kräften abholden Universgität Leipzig tritt zunächst keine 
Wendung zum Besseren ein; Stärker wirkt der Beginn der Buchdruckerei 
in Leipzig. Aber Näheres läßt Sich Schwer ermitteln, da der größte "Peil 
der SächsiSchen Schulgeschichte des 15. Jh. im Dunkeln liegt; nur der 
neuerdings viel beachtete Paul Niavis (Schneevogel) ragt als einzige, in 
Ihrer Kigenart merkwürdige Erscheinung daraus hervor, doch auch er 
wirkt mehr als Schriftsteller denn als Schulmann. Unterdesgen beginnt 
an der Univerzität Leipzig der Kampf der verknöcherten Schulweigheit 
gegen das Eindringen des Humanismus; diegem wird der Schroffste Wider- 
Stand geleistet; nur das Kingreifen des Landesherrn ermöglicht schließlich 
dem Humanismus eine beschränkte Lehrtätigkeit innerhalb der artistischen 
Vakultät. Auf diese Weise gelangt das Griechische an der Univergität 
zur Geltung; die Wirksamkeit des R. Crocus, namentlich aber des P. 
Mosellanus beeinflußt auch das Schulwesen. Noch ein stärkerer Gewinn 
erwächst aber den gächsgischen Schulen daraus, daß zahlreiche von der 
Univerzität vertriebene oder von dem dort herrschenden Wegen abgestoßene 
Humanisten an ihnen Unterkunft guchten und fanden; der frische Zug
	        
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