Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

Änzeigen. 
Plautus und Terenz in Pädagogik und Schulwesen der deutschen 
Humanisten. Von Paul Dittrich. Phil. Diss. Leipzig 1915. (Druck: 
Leipzig, Böhme & Lehmann.) VII, 90+1 S. 
D.s Dissgertation, hervorgegangen aus einer „pädagogischen Staats- 
examengaufgabe“, will die Bedeutung darstellen, welche Plautus und Terenz 
in der pädagogischen "Theorie und Praxis des dentschen Humanismus gehabt 
haben. Dieges wichtige Thema aus der nationalen Bildungsgeschichte ist viel- 
leicht für eine wissenschaftliche Krstlingsarbeit etwas umfasSend; aber Seine 
Wahl ist durchaus nicht, ungeschickt: nötigt es doch Seinen Bearbeiter, . 
in einem zwar weiten, aber im ganzen durchaus über gehbaren Stoffgebiet. 
Leimisch zu werden, eingehende Quellenstudien, die bei der BesSchaffenheit 
des vorhandenen Materials möglich Sind, zu machen und umfangreiche 
Stoffmengen von gelehrter Literatur zu bewältigen; eine gute Beherrschung 
der Methoden wisgenschaftlicher, begonders philologiScher und geschicht- 
licher Forschung verbürgte bei einem 380 ergiebigen Thema fast von vorn- 
herein den Erfolg. 
Leider aber ist es D. nur zum "Teil geglückt, Seine Aufgabe durch- 
zuführen. Plan und Anlage des Ganzen, Aufbau und Anordnung des 
Stoffes zeugen von klarer BEingicht in die Probleme; die Kenntnis der 
modernen wissenschaftlichen Literatur ist im ganzen nicht Schlecht; aber 
nicht immer ausreichend: D. ist ein für geine Arbeit 80 außerordentlich 
ergiebiges Werk wie die „Geschichte des humanistischen Schulwegens in 
Württemberg“, deren 1. Band geit 1912 vorliegt, unbekannt geblieben. 
Schwerer wiegt, daß der Vf. nicht grundsätzlich stets an die (quellen Selbst 
herangegangen iSt, Sondern Sich ſfast regelmäßig mit den Angaben begnügt 
hat, die er darüber in geiner literatur vorfand: infolge dieges Verfahrens 
Sind ihm, um von Mißverständnisgen und Irrtümern abzugehen, wichtige 
TatSachen von hohem Quellenwert entgangen, und er ist nicht auf Klemente 
in ungerer Ueberlieferung aus dem 15. und 16. Jh. aufmerksam geworden, 
die wieder neue Erkenntnis liefern Konnten. Ich erwähne einige Beigpiele: 
beinahe in jeder humanistisch orientierten Bibliothek, deren Katalog wir 
haben oder herstellen können, finden Sich Plautustexte, 80 z. -B. in der 
Bibliothek des Beatus Rhenanus,!) ferner in den Schwäbischen Klöstern - 
1) Vgl. G. C. Knod, Aus der Bibliothek des Beatus Rhenanus, in dem 
Buche von J, GEny und Knod, Die Stadtbibliothek zu Schlettstadt. Straß- : 
burg 1889. 8. 49, 53.
	        
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