Full text: Hamburgische Schulzeitung - 8.1900 (8)

“Mineralogie ſeien neben den im Grundſto> aufgezählten 
Mineralien auch die einſchlägigen technologiſchen Lehrmittel, 
wie beiſpiels8weiſe diejenigen für die Gewinnung und Be- 
arbeitung des Eijen3, heranzuziehen. Für Mädchenſchulen 
erſcheinen aus der Gruppe der technologiſchen Lehrmittel 
die Verarbeitung des Flachſes, der Wolle, der Baumwolle 
und der Seide beſonder8 .empfehlen3wert. Die Aufnahme 
dieſer Lehrmittel in den Grundſto>. zu beantragen, mußte 
der Ansſc<huß ſich jedoch ſchon de3halb verjagen, weil er der 
Anſicht iſt, daß das auſgeſtellte Lehrmittelverzeichnis keines- 
wegs unabänderlich feſtſtehen, jondern nur im allgemeinen 
als Richtſ<nur für Neuanſchaffungen dienen jol. Die 
Wünſche der Schuljynode bezüglich der Lehrmittel unſerer 
Volksſchulen wurden gelegentlich einer Beſichtigung der 
Lehrmittelausſtelung durch den Vorſißenden der Synode kurz 
dahin zuſammengefaßt, daß 1. die beantragte Summe von 
20 & pro Klaſſe auch wirklih für Ergänzungen und 
Reparaturen der Lehrmittel, nicht aber zur Anjc<affung von 
Tafelſ<wamm, Kreide, Schulzirkel, noc< auch zur Beſchaffung 
von Lernmitteln, wie Atlas, Lineal, Bleiſfederhalter uſw. 
verwendet werde; 2. die ſogenannten Bezirksammlungen, 
d. h. die Sammlungen von Lehrmitteln zum gemeinſamen 
Gebräüche mehrerer Schulen, ſo viel als möglich eingeſchränkt 
werden; 3. eine Abnahmeſtelle für die Lehrmittel geſchaffen 
werde ; 4. die Summe für Ergänzungen und AuSbe)jerungen 
zur Verfügung der Lehrerkollegien bleibe, da hierdurch da3 
Intereſſe für die Lehrmittelſammlung einer Schule ungemein 
gefördert werde. Bezüglich der Frage, ob die angeſetzten 
Preije auch eine gute Beſchaffenheit der Lohrmittel voraus-= 
jezen laſen, äußerte Herr Schulrat Mahraun, daß die 
Schuljynode eine Kommiſſion zur Prüfung der einzelnen 
Apparate ernannt habe und daß auc< die Fachlehrer des 
Seminars bei der Aus8wahl hinzugezogen worden ſeien. Auf 
die Frage, ob die zum Unterhalt und zur Ergänzung der 
Lehrmittel beſtimmten Summen zur freien Verfügung der 
einzelnen Lehrerkollegien geſtellt werden könnten, antwortete 
Herr Senator Refardt, daß jedenfalls einem Schulin]pektor 
hierbei die Beaufſichtigung übertragen werden müſſe, da die 
Verwendung von Staats8geldern eine Verwaltungsſache fei. 
