Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

Mitteilungen 
der „GesSellschafit für deutsche Erziehungs- 
und Schulgeschichte“. 
Wieder hat der Vorstand der „Gegellschaft“ über einen Schmerzlichen 
Verlust zu berichten: genau ein Vierteljahr nach dem Tage, an dem der 
oStadtschulrat Michaelis durch den Tod aus Seiner Mitte genommen wurde, 
am 21. Februar d. J. ist ihm ein anderes verehrtes Mitglied entrissen 
worden, das ihm mehr als zehn Jahre hindurch angehört hatte: der 
Dompropst Dr. Franz Dittrich, Mitglied des preußischen Abgeordneten- 
hauses, iSt an diesem Tage, 76jährig, zu Frauenburg gestorben. Die enge 
Verbindung zwichen Kirche und Schule, die überall in ungerer Bildungs- 
gegchichte hervortritt, machte dem früheren Professor der Kirchengeschichte 
an der Braunsberger Akademie das Nachbargebiet: die Unterrichts- 
geschichte wohlvertraut; ein weiterer Antrieb zu dem nhistorisch-päda- 
gogischen Interesse war Dittrichs entschiedene Neigung für die lebendige 
Krziehungskunde, die ihn auch zur AbfasSung eines in mehreren Auflagen 
er'sSchienenen „Abrisses einer Lehre der Erziehung und des Unterrichts“ 
führte. So hat er denn neben Seinen großen Kirchengeschichtlichen Ar- 
beiten, die begonders der Zeit der Kirchenväter und der Reformation Sowie 
den lokalen Pragen des heimatlichen Krmlands galten, auch Schulgeschicht- 
lich Sich betätigt: an den ersten Anfängen des „Historisch-pädagogischen 
Literaturberichts“, die noch nicht als gelbständige Erscheinung, Sondern 
innerhalb des 15. Bandes unserer „Mitteilungen“ erschienen, hat er teil- 
genommen und kürzlich in zwei umfangreichen Abhandlungen der „Zeitschrift 
für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands“ 1911 und 1912 „Das 
ermländische Volksschulwesen am Hnde des 18. Jh.“ und den „Plan der 
Krrichtung einer Kkatholisch- theologischen Vakultät an der Univergität 
Königsberg“ behandelt. Kine genauere Würdigung Seiner wisgenschaft- 
lichen Bedeutung hoffen wir ungeren Legern noch bieten zu können; der 
Vorstand aber wird gich gstets dankbar daran erinnern, wie gern er den 
ehrwürdigen Manna mit dem gütigen und geistvollen Gegicht, mit dem 
milden und humanen Herzen in Seinem Kreige erscheinen Sah. 
* ;* 
An die Stelle des verstorbenen Geheimen Regierungsrats Dr. Michaelis 
iSt durch Zuwahl Sein Nachfolger im Berliner Schulratamt, Stadtschulrat 
Dr. A. Reimann in den Vorgstand der „Gegellschaft“ berufen worden. 
Herr Schulrat Reimann steht im Felde, hat die Wahl aber angenommen. 
* Kk 
*
	        
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