Full text: Hamburgische Schulzeitung - 3.1895 (3)

 
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Hulzeitung. 
Eine Wochenſchrift für die Angelegenheiten des Unterrichts, 
der Erziehung und des Kehrerſtandes. 
Redaktion : 
Chr. Hamann, Hamburg, 
3. Ulſterſtraße 21, Zl. 
Berausgegeben 
von hamburtjiſchen Lehrern. 
Verlag: 
Otto Meißner, Hamburg. 
Hermannſtraße 44. 
 
Die Hamburgiſche Schulzeitung erſcheint wöchentlich in einem Bogen Groß-Quartformat zum Preiſe von 1 Mark 50 Pf. für das 
Vierteljahr. Beſtellungen nehmen alle Buchhandlungen und Poſtämter ohne Preisaufſchlag an. -- Beiträge ſind an die Redaktion, 
Rezenſions-Exemplare an die Derlagshandlung oder an die Redaktion zu, ſenden. Inſerate werden für die Petitzeile von 60 mm 
Breite mit 20 Pf., Beilagen nach Übereinkunft berechnet. 
Nachdruck aus dieſer Zeitung iſt, falls nicht ausdrücklich verboten, nur unter deutlicher Quellenangabe geſtattet. 
 
3. Jahrgang. 
Die Deſprecßung des Kalenders 
in der Bolksſ<ule. 
Yon Johann Müller. 
Sin Kalender iſt in jedem Hauſe; im Palaſt wie 
in der Hütte muß er in vielen Fällen Ruskunft geben. 
In manchen entlegenen Gegenden iſt der Kalender noc< 
heutzutage die einzige Schrift, welche jährlich neu ins 
Haus kommt. Ali und Jung „ſtudiert“ darin, aber nur 
die wenigſten Verſonen von den vielen Millionen, 
welche jich des Kalenders bedienen, ſind im ſtande, 
alle Rnführungen, die er enthält, und die er feiner 
Beſtimmung gemäß enthalten muß, ohne weitere 
Crilärungen zu verſtehen. Cine Beſprechung des 
Kalenders in der Schule iſt daher gewiß eine be- 
rechtigte Forderung. Der weſentlihſte Teil des 
Kalenders iſt der aſtronomiſch = hronologiſ<e; alle 
übrigen Angaben ſnd nevenjächlicher Art. Leider giebt 
es jezt viele Kalender, in denen gerade die Hauptſachen 
äußer)t dürftig ſind, während die Nebenſachen in großer 
Breite auftreten. Cin Muſterkalender iſt meines Exr- 
ahtens der Hamburger Almanach, berechnet von Carl 
Koldewey, Admiralitätsrat. 
Zum Verſtändnis des Kalender8 ſind unbedingt 
ajironomiſche Kenntniſſe erforderlich. Die Beſprechuug 
deSfelben kann demnach erſt eintreten, na<hdem die 
Himmelskunde zur Behandlung gekommen iſt. Im 
Unterri<t wird in der Negel nah Beendigung eines 
Kapitels oder größeren Abſchnittes eines Unterricht8- 
fac<hes eine Wiederholung angeſtellt. In dem vor- 
liegenden Falle läßt ſich die Repetition der HimmelS3- 
kunde jo geſialten, daß ſie gleichzeitig eine Beſprechung 
des Kalenders iſt, oder vielmehr die Betrachtung des 
Kalenders kann derart ſein, daß ſie eine Wiederholung 
der Hiunmelskunde einſchließt. Der Kalender enthält 
die aſtronomiſ<hen Erſ<heinungen für ein beſtimmtes 
Jahr ; denmach bietet die Beſprechung desſelben Gelegen- 
beit, die allgemeinen Lehrern der Himmels8kunde auf 
jpezielle Fälle anzuwenden. 
Wir deutſchen Lehrer können uns no& mehr ve- 
fleißigen, die Bedeutung der Kenntniſſe für das praktiſche 
Leben hervorzuheben. In Nr. 17 der Hamburgiſchen 
Schulzeitung habe im anzudeuten verſucht, wie die 
gewonnenen Kenntniſſe in der Geographie und Natur- 
kunde bei einer eingehenden Betrachtung der Heimat 
23. Januar 1893. 
 
do. 4. 
verwertet werden können. Jm vorliegenden Falle habe 
ich den Kalender als Sammelpunkt der aſtronomiſchen 
Lehren hingeſtellt. In beiden Fällen ſimd die Objekte 
jo gewählt, daß faſt fämiliche gewonnenen Kenniniſſe 
zur Verwertung kommen. I<hH bin der Meinung, wenn 
wir den dazu geeigneten Teil des UnterrichtsSſioſſes in 
der Weiſe verarbeiten, daß jede3mal nad Beendigung 
eines in ſich abgeſchloſſenen Abſchnittes das Gelernte 
dur< Betrachtung eines Gegenſtandes aus dem praktiſchen 
Leben verwertet wird, der Unterricht ſfruchtbringender 
fein wird, weil dadurch) eine freiere Anwendung und 
geſteigerte Wertſ<häßung ſeitens der Kinder bedingt wird. 
Für die Beſprechung lege ic den genannten 
Kalender für 1895 zu Grunde. Cs iſt erſprderlich, 
daß jeder Schüler ein Cremplar davon in Händen hat. 
Zunächſt läßt man in verj<hiedenen Monaten die 
Zeit für Sonnenauk- und Untergang angeben und 
daraus die Länge der Tage berehnen. Dann nimmt 
man die Rubrik, welche Mondes-Aufgang Untergang 
überſchrieben iſt, vor. Man läßt mehrere Angaben 
maden, beſonders für die Tage, in welchen ein Mond- 
weHſel eintritt. Es folgt die Rubrik mit der Über- 
I<hrift Mondlauf. Diit Hülfe der Angaben au? Seite 2 
lernen die Kinder die Zeichen des Tierkreies kennen. 
Die folgende Spalte giebt Veranlaſſung zur Betrachiung 
der Mondphaſen; außerdem weiſt man auf die Er- 
jcheinungen hin, welche dur< roten Drud angegeben 
find. Hieran knüpft fich die Beſprechung der Finier- 
niſſe (Seite 3) und der Gezeiten (Seite 17). Mit 
Hülfe der Angaben auf Seite 16 läßt ji aus der 
Tabelle der Eintriit von Ebbe und Flut für verſ<hieden 
Orte an der Elbe ableiten. Bei dent Hinweis auf die 
Planeten-Erſcheinungen kann mit Benutzung der Tabelle 
auf Seite 2 eine Überſicht über das Sonmnenſyſrem 
gegeben werden. 
AnhangsSweiſe können jett einige Bemerkungen zu 
den Angaben über Witterung gentacht werden Hier- 
mit iſt der aſtronomiſ<e Teil beendet; es folgt der 
hronolsgiſhe. Denjelben beginnt man am beſten mit 
einer kurzen Geſchichte des Kalenders. Hieran ſchliett 
ſich eine Erklärung der Namen für die Tage und 
Monate. Gleichzeitig macht man darauf aufmerkjam, 
daß die den Tagen des Jahres beigegebenen Namen 
an Perſonen und Ereigniſſe erimern, die in der <riſt- 
lihen Kirhe von Bedeutung waren. Man weiſe
	        
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