Full text: Hamburgische Schulzeitung - 3.1895 (3)

 
Hulzeitung. 
Eine 1Dochenſchrift für die Angelegenheiten des Unterrichts, 
der Erziehung und des Lehrerſtandes. 
Redatltigi: 
Chr. Hamann, Hamburg, 
Finfenau 2, F- 
HSerausgegeben 
von hamburgiſc<ßen Lehrern. 
Verlag: 
Otto Meißner, Hamburg, 
Hermannſtraße 44. 
 
Die Hamburgiſche Schulzeitung erſcheint wöchentlich in einem Bogen Groß-Quartformat zum Preiſe von 1 Mark 530 Pf. für das 
Dierteljahr. Beſtellungen nehmen alle Buchhandlungen und Poſtämter ohne Preisaufſchlag an. -- Beiträge ſind an die Redaktion, 
Vezenſions-Exemplare an die Derlagshandlung oder an die Redaktion zu ſenden. Jnſerate werden für die Petitzeile von 69 mrn 
Breite mit 20 Pf., Beilagen nach Übereinkunft berechnet. 
Nachdruck aus dieſer Zeitung iſt, falls nicht ausdrüclich verboten, nur unter deutlicher Quellenangabe geſtattet. 
3. IJahraang. 
Bur vierzig Jahren. 
Schuimeiſterbriefe eines holfteiniichen 
Dorfſſchullehrers. 
(Detlev Chr. Albert Hamann, geſt. d. 5. März 1860). 
Vorbemerfung der Redaktion. 
Mit herzlicher Freude, und dom) = wie könnte 
es anders fein! -- nicht ohne fieſe, wehntütige Bewe- 
gun biete iO die einſt in der „Schulzeit: ng für die 
Herzogtümer Schle eSWig, Ho jtein amd Lauenburg“ 
aUONyn ver Fentlichten „Schulmeiſterbri afe e“ meines 
früß DIQhinael gange zen Baters Don Zeit ind Vorufs- 
genönen dur. Dein ich bit des gewis, dai viele es 
mir danken werden. Sollte auc) im miſerer überfatten 
Zeit nicht allen wohlgefallen, was damals bei don 
Leſern jenes Blattes ein freudiges, begeiſtertes Echo 
wecte, ja, was ſelbt die uneingeſchränkte Bewitttderititg 
hochangeſehener Gelehrten hervorrier, 10 weiß ich doch, 
2a auß im der Gegenwart reiner Jdealismus, echter 
EINL und warne Menſehenliebe Ter de u &Lehrer- 
he erze eine IFennſtäite haben und finde! Heintatliche 
Töne erflingen aus diefeit Briefen == icht mir allein, 
wondern manchen ältor, er Genoſſen. VMügen wir fie 
hinnehmen als Janfte, berzerquic>onde und troſtreiche 
(Grüße aus einer andern Wollt! Und mögen dieſe 
Briefe den Jüngeren zeigen, daß anch damals Männer 
unferes Standes goweſen ſind, die gerungen, geſtrebt 
und gelebt habon für unfere liel ve, deutſche Volksſchule, 
auf daß auc in ihren Herzen feite reite, (9deride 
Flan me aufs neue angefacht werde, ohne die wir al le 
nichts nud als tönendes Erz und klingende Schelleti 
Ce Hanami. 
R. an B. 
Crviter Brief. 
Bei unterm letzten Zwammenſein, mein lieber B., 
fonnten vir manches nur furz berühren, was uns beide 
gleichmäßig intereſſiert und teilweiſe fogar tief im 
Zunerſtein bewegt. J< habe Dir zugejagt, meine alt 
eingewurzelte Schreibfaulheit zu überwinden und unſere 
frühere jo innige und ſtetige Verbindung, die freilich 
nummer ganz abgebrochen geweten, auc) meinerſeits mit 
rechten Crnit wiederherſtellen und ner beleben zu wollen. 
4. Dezember 1893. 
 
 
Nr. 49. 
Daß aber meine M atteilungen jezt zum Teil auf dieſem 
fir uns beide ſo ungewöhnlichen Wege an Dich gelan 
gen, darüber wirit Du Dicb höchli< verwundern. Leider 
wird Dir indes, wie Du "nich eben fennſt, der Grund 
nur gar zu einleuchtend und natürlich fein, wenn ich 
Dir ſage, daß ich durc< dies Arrangement zwei Ber- 
prechungen zugleich erfülle und mir eine zweite Feder- 
arbeit eripare-. Wenn nicht dieſer Grund, der freilt 
unleugbar „ein auſer“ Ut, 
t, Dir das ganze Gebräu ver- 
(eidet, 10 önnteit Du vielle icht ad. 
Suu 
ein vaar Wochen 
Jus „A. an B.“ umſetzen latien und mir die Erfüllung 
ICS ( angedeuteten RVeriprehens mertlic erleichtern, wo- 
für Dir meine Freundſchaft = und nobenbei noch ein 
auderes XS. = berzlich danfbar fein würde. Was 
dieſent Blatte frommt, wird natürlich j 
am betei wiſe 
ordiitär, 10 Ie ha ? 
ihren vrdinären 
Jh mi heizte zurück in MEgaUgene Zeiten 288d 
Zuſtände, in die Zeit wferer oriteit Bofannmchaft 
Wir hatten „da nals Thon meren Vorur, abor der Vorit 
cd) iwmcht. 
7. 
batte uns od) 
Es " ein "chöner Anblie, weit ein Mann: ieh 
nut ganzer Seele, nit uUngeteilter Liebe feinem Rove 
vid tet, wein er ails Homung und alls Kr M 
coſe Ü in bineinlegt, wm in ihm und dureh 1 7 
. 8 wahrhart menſchlichem Sein 1wd Leben zu 
verwirklichen. JeDer, Deſen Herz Ug UNd Yar o 
für das geahnte und erſehnte Varadies, wird ät 
endlich dahim fommen, daß or eitten votinmaren Wir 
qs . 
„ ud ſcheit im um 
nit großer Gem 
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Wngsfreis mit ganzer Seele erfaßt. Dem das Ideale 
Fam uur reaf werden im Anſchluß aum die gegebene 
Nealität. 
Cs in ein Yhvner Anblick. 
Au) wir, mein lieber B., waren in Arkadien: 
auc<4 wir haben geträumt, ein Höchſtes geahnt 1 
ſehnt. Cs war anfangs ete unklare, entſchlu"ß- 1111d 
thatloye Sehnſucht. Für unferen Beruf hatten wir ein 
unbeſtimmtes Gerühl und Worte, aber kein Herz, d. bh. 
beides : Mut und hingebende Liebe. Daß die Volks- 
ichule einen Wirkungskreis darbiete, dem ſich wohl ein 
na< edfem Thun dürſtender Gei würdig weihen möge, 
das ahnten wir und glaubten es, aber die Wahrheit 
lag noHD in dämmernder Ferne und fannt der Seele
	        
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