Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

Fritzsch: Die historisch-pädagogische Sammlung Ferdinand Tschechs. 9275 
 
Kehl, Mannheim, Würzburg und kleineren meist nahe gelegenen Orten der 
Pfalz, aber auch aus „Müngter a. d. Nahe“. 
Seit 1685 regierte in Kurpfalz die katholische Linie Pfalz-Neuburg. 
Meine Spielprogramme des Jeguitengymnagiums in Heidelberg stammen 
aus den Jahren 1738-48. Die „clagsis Rhetorica“ war nach mittelalter- 
licher Überlieferung die oberste Klasse der Jeguitenanstalten geblieben. 
Die Sprache bei der Aufführung war lateinisch. 
Die Erfindung ist einfach, aber Iustig. Gekünstelt ist die Herein- 
ziehung des Areopag, bei welcher der Dichter den Unterschied zwischen 
pägus = Gau und 7zdy9< (als0 +) = Hügel entweder gelbst nicht gekannt 
oder bei Schülern und Publikum als unbekannt angenommen hat, 
Kreuznach. Otto Kohl. 
Die historisch-pädagogische Sammlung 
Eerdinand TSschechs. 
Von Theodor Fritzsch in Rochlitz (Sa.). 
Wer im J. 1914 die Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik 
in Leipzig, die leider durch den Ausbruch des Kriegs nicht den verdienten 
Erfolg hatte, beSuchte, las in den Schönen Räumen der Abteilung „Kind 
und Schule“ des öfteren die Aufschrift: „Aus der Sammlung "Pschech.“ 
Nur wenigen dürfte dieger Name bekannt gewegen gein; war doch "Pschech 
bis dahin fast nie an die Öffentlichkeit getreten, wußten doch gelbst Seine 
nächsten Vorgesetzten nichts von der Bedeutung des bescheidenen Mannes. 
Ferdinand Tschech, geboren am 26. Sept. 1868 zu Hünern im Kreige 
Ohlau, beguchte erst eine Präparandenanstalt, dann das Seminar zu Oppeln- 
Proskau. Nachdem er als Lehrer an verschiedenen Volksschulen tätig 
war, wurde er 1891 in den Seminardienst übernommen. Er wirkte an 
den katholischen Lehrergeminaren zu Ziegenhals, Liebentbal, Proskau und 
Ratibor. Am 11. April 1915 erlag er einem äußerst Schmerzhaften BJlagen- 
leiden, tief betrauert von allen, die ihm nahestanden, von Seiner Gattin, 
Seinen Kollegen, Seinen Schülern, --- viel zu früh für das Werk, dem er 
noch auf dem Krankenlager geine letzten Kräfte widmete. TSchech wollte 
nämlich einen großen Atlas zur Geschichte der Pädagogik schaffen, 80 
wie ihn G. Koennecke zur Geschichte der deutschen Nationaliteratur heraus- 
gegeben hat. Aber woher das Material nehmen in' den kleinen Orten im 
Osten Deutschlands, in denen er wirkte? Sein Wunsch, nach Breglau ver- 
Setzt zu werden, um wenigstens eine: Universitätsbibliothek in der Nähe 
zu haben, wurde ihm nicht erfüllt. So mußte er in den Ferien inner- 
und außerhalb Deutschlands umberreisen, die Wirkungsstätten großer 
Pädagogen aufsuchen und Archive und Bibliotheken durchforschen. Aber 
die Anusbeute war gering. Da blieb ihm kein ander er Augwez als gSelbst 
zu Sammeln, nämlich:
	        
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