Full text: Hamburgische Schulzeitung - 23.1915 (23)

 
 
Telephon: Gruppe 5, 5484, Nebeitſielle 5 
Dr. Th. Körner, Hamburg 19, Ottersbec>nlleo 21. 
Jerlag: Dr. Wilhelm Lühr, Hamburg 23, Eilenau Ir. 114, 
j <=> Jernſprecher: Gruppe 4, Nr. 3964, Nebenſtelle 5. 
Bezug: Vierteljährlich Mark 2,00 frei ins Haus. 
26 Pfg. 
Sgriffleitung . Baut Günther, Hamburg 21, Bachſtr. 17 
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deren Naum 1 Mk. 
henſchrift für das geſamte hamburgiſche Schulweſen 
Die „Hamburgiſche Schulzeitung“ erſcheint jeden Sonnabend 
 
 
   
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Beiträge und Zuſchriften find an die Schriftleitung, alle 
j anderen Sendungen, inSbeſondere Bücher und Zeitſchriften, 
Beſtellungen beim Verlag, den Buchhandlungen oder der Poſt. Cinzeinummer 
Anzeigen: Retitzeile von 63 mm Breite oder deren Raum 50 Vfg., Neklamezeile von 99 mm Breite in Korpusßöhe oder 
Bei Wiederholungen Ermäßigung. 
ſind an den Verlag zu Lichten. 
Kommiſſionär: Baul Eberhardt in Leipzig. 
 
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Beilagen nach Uebereinkunſft. 
 
   
Scyyriſileiter nnd Derieger ſind zu den Tahnen 
geruien; den DTerleger vertritt Lehrer D. Yeleif, 
Hamburg 23, Sichleltr. 30, den Schriftleiter Rektor 
A. Sirnve, Hamburg-Tuhlsbättel, Bummelsbüitler 
Landöraße 121, | 
 
3nhali. | | Seite 
Aeußerungen zu dem Antrag der Schulſynode über die 
Berringerung der Handarbeitſtunden . . . . 37 
Aus Hamburg . 500000000000 wr ww 38 
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Reußerungen zu dem Antrag der Schulſynsde 
über die Verringerung der Hatiöaröeitſtunden. 
Am S&. Januar dſ. Js. iſt von der Schulſynode der 
Vorſchlag gemacht worden, noch eine Handardveitſtunde in 
der erſten Klaſſe zu ſtreichen. Nur noch zwei Handarbeit- 
ſtunden ſollen den Mädchen in der erſten Klaſſe bleiben, 
während ſie nach dem alten Lehrplan 5 Stunden gehabt 
haben. In anderen Städten Deutſchlands, 3. B. in München, 
ſind die Handarbeitſtunden in den Oberklaſſen ganz be- 
deutfend vermehrt worden. I< glaube, in München ſind 
in den Oberklaſſen wöchentlich 5 bis 7 Handarbeitſtunden, 
weil man richtig und klar erkannt hat, wie wichtig der 
Handarbeitsunterricht für die Mädchen iſt. Das für fo 
überflüſſig angeſehene Stricken iſt jezt in der Zeit der Not 
wieder zur Geltung gekommen. Wäre der Krieg 10 Jahre 
jpäter gekommen, hätten unſere Hamburger Mädchen nicht 
für unſere Baterlandsverteidiger Strümpfe uſw. ſtricken 
Können, denn nadh unſerm jeßigen Lehrplan iſt es aus- 
geſchlojjen, daß unſere Mädchen ordentlich ſtricke? lernen. 
Wenn ein Mädchen während ſeiner ganzen Schulzeit nur 
ein Paar Strümpfe und einen Füßling ſtrickt, lernt es 
nicht ſelbſtändig Strümpfe ſtricken. Die Schulſynode macht 
jezt ſogar noc< den Vorſchlag, daß ſo unentbehrliche 
Namenſticken zu ſtreichen. In jedem ordentlichen Haus- 
halt iſt die Wäſche gezeichnet. Es iſt kein Luxus, es iſt 
eine Notwendigkeit. Ein Taſchentuch kann niemand für 
jein eigenes erklären, wenn es nicht mit ſeinem Buchſtaben 
verſehen iſt. Zwei, ja drei Familien trocken oft gemein- 
ſchaftlich auf einem Boden die Wäſche. Nur an dem ge- 
ſtickten Namen kann jeder ſein Eigentum wieder erkennen. 
 
23. Zatrgaug. Sgennabend, den 27. Februar 1915. Hr. 9. 
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Es wird vielleicht der Einwand gemacht werden, daß 
man ſich geſtickte Buchſtaben kaufen und einnähen Kann. 
Aber eine ordentliche Hausfrau tut das nicht, denn Der 
eingenähte Buchſtabe kann mit Leichtigkeit herausgetrennt 
werden. Selbſt gezeichnete Wäſche iſt bisher immer der 
Stolz der deutſchen Hausfrauen gewejen. 
Außerdem iſt das Namenſticken die Grundlag2? zur 
Kunſtſtickerei. Wer das Namenſticken richtig gelernt Hat, 
kann jede Stickerei, die in ſchrägem md geradem Platt» 
ſtich ausgeführt iſt, gut anfertigen,“ iſt alſo imſtande, leichte 
Biumen, Ranken und die verſchiedenſten Muſter zu ſticken, 
denn dieſelben Rege!n, die für das Namenſticken gelten, 
gelten auch für die einfache Kunſtſtickerei. 
Wenn das ſo unentbehrliche Namenſticken geſtrichen 
wird, werden unſere Mädchen nicht mehr in den feinen 
Handarbeitsgeſchäften angeſtellt werden. Die gut geſtellten 
Eltern werden ihren TöchternPrivatſtickunterrichterteilen lajſen, 
damit ſie daß ſo unentbehrliche Namenſticken erlernen; die 
Unbemittelten werden darauf verzichten müſſen. 
Leider haben die Privathandarbeitsſtunden ſeit der Ein- 
führung des neuen Handarbeitslehrplanes ſehr überhand 
genommen. Die großen Mädchen aber klagen ſtets dar- 
über, daß ſie in den Privathandarbeitsſtunden ſo wenig 
lernen, es iſt ein Hin- und Hererkundigen nach guien 
Privathandarbeitslehrerinnen. 
Wenn durchaus im Intereſſe des Haushaltungsunterrichts 
zwei Stunden geſtrichen werden müſſen, wäre es nicht rat- 
jamer, neben der Naturlehre eine Zeichenſtunde zu ſtreichen ? 
Das ſind Unterrichtsfächer, die für Mädchen nicht ſo unbe- 
dingt nötig ſind wie der Handarbeit5unterricht. 
M. Consbrud. 
Aus Hamburg. 
Unſere Spende. Für Januar iſt nachträglich noch 
Eingegangen : 
 
„Kriegshilfe Rotes Kreuz 
Streſowſtr. 20 120,00 35,00 
Seilerſtr. 41. 68,00 35,00 
Paulinenſtr. 6 . . - . . - 70,00 100,00 
Hübbesweg 9. . . . ie 25,00 55,00 
Vierländerſtr. 77 . 83,00 51,00 
Schwenckeſtr. 100 . 65,00 110,00 
Bürgerweide 21 . . 50,00 35,00 
Neuengamme. «u u u ws + + 2,00 -- 
Herr Liebeg . uu + + 20,00 --
	        
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