Full text: Hamburgische Schulzeitung - 8.1900 (8)

 
Eine Wochenſchrift für die Angelegenheiten des Unterrichts, 
der Erziehung und des Lehrerſtandes. - | 
Schriftleitung: Herausgegeben | Verlag: - 
NU. Struve, Hamburg-Eilbe, von Lehrern und Lehrerinnen. Shröder & Jeve, Hamburg, 
Jungmannſtr. 21, p. Kommiſſionär H. Reßler, Leipzig, Seeburgſfir. 40. Kl. Reichenſtr. 9-11. Fſpr. 2080. 
 
Die Hamburgiſche Schulzeitung erſcheint jeden Mittwoch in einem Bogen Großquartformat zum Preiſe von 1 Mark 50 Pfg. für das Vierteljahr. 
Beilage: Die monatlich erſcheinende Jugendſchriften-Warte, Schriftleiter 5. Wolgaſt. -- Beſtellungen nehmen außer den Verlegern, alle 
Buchhandlungen, Zeitungsgeſchäfte und Poſtämter an. -- Beiträge ſind an die Schriftleitung, Bücher zur Beſprechung an Herrn Hauptlehrer Martens, 
Bamburg-St. Georg, Baumeiſterſtr. 8, zu ſenden. Unzeigen werden für die Petitzeile von 63 mm Breite mit 20 Pfg., Beilagen nach Übereinkunft 
berechnet. -- Poſt- Liſte Ur. 3188. -- Rlagen über unpünktliche Zuſtellung ſind gefl. ſofort dem Yerlage mitzuteilen. 
 
 
 
 
8. Jahrgang. Sntittwoch, den 21. Lovember 1900. Ur. 47. 
ur Eigenart deutſc<hen Gemüte8 gehört auch das 
Verſammlung Der Schulſynode Seins eh; das Wort ER ſich nicht RE vollen ubelts 
a nach in andern Sprachen wiedergeben. Aus gewiſſen Wörtern 
m 
Freitag, Der 23. Scovember, einer jeden Sprache I<eint die völliſc<he Eigenart unver- 
Fennbar hervor; wie beleuchtet z. B. honnäte, galant, elegant, 
Näheres ſiehe Verein3-Anzeiger. coquet, esprit u. a. den Franzoſen, gentleman, comfort, 
Spleen uſw. den Engländer. Solche deui]<e Ausdrüde ſind 
(t. Weiſe, S. 53): „Gemüt, Wehmut, Sehnjucht, Wonne, 
Heim, Heimweh, Heimat, Jnnigkeit, Sinnigkeit, Biederkeit, 
 
Verſammlung der Beförderer 
am Dienstag, den 27. November 1900, 8 Uhr abends, im | Ehrlichkeit u. a. Während alſo bei unſern Nachbarn jenſeit 
Hotel Viktoria, des Was8gau3 und des Kanals der Wortſchaß beionders für 
Hühnervoſten 28, beim Kloſterthorbahnhof. die Art, wie ſie ſich äußerlich geben, ſchwer überſegbare Be- 
Tagesordnung: zeichnungen aufweiſt, verfügt unjere Sprache über eine Fülle 
1. Berichte. = . von Ausdrüden, die von der Tiefe des Gemüts Zeugnis 
2. Neuwahlen für die Kommiſſion. ablegen und darthun, daß Deut] <land das Land it, wo 
3. Verſchiedenes. Treue hell vom Auge blitzt und Liebe warm im Herzen ng8t.“? 
Deutjc<e Treue, deutſcher Ernſt, deutſche Gemütstiefe und 
Q& 
3. D. Martens, deutſches Heimatleben tönt uns aus unjerer Poeſie, vor allem 
z. Zt. 1. Vorſitzender der Kommiſſion zur 
 
