Full text: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde - 29.1928 (29)

Übereinstimmung und Konstanz von Lehrerurteil und Testprüfung 493 
Wenden wir uns wieder den „größten Rangplatzditferenzen “ zu. In Kol. 
18 finden wir diesmal nur zwei: Schüler Nr. 28 und Nr. 7. Von beiden war 
Schon früher die Rede gewesen. Den „Springer“ Nr. 28 (Ser.) hatten wir 
als einen Schüler kennengelernt, bei dem eine typiSche Schwierigkeit der 
Begabungsbeurteilung vorzuliegen Scheint. Sein Rangplatz nach der Prüfung 
iet auffallend konstant geblieben (291/,, 291/,, 29), vom Lehrer ist er dies- 
mal etwas weniger günstig beurteilt worden (13, 10, 15), 80 daß die Differenz 
etwas abgenommen hat (161/,, 19!/,, 14). -- Nr. 7 (Mar.) isf bei der 
zweiten und dritten Prüfung merklich abgefallen (7, 151/,, 18?/5), im Urieil 
des Lehrers dagegen etwa gleich geblieben (7, 4, 5); doch Sind Szeine 
Leistungen vom zweiten zum dritten Male merklich zurückgegangen (6, 123. 
Diese beiden Schüler würde man also besonders im Auge behalten mügsgen. 
-- Die übrigen „größten Rangplatzdifferenzen“ bei der zweiten Prüfung 
Sind diesmal verschwunden, insbesondere Nr. 3 und Nr. 11, auch Nr. 23 
und Nr. 27. -- In Kol. 19 (Vergleich der zweiten und dritten Prüfung) fällt 
eine Rangplatzdifferenz auf: 14 bei Schüler Nr. 35. Er batte in den beiden 
ersten Prüfungen am Schlechtesten abgeschnitten (Platz 35, umgerechnet 34), 
iSt aber bei der dritten Prüfung auf Platz 20 gekommen. Es läßt sich nicht 
mit Sicherheit Sagen, ob dieser Sprung darauf zurückzuführen ist, daß die 
Begabung dieses Schülers Säch in letzter Zeit in etwas sSchnellerem Tempo 
entwickelt bat als vorber. Mit derartigen Temposchwankungen der gei- 
Stigen Entwicklung wird man Ja bei zehnjährigen Kindern überbaupt zu 
rechnen haben; Sie entsprechen jedenſalls den Erfahrungen, die wobl alle 
Lehrer im Laufe eines Schuljahres mit manchen Schülern zu machen Ge- 
legenheit baben. -- Die beiden größten Zablen in Kol. 12 ind bereits auf- 
geklärt: bei Schüler Nr. 11 bandelt es Sich .um eine Jetzt vom Lebrer korri- 
gierte typisSche Begabungsunterschätzung, ebenso bei Schüler Nr. 23. -- Daß 
in Kol. 24 mehr bohe Zahlen vorkommen als in Kol. 13, erklärt Sich daraus, 
daß der Lehrer das dritte Mal genauer zwischen Begabung und Leistung 
unterschieden bat als das zweite Mal. -- Die hoben Zahlen in der Kol. 25 
gehören zu denjenigen Schülern, deren Leistungen Sich in der Zeit von 
September bis Dezember 1927 erheblich rerbesgert bzw. verschlechtert haben. 
Da der größte Teil der Schüler zu Ostern 1928 in weiterführende Schulen 
übergehen Soll, 80 wird die Aufnahmeprüfung dieser Schüler Gelegenheit 
geben, weitere Feststellungen zu machen, die im Zusammenhang mit den 
bisher bebandelten Fragen wichtig Sind. Ebenso wird die Verfolgung der 
künftigen Schullaufbahn der Schüler, 830 weit Sie möglich Sein wird, voraus- 
Schtlich mancherlei imteressante Aufschlüsse geben. Es iSt daber eine Fort- 
Setzung der Untersuchung geplant, über deren Ergebnisse Später berichtet 
werden Soll. |
	        
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