Auf Grund der Erklärungen der Herren Senat38-Kommijſare 
bej<loß der Ausſchuß, und zwar einſtimmig, der Bürger- 
ſhaft die Annahme des Senat3antrages zu empfehlen. Der 
Wunic< einzelner Mitglieder, an die Annahme die Bedin- 
gungen zu knüpfen, daß: 1. eine Anſchaffung3- und Abnahme- 
Kommiſſion unter Hinzuziehung von Beamten der wiſſen- 
Ic<aftlichen Anſtalten gebildet werde; 2. auf die Auſfvewah- 
rung der Lehrmittel beſondere Sorgfalt verwendet, und die 
Inſtandhaltung derſelben hieſigen Fachleuten übertragen werde; 
3. die Zahl der für die ſogenannten Bezirksfammlungen au3= 
gewählten Lehrmittel beſchränkt werde; 4. die Lieferung der 
Lehrmittel hieſigen Gewerbetreibenden übertragen werde; 
5. die Verwendung der für Unterhaltung und Ergänzung 
bewilligten Gelder unter Mitwirkung der Lehrerkollegien ge- 
ſchehe, wurde von der Mehrheit des Ausſchuſſes nicht ge- 
billigt. Lettere war der Anſicht, daß e8 genüge, dieye Punkte 
al3 wünſchen3wert zu bezeichnen und durc< Überreichung 
des Ausſchußberichtes zur Kenntni3 de3 Senat3 und der 
Dberſchulbehörde zu bringen. E3 ſtimmten jedoch alle Mitglieder 
darin überein, daß bei der Annahme des Senat3antrages 
aus8ge]prochen werden ſolle, daß die Bürgerſchaft vorausſetße, 
daß die zur Aufbewahrung der Lehrmittel erforderlichen 
Schränke aus den hier bewilligten Summen beſchafft werden. 
 
ee nemtmeeeebatannreident nnen 
Pädagogiſhe Rundſchau. 
„Geſchäftsführender Ausſchufßßs des Deutſchen Lehrer- 
verein8. Sißung am 10. Oktober 1900. In Sachen des Falk:Denk-: 
mals bringt der Vorſigende ein Schreiben des Kollegen Gräve:Hamm 
über die lezte Sitzung des Denkmal-Komitees zur Verleſung. Für den 
in neueſter Zeit in der Preſſe gemachten Vorj<lag, neben dem Falk: 
De; in Hamm ſeitens der Lehrerſchaft no< eine beſondere Falk: 
Stiftung zu exrichten, kann ſic< dex Ausſchuß nicht erklären. -- 
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Kollege Kumm berichtet über ' die Verſammlung des -Me&lenburg- 
Sc<hwerinſchen Verbande3 des Deutſchen Lehrervereins in Schwaan, die 
er im Auftrage. de3 Ausſchuſſes begrüßt hat. Die übrigen Berichte über 
die von Ausſchußmitgliedern beſuchten Herbſt-Verfammlungen werden 
vertagt. 
Eine Neuregelung der deutſchen Rechtſchreibung ſoll 
nun ernſtlich in Angriff genommen werden. Der preußiſche Kultus: 
miniſter hat ſi< an den Reich8kanzler gewandt und in einem. längeren 
Berichte dargelegt, daß er von verſchiedenen Seiten darum angegangen 
worden ſei, eine Neuregelung der deutſchen Rechtſchreibung in die Wege 
zu leiten; er bittet deS8halb, ihn zu ermächtigen, ſi mit dem Reichs3- 
Poſtamt und dem Reichs3-JZuſtizamt zur Einleitung von Vorbeſpre<hungen 
in Verbindung zu ſeßen. Der Reichskanzler hat dieſe Grmädchtigung 
erteilt, und die daraufhin eingeleiteten Beſprechungen haben zu dem Er- 
gebnis geführt, daß der gegenwärtig auf dem Gebiet der veutj<hen Recht: 
ſ<reibung herrſchenden Unſicherheit und Zerfahrenheit ein Ende gemacht 
und eine einheitliche Geſtaltung der deutſ<en Rechtſ<reibung herbei- 
geführt werden müſle. 
Vereins-Anzeiger. 
Schulwiſſenſchaftlicher Bildungsverein. Sonnabend, den 
10. November, abends 7*/2 Uhr, in der Aula der Oberrealichule vor dem 
Holſtenthor. Bericht der Delegierten über den Sculkongreß in Paris. 
Sonnabend, den 17. November : Vortrag von Herrn P. Sydow „Wider 
den Kindergarten.“ Chr. Gripp, 3. Z. Präſes. 
Geſellſchaft der Freunde 2c. Generalverſammlung am Miti- 
wo<H, den 7. November 1900, abend8 7*?/2 Uhr, im Hammonia-Geſell- 
ſc<afi8haus, Hohe Bleichen 30. TageSsordnung: 1. Mitteilungen. 
