Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

76 Mitteilungen d. „QGesellsch. f. deutsche Erziehgs.- u. Schulgeschichte“. 
 
leitung und Dokumente füllten Schließlich die zwei statt]lichen Monumenta- 
bände 47 (1910) und 49 (1911), und dabei ist noch viel für die Darstellung 
verwendetes Materia] nicht oder doch nur auszugsweise mitgeteilt. Das 
Ganze (wovon -- 2. 'P. humorvolle --- Proben in den Bayerischen Blättern für 
das Gymnasialschuülwesen 1907 und 1908 einen Vorschmack gegeben hatten) 
bildet ein anders geartetes, ader in Seiner Kigenart gleichfalls höchst wert- 
volles Gegenstück zu Lurz' „Mittelschulgeschichtlichen Dokumenten Alt- 
bayerns“. Die Bayerngruppe hat alle Ursache, auf diese ersten ihrer 
Monumentabände, denen Sich nun auch noch Zwergers „Geschichte der 
Pealistigchen Lehranstalten“ angereiht hat, Stolz zu Sein. Das Lehrbücher- 
verzeichnis (47, S. 329 ſf.), eine mühget1SLeistung, erweist Sich auch über 
den nächsten Zweck hinaus als nützliche Beigabe. 
Daß die Vollendung in der verhältnismäßig kurzen Spanne Zeit von 
1906--11 gelang, wird ---- nächst des Vf. Arbeitsenergie -- einem Studien- 
urlaub verdankt, der vom Kultusministerium für den Winter 1908/9 ent- 
gegenkommend: - gewährt worden war. Sonst wäre der Abzchluß der Samm- 
Jungen und die Verarbeitung auch Reißingers Fleiße neben der beträcht- 
lichen Last von Unterrichtsstunden, die in München auf ihm lag, 80 rasch 
nicht möglich gewesen. Ks versteht Sich Ja von gelbst, daß ein Mann von 
Solcher Brauchbarkeit auch in der Schule auf verantwortungsvolle Posten 
gestellt wurde, zumal Reißinger unbeschadet der Vielgeitigkeit Seiner 
Interesgen mit ganzer Seele bei Seinem Beruf war, -- ein energischer 
Lehrer, der aber auch Seinen Schülern etwas ZU, bigten hatte. S0 kam 
es auch, daß er nach Seiner Vergetzung nach Erlingän alsbald zur Leitung 
des pädagogischen Seminars herangezogen pre, „Nicht genug damit, 
hat er nach gutem bayerischen Herkommen an den Standes- und Yort- 
bildungsſragen der Gymnagiallehrer aufs lebhafteste Anteil genommen; 
Stets hat in diegem Kreise Sein Wort Gewicht gehabt. Die Wertschätzung 
der Hochschulkreise zeigte Sich darin, daß ihm in Erlangen die Jateinischen 
und griechischen Krgänzungskurse an der Hochschule übertragen wurden. 
 
Kbendort hat er gich auch politisech -- als Vorgitzender des national- 
liberalen Vereins -- mit großen Zeitopfern betätigt. Trotzdem ihn 80 in 
den letzten Jahren praktische Aufgaben mehr und mehr in Anspruch 
nahmen, ruhte geine Feder nicht; außer der Mitwirkung bei der Heraus- 
gabe von Schülerpräparationen und der Redaktion eines „Lateinischen 
Unterrichtswerks“ ist hier als letztes Buch die Neubearbeitung der Stöckel- 
Schen „Deutschen Sprachlehre“ (1914) zu erwähnen, einer für höhere Lehr- 
anstalten bestimmten historischen Grammatik, in der die 8prachgeschichtliche 
Schulung des Vf. zum erstenmal der Muttersprache zugute kommt. 
Kein Wunder, daß die Lücke, die Sein Tod reißt, allenthalben Schmerz- 
lich empfunden wird! Wie bei Schülern, Berufsgenossen und Freunden, 
50 wird auch in unserer Gegellschaft gein Gedächtnis in Khren bleiben. 
München. . A. Rehm.
	        
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