Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

Quellen und Abhandlungen. 
Ein vergessener Erziehungstheoretiker aus der 
Reiormationsgzeit. 
Von Remigius Stölzle in Würzburg. 
Den Schulbetrieb aus der Zeit der Reformation kennen wir besonders 
genau aus dem gründlichen Werke „Das Schulwesen der deutschen Refor- 
mation im 16. Jahrhundert“ von G. Mertz (1902). Nicht 380 genau Sind 
wir über die EKrziehungstheoretiker dieger Zeit unterrichtet. Gar manche 
Schrift dieger Art ist noch gar nicht beschrieben, ja manche Sind kaum 
dem Namen nach bekannt und Schwer aufzufinden. Auf einen Solchen 
vergesgenen Krziehungstheoretiker und Seine Pädagogik möchte ich im 
folgenden hinweisen. Es ist das Georg Lauterbeck und Seine in deutscher 
Sprache abgefaßte Schwft, „Kurtze und gründliche anweisung, wie man die 
Jugent zur Zucht und Schulen halten, und christlich unterweisen 801. Allen 
Hausvetern, auch den Schulyegwaltern notwendig und nützlich zu legen. Itzt 
newlich geschrieben und in Druck gegeben durch G eorgium Lauterbeck. 
Mit einer Vorrede Philippi Melanthon. Gedruckt zu Wittenberg durch 
Georgen Rhawen Erben 1550“. 8*. Der Schrift, die ich an größeren 
Bibliotheken vergebens Suchte und die Sich Schließlich in einem Miszellan- 
band in der Ratsschulbibliothek in Zwickau?) in Sachgen fand, geht „Ad 
puerum adhortatio Joannis Spangenbergii“ (3 Disticha) voraus, darauf 
folgt eine „Vorrede Philippi Melanthon“*) von 7 folia, darauf eine Widmung 
Lauterbecks (2 folia) an Hans Georg Graf zu Mansfeld, daran Schließt 
- Sich eine „Vorrede“ Lauterbecks (3/3 folia). Darauf beginnt die Erziehungs- 
lehre (108?/, folia) unpaginiert, nur mit Buchstaben von A bis Q 9 Signiert. 
Ich gebe zunächst einige Notizen über Lauterbecks Pergon und dann 
eine kurze Analyse der Schrift. 
1) Ich danke hier der Verwaltung der Ratsschulbibliothek und besonders den 
Herren Prof. Dr. Langer und Prof. Dr. Clemen für die gütige Ueberlassung 
der Schrift. 
2?) Die Vorrede beginnt: „Alle Menschen, junge und alte, Sollen in allen 
Worken und stenden erstlich und also für und für mit großem Ernst betrachten“ und 
Schließt: „Weisheit, rechter Verstand und guter Rat Sind gewißlich Gottes werk 
und gaben, das Sollen wir erkennen, und im diese ehre thun, das wir in umb diese 
Seine gaben anruffen und bitten. Datum, Wittemberg 1550. -- Diese Vorrede habe 
ich in der „Zeitschrift für Reſormationsgeschichte“ veröffentlicht. ' 
Zeitschr. f. Gesch. d. Brziehg. u. d. Unterrichts, YV. 2. 1915, 6
	        
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