Full text: Hamburgische Schulzeitung - 8.1900 (8)

nicht auf Broterwerb angewieſen ſind, wird eine gut geleitete 
HauSshaltungsſc<hule von Wert jein; ſie werden manches Neue 
kennen lernen, werden aber vor allen Dingen angeregt, über 
das Warum und Wozu ihres hauswirtſchaftlichen Thuns 
nachzudenken, wo die mütterliche Unterweiſung ſich mehr auf 
ein mechaniſches Vormachen und Nachahmenlaſſen beſchränkt. 
Kollegen und Kolleginnen, die ſich für die Veranſtaltungen 
des Vereins intereſſieren, wird nähere Auskunft gern erteilt 
von Frau Alfr. Barber, Graumann3weg 51, und von Frau 
Minna Schneider, Harveſtehuderweg 52, die erſtere der beiden 
Damen iſt Vorſteherin der Haushaltungsſc<ule in der Sachſen- 
ſtraße, leztere von der Schule am Stellingerweg. Damen 
im beſondern werden mit Intereſſe den Betrieb der Haus8- 
haltungsſchulen an Ort und Stelle in Augenſchein nehmen 
wollen; jie jind in den Schulen jederzeit wilkommen. Vor- 
herige Anmeldung iſt nicht erforderlich. Anmeldungen für 
die dieSjährigen Winterkurſfe werden ſchon jetzt entgegen- 
genommen. 
Blumenpflege- (Cingeſandt). Auch in der Volks8- 
ſchule für Knaben, Oberaltenallee 78a, ſind Verſuche gemacht 
worden, die Schüler für die Blumenpflege zu intereſſieren. 
Herr Gärtner Riecher3, Oberaltenallee, hat auf das Erſuchen 
de3s Herrn Hugo Löffler eine größere Anzahl Topfpflanzen 
unentgeltlich zur Verfügung geſtellt und außerdem durch zwei 
jeiner Angeſtellten die Schüler zum richtigen Umpflanzen der 
Verjuchsexemplare anleiten und die hierzu nötige Erde zur 
Schule ſchaffen laſſen. Im ganzen gelangten 164 Pflanzen 
zur Verteilung. An der Pflege beteiligten ſich 99 Schüler 
der dritten und vierten Klaſſe. Von den 164 verteilten 
Pflanzen waren Ende Auguſt 132 in recht gutem Zuſtande, 
20 zeigten genügende8 Wohlbefinden und 12 machten einen 
traurigen Eindru>. E38 darf dabei erwähnt werden, daß die 
Begonien am meiſten gelitten hatten, jo daß es ſ<einen will, 
als ob Geranien, Pelargonien und Fuchſien ihrer größeren 
Widerſtandsfähigkeit wegen ſich beſſer als die Begonien zu 
einem folchen Verſuche eignen. Ein viel größeres Intereſſe 
würden aber die Schüler der Sache entgegenbringen, wenn 
ihnen durch Verteilung geeigneter Sämereien und der mit 
Erde gefüllten Töpfe die Möglichkeit gegeben würde, anfangs 
unter Aufſicht des Lehrer3 und ſpäter durch häusliche Pflege, 
eine größere Selbſtthätigkeit zu entfalten. Verſuche in dieſer 
Richtung würden zweifel3ohne Erfolg haben. 
Überſicht über die Wohnung der Hamburger Volksichul- 
lehrer und -Lehrerinnen. Es wohnen in 
Lehrer : Lehrerinnen: 
GimSbüttel ......... 359 CimSbüttel. ........ 144 
Eilbe> uur 197 St. Georg ......... 114 
Barmbes ..... „151 Hohenfelde ......... 65 
Borgfelde. ......... 96 GilbeE ........ 59 
Eppendorf ........- 89 St. Pauli... 57 
St. Georg ......... 72 Barmbe> .......... 52 
Dohenfelde ......... 64 Rotherbaum... ..... 50 
HAMM. uuuucurn 60 Innere Stadt ...... 47 
St. Pauli ......... 48 Borgfelde ......... 45 
Bilw. Ausſchlag. . .. 35 Uhlenhorſt ......... 39 
Innere Stadt ...... 33 Eppendorf ......... 26 
Rotherbaum ....... 33 Harveſtehude ....... 19 
Uhlenhorſt ......... 25 Hamm ...........- 19 
Harveſtehude ....... 19 Hoheluft. 04... 17 
DON -eunnnnccmn 18 Bilw. Ausſchlag. . . . 10 
Hoheluft. .......... 17 Winterhude ........ 5 
Winterhude ........ 13 Bergedorf. ......... 5 
Steinw. und Veddel . 13 DIN. uuununuunu 3 
Bergedorf ......... 12 Steinw. und Veddel . 3 
Hieran mag ſich eine Zujammenſtellung der Wohnungen 
naß Sto>werken ſchließen. Dabei blieben die Angaben, 
welche nicht den beſtimmten Zuſatß „pt“ ujw. trugen, undbe- 
rüdſichtigt; in den meiſten Fäen würden dieſe Wohnungen 
wohl der Gruppe „pt“ zuzurec<nen ſein. Es wohnen im 
Lehrer: 
Unterhaus 1. Sto> 2. Sto> 3. Sto> 4. Sto> 
147 288 340 355 64 
Lehrerinnen: 
Unterhaus 1. Sto> 2. Sto> 3. Sto> 4. Sto> 
77 161 202 201 35 
305 
 
