Full text: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts - 5.1915 (5)

S0 BStölzle: Ein vergessener Erziehungstheoretiker aus der Reformationgzeit. 
 
Vorschriften. Er verlangt Reinlichkeit des Körpers, rechtes Maß im 
EsSen, warnt vor "Prinken, vor Beguch öffentlicher Tabernen, Schenkhäuger 
und leichtfertiger Gesellschaft, gestattet ein fein Jlauter, nicht zu starkes 
Bier, Wein nicht vor 12, 15 Jahren (bier Schaltet er eine Philippika 
gegen das überhandnehmende Laster der Trunkenheit und die üble Kr- 
ziehung der Jugend ein), empfiehlt Bewegung für die Knaben, besonders 
nach dem Abendessen, am Wasser oder 80nst einem luftigen Ort, Bettruhe 
zwiSchen 8 und 9 Uhr, Aufstehen nicht vor 6 Uhr, fordert für jedes Kind 
einen Nachttopf --- Kindern nachts das Lagen des Wassers abgewöhnen 
zu wollen, erklärt er für verfehlt -- und als Schlafkameraden einen Päda- 
gogen oder Sonst jemand, damit die Kinder gich nicht fürchten oder in 
eine Schwachheit fallen: er verwirft es, Kinder allein Schlafen zu laSSen 
(Kap. 3). Über die Kleidung der Kinder gibt Lauterbeck verschiedene 
Winke: die Kleider Sollen leicht, reinlich Sein, nicht oft verändert werden. 
Die Kinder Sollen gute Sitten höher halten als Schöne Kleider. Doch 
Sollen fleißigen Kindern auch Schöne Kleider bewilligt werden, angesgichts 
des S0gar bei Bürgern und Bauergleuten eingerisSenen Kleiderluxus. Die 
ISinder Sollen nicht bloß zur Reinhaltung ihrer Kleider, Sondern auch ihrer 
Bücher erzogen werden (Kap. 4). 
11. Von Lehre und Unterweisgung der Kinder. 
Lauterbeck gibt hier von Kap. 5 bis 24 eine Erziehungs- und Unter- 
r'ichtslehre. Von ihrem Inhalt geben Kunde die Kapitelüberschriften : 
Kap. 5: „Warumb und aus was urSachen die Eltern ire Kinder in guten 
Künsten unterweisen Sollen lassen“; Kap. 6: „Zu Welcher Zeit und in 
welchem Jahre man die Kinder in die Schule geben 801“; Kap. 7: „Was 
die Kiltern erstlich thun gollen, wenn gie die Kinder wollen in die Schul 
geben“; Kap. 8: „Von den Schul- und Zuchimoeistern, wie die geschickt. 
Sein, auch wie Sich die Kitern widerumb gegen dengelben erzeigen und 
halten Sollen“; Kap. 9: „Wie die Schulmeister mit den Knaben umbgehen 
Sollen und Sich gegen inen halten“; Kap. 10: „Was man erstlich mit den 
Kindern thun, wenn Sie in die Schul kommen, und Sie unterweisen 801“; 
Kap. 11: „Wie man Sol die Kinder lesen leren“; Kap. 12: „Vom Schreiben“ ; 
Kap. 13: „Wie man die Knaben die TLateiniSchen Wörter mit ibrem 
Deudschen lernen 801“; Kap. 14: „Was man die Knaben weiter leren 80), 
wenn Sie legen und Schreiben können“: Kap. 15: „Von Erkundung der 
Sprachen“; Kap. 16: „Von Historien“; Kap. 17: „Was man die Knaben 
nach der Grammatica förder leren 801“; Kap. 18: „Das man die Knaben 
dasjenige 801 lernen lassen, dazu Sie am besten lJust haben, und am meisten 
geschickt Sind“; Kap. 19: „Ob man die Knaben auch mit Ruten Schlagen 
in der Schul, und wie Sich die Kiltern in dem Pall halten Sollen“; Kap. 20: 
„Wie die Knaben, wenn Sie nu erwachsen Sind, ire Stund teglich zum 
Stuüdiren austeilen und halten Sollen“; Kap. 21: „Was die Knaben für 
Ergetzung haben Sollen, wenn Sie von Stüdiren müde worden Sind; Kap. 22: 
„Das man die Schulmeister oder Preceptores den Kindern nicht offt ver- 
ändern 801“; Kap. 23: „Ob es auch zu raten, das man die Kinder an
	        
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