Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

Luar Entstehung der bayerischen Lehrpläne 
von 1804 und 1808.) 
Von Adalbert Vägacs in München, 
Die Willkür des Kurfürsten Kar) "Pheodor, der den ur 3pr ünglich zur 
Bestreitung des Mittelschuletats bestimmten Jeguitenfonds für eigene Zwecke 
verwendete, hatte zur Wolge, daß in Bayern an die Stelle des eben erst 
erlosSchenen Unterrichtsmonopols der Jeguiten ein neues, das des Regular- 
klerus trat. Indes Schon in den letzten Regierungsjahren Karl "Pheodors 
machte Sich das Bestreben geltend, die Alleinherrschaft des. Prälaten- 
Studien - Direktorinms zu durchbrechen und auch die Mitglieder nicht- 
Ständischer Klöster zum Lehramt zuzulassen.?) - Als dann mit dem 
Regierungsantritt Maximilians IV. JoSeph eine umfasSendere Sorge ſür 
das Unterrichts- und Krziehungswesen eingetzte, ward die Frage dahin 
ausgedehnt, ob überhaupt, irgendeinem Stande ein ausschließliches Recht 
zum Lehramt zugestanden werden Sollte;*) das Organisationsreskript vom 
24. Sept. 1799, durch das mehrere Weltgeistliche berufen wurden, zeigt, - 
wie nunmehr wenigstens das Monopol des Ordensklerus aufgehoben war, 
wenn auch die Lehrer in den nächsten Jahren „zumeist noch deim geist- 
lichen Stande angehörten. - 
Auf die Krneuer ung des Lehrpergonals Sollte nun auch eine Reform 
der Lehrpläne folgen. Am 16. Sept. 1799 - Sanktionierte . die Geistliche 
Rats-Schuldeputation!) die von L. Westenrieder entworfene „Instruction 
welche den zum lateinischen und deutschen Schulwesen zu München 80- 
 
!) [Diese Abhandlung vist vor der Bebandlung der. Lehrpläne entstanden 
die F. Zwerger in Bd. 53 der Mon. Germ. Paed, (Gesch. der realistischen 
Lehranstalten in Bayern. Berlin 1914) 8. 185 fi. geliefert hat; Z. hat Sie im 
Manuskript einsehen können (vgl. bei ihm 8. 204, Anm, 3).. Sie verdient aber 
gewiß, zumal Sie besonders die Beteiligung K. Weillers an der Lehrplan- 
bewegung betont und vielfach neu beleuchtet, die hier gebotene Veröffentlichung.] 
2) Kreisarchiv München M. A. 920, 1, conyv. VI; Lurz, G.,-Die bayerische 
Mittelschule So der Übernahme durch die Klöster bis zur Säkularigation. 
= 6. Beiheſt z. d. Mitt. der Ges. f. d. Erz.- u. Schulgesch. Berlin 1905. 
3) So von dem Ministerialreferenten Max Ludwig von Branka, der in zwei 
Vorträgen „Über die künftige Bestellung des 80g. lateinischen Schulwegens in. 
Baiern“ den Entwurf zu dem oben genannten Regskript vom 24. Sept. 1799 
lieferte. Dieges ist abgedruckt bei Lurz (vgl. Anm. 2) 8. 133/9. 
4) Dem Geistlichen Ratskollegium war zu dem bereits unter Karl 'Pheodor 
verwalteten deutschen Schulwesen am 6. April 1799 auch das )yzeistizche und 
gymnasgtische übertragen worden. 
Abkürzungen: 
Küffner = Küffner, K., Die bayerische Oberrealschule vor 100 Jahren. Nürn- 
berg 1908. 
Salat = Salat, J., Die Fortschritte des Lichts in Baiern. Deutschland 1805. 
Zeitsechr. f. Gegseh, d. Brziehe. u. d. Unterrichts. V. 4, 1915. : 17
	        
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