2. Bericht und Antrag der Kommiſſion zur Beratung der Coymichen 
Theſen. 3. Antrag der Kommiſſion zur Vertretung der Schulintereſſen 
bei den Bürgerſ<aft8wahlen. 4. Statutenreviſion. 
Der Vorfiand. 
Barmbe>-Uhlenhorſter Lehrerfamilienverein. Grite s 
Wintervergnügen am Sonnabend, den 24. November 1900, im 
Barmbeder Caſino. Liedervorträge von der Konzerttängerin Fräulein 
Minna Riſtow, Vorträge vom Herrn Klaviervirtuoten Jo1 € 
Manuel Jimenez, Cellovortrag von Herrn Franz Ritter. 
Nac<ß dem Konzert: Ball. Der Vorſtand. 
Hamburger Lehrer:Union. BVerfammlung am Sonn: 
abend, den 10. November, abends 6*/s Uhr pünktlich, in den Räumen 
der früheren St. Anſc<ar:Knabenichule, Valentinöskamp, Anſc<arplaß. 
Vortrag von Herrn Birkenſto&. Thema: Der ZioniSmus und ſeine 
Gegner. Kollegen und Kolleginnen ſind als Gäſte willkommen. 
HS. Berndt. 
Philoſophiſch - pädagogiſcher Verein. Verſammiung 
am Sonnabend, den 10. November, abends 7'/2 Uhr präziſe, in der 
Wolfsſ<lucht (Pelzerſtraße 12). Thema: Das Syſtem der individuellen 
Tugenden. Referent: Herr Seminaroberlehrexr Dr. Plumboff. Korreferent: 
Herr Dr. Görland. Gäſte willkommen. 
| Der Vorſtand. I. A.: M. Böhling. 
Eilbecker Lehrer:Familien-Verein. Erſtes Wintervergnügen 
am Sonnabend, den 17. November 1900, bet Wwe. Eggers, Wands- 
beer Chauſtee. Anfang genau 8*/2 Uhr. Rechtzeitiges Erſcheinen drin- 
gend erwünſcht, Einführung geſtattet. Der Vorſtand. 
Verein Hamburger Volksſchullcehrerinnen. Verjamm: 
lung am Freitag, den 16. November, abends 7*.2 Uhr, im Muſikjaal 
des Lehrerimnenſeminars, Fuhblentwiete 34. Vortrag von Fräulein 
Levſen: „Ungewißheit und Gewißheit auf religiöyem Gebiet.“ Gätte 
willkommen. Der Vorſtand. 
 
 
Familien-Anzeiger. 
Hans Gebien, 
Eliſabeth Gebien, geb. Gramm, 
Verheiratet. 
tr * » & 
Briefkaſten de3 Verlegers3. 
An unſere Lefer. Dur< ein Verſehen eines Seters war in 
der vorigen Nummer dieſes Blattes die hierunter folgende Anzeige in 
den redaktionellen Teil gekommen. Wir bemerkten dies erſt, als das 
Blatt ſhon zum Verſand fertig war, 10 daß es ſib obne Zeitverluſt 
leider niht mehr ändern ließ. Wir bitten unſere Lejer deshalb um 
Entſc<uldigung. 
LESEARTIKREL. 
Schwerhörigkeit. -- Eine reiche Dame, welche durc Dr. 
Nicholson's Künstliche Ohrtrommeln von Schwerhörigkeit und 
Ohrensausgen geheilt worden ist, hat Seinem Institut ein Geschenk 
von 25000 4. übermacht, damit Solche taube und Schwerhörige 
Personen, welche nicht die Mittel besitzen, Sich die Ohrtrommeln 
zu verschaffen, dieselben umsonst erhalten können. Briefe wolle 
man adresgieren: No. 175. Das Institut Nicholson, 
„Longcott.“ Gunnersbury, London, W.
	        
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