 
Heraus8gabe der Hamb. Schulzeitung. aus unjern unvergleichlichen Volksliedern entgegen. Ih er= 
= | Innere nur an: Zu Straßburg au! der Schanz , O Straßburg, 
Inhalt: Über die Notwendigkeit einer Erziehung in deutich:völkiihem | vo Straßburg, du wunderſchöne Stadt, J<h batt' einen Kame- 
Sinne. Von P. Hoops. (Fortleßung.) --- Cmpfiehlt es ſich, dn raden, Steh" ich in finſterer Mitternacht, Wenn ich den Wan- 
Jugend] <riften-Ausſ<huß in die Reihe der dauernden Cinrichtungen - = Tz - 3h 2.5034 4525 ; 
der GeſellſIMaft der Freunde 2c. aufzunehmen? Von A. Struve. - drer frage, - „Thäier weit, 9 Höhen, Freipeit, ote ic) meine, 
Aus Hamburg. = Aus Altona: -- Vom Büchermarkt. -- Vereins: | Morgen muß ib fort von hier, Zu Mantua in Banden, 
Anzeiger. ! Am Brunnen vor dem Thore, J< hab mich ergeben. Unters 
 
Dichterfürſten Goethe3 größtes Werk, der „Fauſt“, Ut durch 
c; . . 6. - die Gedankentiefe, den Grübelſinn, das ernſte ſittliche Streben, 
Über die Notwendigkeit einer : die darin herrſchen, auch zugleich fein deutſcheſtes Werk. 
7 r th naitus : ': Und mit Recht konnte Karl Simrok* hervorheben, daß keines 
Erziehung m deutſch völkiſchem Sinne. / Volkes Schrijttum etwas aufzuweiſen habe, das an Tiefe 
Von P. Hoops. - ; und erhabenem Ernſt den Liedern der altnordijchen (d. h. 
(Fortſekung.) | nordgermaniſ<en) Edda und Goethes Fauſt gleich käme. 
Einen fernern Glanzpunkt germaniſcher Eigenart bildet 
die hohe Achtung vor den Frauen, die jhon den Römern 
jo auffällig war. 
- Bejonder3 herrlich zeigt ſich das deutſ<e Gemüt in 
jeiner Liebe. Von der Liebe der Deutſchen ſagt Luther im 
Brief vom Dolmetſ<en: „I< weiß nicht, oh man da8 Wort | Gerrlich 5 - Arx | -: 
U 7 : “. - „5. >... | derrlich ſteht das deutſ<e Volk auch da durc< ieinen 
Liebe auch jo herzlich und genugſam in lateiniſcher oder Fleiß und ſeine Ausdauer, durch ſeine unvergleichlichen 
andern Sprachen reden 000g, daß es aljo dringe und klinge ; Gaiungen in den Gewerben, in den Künſten und Wiſien- 
S rache H GE ibbe 8 nit GR, ve „es thut in unjerer : ſchaften. Ein Weitgereiſter und einer der veſten Kenner der 
E1. den ia im Aud € we und Hoſmung imnig ver- Länder aller Zonen und der Völker aller Raſſen, Fritz Bley, 
unden, ja im NuSdrud wurzelverwandt. Liebe und G(e)laube ſchreibt:2 „Wir ſind das tüchtigſte Volk auf allen Gebieten 
geren zurü& auf +1 Burzel (ub, Die auc im got. lubains -- des Wiſſens und der ſ<hönen Künſte! Wir ſind die beſten 
Hoſſnung vorliegt. Und bei Weinhold („Die deutſchen Anſiedler, die beſten Seeleute, ja ſelbſt die beſten Kaufleute.“ 
Frauen im Mittelalter“) leten wir: „Die deutſche Liebe iſt 
unvergänglich und hofft die Unjterblichkeit, die undeut]<e art iſt es ich DER Wit Deutſehen Tol Fem Mieder u vende Zigen- 
entjteht und vergeht mit der Stunde des Rauj<es ; die deutſche Ausdrüce einfach in unſere Sprache aufnehmen, während ſolches den 
Liebe iſt fromm und tindlih wie Gretchen, die undeutſche andern Völkern garnicht einfällt; ſie ſagen ſaſt alles, ſo gut es geht, 
iyjt wie die Semiramis der Sage.“ in eigener Sprache. 
. | ? Vorrede zur Überſetzung der Edda. 
! OD. Weiſe, a. a. O. S. 82. 3 „Die Weltſtelung des Deutſchtums.“ 1897. 
 
 

	        
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