Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

Unterrichtsweise der Kreuzherren zu Emmerich 
und Verzeichnis ihrer Lehrbücher. 
Von Johannes Petry in Ratingen, 
Über die Schule der Kreuzherren?) oder das „Akademische Gym- 
nagSium“ zu Emmerich, das von 1788 bis 1811 bestand, hat bereits im JJ. 
1882 der damalige Direktor der Avystalt, JJ. Köhler?) ausführlich berichtet. 
Daher gei für ihre allgemeine Geschichte beSonders auf diese Arbeit ver- 
wiesen und hier nur das zum Verständnis des im Folgenden behandelten 
Sonderthemas unbedingt Nötige wiedergegeben. 
Die Kreuzherren eröffneten als Nachfolger der Jesuiten,*) deren drei 
letzten Vertretern am 6. März 1788 in feierlicher Versgammlung in der 
Aula der Anstalt von den Delegierten der preußischen Regierung ihre 
EntlasSungspatente mit der darin enthaltenen Zusicherung der bestimmten 
„gewiß nicht unbedeutenden“ Pension überreicht worden waren, ihr Gym- 
nagium im Herbst 1788. Gegen Ende des ersten Halbjahrs wurden Sie 
von der Regierung veranlaßt, über die äußeren und inneren Verhältnisse 
der Schule einen eingehenden Bericht zu „erstatten. Hiernach ergab Sich, 
1) Der Orden der Kreuzherren wurde gegründet 1211 von "Pheodor von Celles 
aui dem Hügel Clair-Lien bei Huy in Belgien. Sie trugen auf Schwarzem 
Skapulier ein weiß-rotes Kreuz, daher ihr Name Crucigeri oder Gruciieri, Kreuz- 
herren (Kruisherren), Kreuzbrüder. Ihre Niederlassung in Kmmerich bestand 
Seibt 1482, Von ihren einst zahlreichen Klögtern vor der Reformation und der 
französSiSchen Revolution in den Niederlanden, in Frankreich, England und 
Deutschland haben Sich nur noch 2 in Holland und 3 in Belgien mit ungefähr 
100 3 Mitgliedern unter einem General und Prioren erhalten. 
2) Köhler 8. 65--86. Biniges über die Emmericher Kreuzherren findet 
Sich auch bei A. Dederich, Annalen der Stadt Emmerich. ib. 1867. 8. 305 
u. 518. 
8) Fast 200 Jahre waren die Jeguiten im Begitz der EHmmericher Schnle 
gewesen, die gie 1592 unter nicht geringen Schwierigkeiten gegründet hatten. 
Die Anstalt war nach des Großen Kurfürsten Tode immer mehr in Verfall ge- 
raten, und nach Aufhebung, des Jesuitenordens (1773) Setzten nach des Königs 
Willen noch drei Patres den Unterricht vor einer gehr geringen Schülerzahl 
fort; Friedrich der Große ließ, wie er es auch in Schlesien und Westpreußen 
getan, die Schule als Königliche Anstalt fortbestehen und dnrch Exjesuiten be- 
SOrgen. 
Abkürzungen: | 
Duhr = B. Duhr 8. J., Gesch. d. Jeguiten in d. Ländern dicher Zange. Prei- 
burg 1907. | 
Köhler = J. Köhler, Fegtschrift des Emmericher Gymnagiums. ib. 1882. 
Paulsgen = VP. Paulsen, Gegch. d. gelehrten Unterrichts auf d. dtSchen Schnlen 
u. Univergitäten v. 'Ausgang des MA. bis z. Gegenwart. 2. Aufl, Bd. 1. 
. Leipzig 1896. . 
Petry = 7. Febr, Die Satzungen d. St. Gregoriushauses zu Emmerich. Annalen 
d. hist. Ver. f. d. Niederrhein 93 (1912), S. 103--22.
	        
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