 
Aus dem Jahresberichte über das Gewerbeſchulweſen. 
Der Lehrplan der ſe<s kaufmänniſc<en Fort- 
bildungs8ſ<ulen iſt den Anforderungen der beteiligten 
Kreiſe entſprechend im lezten Schuljahre auch auf die 
ſpaniſche Sprache, die Stenographie (Syſtem Stolze- 
Schrey) und ſienographiſc<he Übungen ausgedehnt worden. 
Der Beſuch der Schulen iſt in ſletem Wachſen begriſſen. 
Im Winter 1898/1899 hatten die am 10. November 1898 
eröffneten Schulen zuſammengenommen 174, im Sommer 1899 
496 und im Winter 1899/1900 767 Schüler. Es ſei hier 
wiederholt darauf hingewieſen, daß die Handlungsbefliſſenen 
nach den 88 120 und 154, Abſaß 1 der Reichs8gewerbe- 
ordnung verpflichtet jind, ihren Kommis, Lehrlingen ujw., 
welche noc< nicht volle 18 Jahre alt ſind, die zum Bejuch 
der ſtaatlichen kaufmänniſchen Fortbildungsſchulen erſorder- 
liche Zeit zu gewähren. 
Die unter Zuſtimmung der Oberſchulbehörde beſtehenden 
unentgeltlihen Zeichenkurje für Hamburger Lehrer 
und Lehrerinnen werden fortdauernd fleißig und mit 
Erfolg beſucht. Die Kurſe erſtre>en ſich auch auf eine Ein- 
führung in die Methodik und die Lehrmittelkunde des Schul- 
zeichenunterricht8. Den Übungen in diejen beiden Fächern 
dient eine Sammlung von 400 bis 500 Werken über den 
Zeichenunterricht aller bekannten Methoden... Den Lehrern 
ſteht e3 wie bi3her frei, aue) an andern Lehrfſächern der 
Gewerbeſchule unentgeltlich teilzunehmen. Die Zeichenlehrer 
beſuchen namentlich die Vorträge über Kunſtgeſchichte, kunſt- 
gewerbliche Formenlehre, Farbenlehre, Heraldik, jowie die 
Klaſſen für Zeichnen und Malen nach Naturgegenſtänden, 
für fNgürliches Zeichnen, für Pflanzenſtiliſteren, für Entwerfen 
von Ornamenten u]w. 
Jubilare. Herr Senator Refardt übermittelte am 
1. März 1900 in Gegenwart mehrerer Mitglieder der Ver- 
waltung Herrn Schulrat Dr. Stuhlmann, Herrn Direktor 
Schlotke, Herrn Dr. Glinzer in Erinnerung an ihre vor 
25 Jahren erfolgte feſte Anſtellung und unter Anerkennung 
ihrer biSherigen Thätigkeit die bei ſolchen Anläten üblichen 
„Bortugalöſjer“. 
Gehalts3regulierung. Die Gehalte der feſtangeſtedten 
Leiter und Lehrer de3 Gewerbeſchulweſen3 ſind durc< Geſet 
vom 30. März 1900, wie folgt beſtimmt: Das Gehalt des 
Direktors der Gewerbeſchule und des Direktor3 der Baus- 
gewerk) c<ule beträgt =- wie bi3her -- 7200 M, ſieigend um 
600 M. nach je 4 Jahren bi8 9000 M, außer freier Dienſt- 
wohnung oder einer Mieteentſ|<hädigung von 14090 4.. -- 
Für die Lehrer beſtehen drei Gehaltsklajen. Die Lehrer 
der erſten Gehaltsklaſſe beziehen ein Gehalt von 5400 4, 
welches nach je 4 Jahren um 600 M ſteigt bi3 7800 M, 
die Lehrer der zweiten Gehaltsklaſje ein Gehalt von 4200 Hc, 
welches nac< je 4 Jahren um 600 HK ſteigt bis 6600 M, 
und die Lehrer der dritten Gehaltsklaſje ein Gehalt von 
3800 4%, welche3 nach je 3 Jahren um 300 & ſteigt bis 
5600 4. -- Die Lehrer der erſten Gehaltsklaſſe führen 
die Amts3bezeichnung Oberlehrer, die Lehrer der zweiten und 
dritten Gehaltsklaſſe die Amt3bezeichnung ordentliche Lehrer. 
Die Zahl der feſten Lehrerſtellen iſt im Herbſt 
von 19 auf 24 vermehrt worden und zwar in der Art, daß 
nunmehr jede der drei Gehaltsklaſſen 8 Stellen umfaßt. 
Studienreiſen. Herr Schulrat Stuhlmann hat um 
Michaelis als Vertreter E. H. Senat38 in Frankfurt a. M. 
an den Verhandlungen des 4. Deutſ<en Fortbildungs] <ul- 
tages, jowie in Hannover an denen des 3. Kongreje3 des 
Deutſchen Verbandes für das kaufmänniſche Unterricht3weſen 
teilgenommen und bei der Gelegenheit die Kunſtgewerbeichulen 
in Frankfurt a. M. und Mainz beſucht. Derſelbe hat ferner 
im Februar und März d. IJ. eine Reiſe nach Berlin, Leipzig, 
Chemnitß, Plauen i. V., Nürnberg, München, Stuttgart, 
Karlsruhe, Baſel, Darmſtadt, Frankfurt a. M., WiesSbaden, 
Mainz, Worms, Kaſſel und Hannover unternommen, um das 
Fortbildungs8- und HauShaltungsſc<hulwejen für Mädchen zu 
ſtudieren, und ant 23. und 24. April die in Berlin ſtattgehabte 
Konferenz der Zentralſtelle für Wohlfahrtseinrichtungeu beſucht.
	        
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