Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

Mitteilungen d. „Gegellsch. |. deutsche Erziehgs.- u. Schulgeschichte“. 775 
 
Teile zugleich Seine Hochzeitsreise war; er hatte Sich mit KliSabeth, "Pochter 
des ProfesSors an der Münchener "Pechnischen Hochschule G. Schultz, zu 
glücklichster Khe verbunden; ein Knabe und ein Mädchen Sind ihr ent- 
SproSSen. -- Wenn Griechenland vor allem das Land Seiner Liebe blieb, 
wenn er da 80 heimisch wurde, daß ihm auch die Sprache geläufig ward 
und daß er nunmehr etliche Jahre hindurch 80 gut wie ausschließlich 
Probleme der altgriechischen Geographie und "Popographie bearbeitete, 80 ist 
das zu einem guten "Peile Sicherlich dem hinreißenden Kindruck der 
Führungen zuzuschreiben, die Wilhelm Dörpfeld, des bekannten Pädagogen 
gerade auch als Lehrer 80 ausgezeichnet begabter Sohn, an den Stätten 
Seiner Vorscherarbeit abbielt. Das Leukas-Ithaka-Problem, "Proia-Tlion und 
damit die ganze homerische Vrage wurden Mittelpunkt Seines Interesses; 
als Niederschlag Seiner bei aller Verehrung für Dörpfeld Selbständigen 
AuſffasSung ist namentlich der Vortrag „Leukas, das homerische Ithaka“, 
in den (Bayerischen) Blättern für das Gymnasialschulwesen 1903 zu nennen, 
dem eindringende Anuseinandergetzungen mit der Später hinzugekommenen 
Literatur ebenda 1906 und 1907 folgten. 
do hatte er Sich zwei wissenschaftliche Provinzen erobert, denen beiden 
er! dauernd Sein Augenmerk zuwandte; denn auch zur lateinischen Sprach- 
forschung lieferte er noch beachtenswerte Beiträge (in der nämlichen Zeit- 
Schrift 1901, S. 43; 1902, 8. 248) und in Seinem Anteil an der Neuauflage 
des Lexikons von Heinichen 1909 (Kinleitung IV, jetzt in Neubeärbeitung 
im Druck); nach Griechenland aber kehrte er noch zweimal zurück, nunmehr 
als Führer. Er Schloß Sich 1910 der von Kommerzienrat O. Mey ver- 
anstalteten Schüler- Hellasfahrt an und erwies Sich dabei mit geiner Er- 
fahrung und Seinem organisSatorischen Geschick als 80 förderndes Klement, 
daß er bei der zweiten Fahrt, 1912, neben Mey die Oberleitung über- 
nahm; 1914. hätte eine dritte Hellasfahrt unter beider Leitung stattfinden 
Sollen! 
Als drittes wissenschaftliches Interessengebiet tat Sich dann Seit 1906 
die große Aufgabe der „Pfälzer Schnulgeschichte“ auf, die ihm von der 
Bayerngruppe unserer „Gesellschaft“ übertragen wurde. Das Territorium, 
um welches es Sich dabei handelte, war bescheidenen Umfangs; da es nur 
, “die jetzt zum Königreich Bayern gehörigen Gebiete der Rheinpfalz um- 
“faßte und dabei noch die kurpfälzischen "Teile ausschieden, 80 blieben 
eigentlich nur zwei hervorragendere Stätten humanistischer Schulen: 
Hornbach-Zweibrücken und Speyer; gleichwohl war ein großes Material 
aufzuarbeiten, das für Speyer bis tief ins Mittelalter zurückreicht: es ist 
aufs mannigfaltigste mit der politischen Zeitgeschichte verflochten und in 
bemerkenswerter Weise beeinflußt von den bildungsgeschichtlichen Be- 
wegungen der Jahrhunderte, 30 daß die Bearbeitung einen weiten Über- 
blick erforderte. Dazu kommt die Gunst des Schicksals, die alle Arten 
Schulgeschichtlicher Dokumente in Solcher Fülle erhalten bat, daß Sich 
für die Hauptorte die Kntwicklung lückenlos darstellen ließ und die Haupt- 
perSönlichkeiten klar herausgearbeitet werden konnten. Historische Bin-
	        
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