Full text: Arbeiter-Jugend - 16.1924 (16)

Urbeiter-Jugend | 953 
Mimen 
 
130 über mehr als einen Raum verfügten. Jugendheime und alle Zuſammenkünfte 
der Jugendlichen waren in. den erſten Monaten des Krieges überfüllt. Wieviel 
auch die durch den Kriegszuſtand herbeigeführte Einſchränkung der öffentlichen Ge- 
legenheiten der Zerſtreuung und. des Vergnügens zu diefem Ergebnis beigetragen 
haben möge, die Tatſache an, ſich ſtellte auf jeden Fall der Bewegung und der 
Tätigkeit der Jugendleiter das beſte Zeugnis aus. Freilich konnte in dieſen Wochen 
und Monaten andauernder Erregung der Gemüter von einer intenſiven Bildungs- 
arbeit nicht geſprochen werden. Aber die jungen Arbeiter und Arbeiterinnen fanden 
hier eine Stätte, m" = JhGränft hätte, 
 
in der ſie ſern- die Kriegsein= 
ab vom geiſt- flüſſe von der 
betäubenden | FIR „Jugend fernzu- 
Kriegslärm ih- 6 Durm DIR. halten. -- War 
ren eigenen, alſo die Jugend- 
ſittlich = höheren 
Empfindungen 
Ausdruc> geben 
und einer ed- 
leren Geſellig- 
feit Ieben fonn- 
ten. : Inſofern 
hatte die bloße 
bewegung in 
ihrer Geſamts= 
heit den alten 
VJdealen treuge- 
blieben, ſo ver- 
ſuchten doch ein= 
zelne Führer 
der politiſchen 
Tatſache der Arbeiterbewe- 
Exiſtenz der Ju- gung ihre an= 
gendbewegung Ddersgerichtete 
während des 
Krieges einen 
nicht hoh genug 
zu veranſchla- 
genden erziehe- 
riſ<en Wert, 
politiſche Auf- 
faſſung über 
den Krieg in - 
die Reihen der 
ENE NN “ TE2 Z| Jugend zu tra= 
SEINE SINSSSZE LEUN - * J gen und ſie für 
 
 
 
 
jelbjt wenn ti c Die Weit in Waffen. den „Krieg 3 
ſich nur neg aiiv Zeichnung von Honor& Daumier. b egeiſtern, , Ja, 
betätigt, d. h. (Zu dem Artikel „Mit der Feder wider das Schert“,) ſie zur freiwil- 
ſich darauf be- willigen Mel- 
dung zum Kriegsdienſt zu veranlaſſen. Das waren, wie erwähnt, Erwachſene, 
und zumeiſt ſolche älteren Semeſters. 
Was Wunder, wenn dieſe Sirenengeſänge einige Jugendliche berauſchten; in- 
Deſjen zeigte ſich die große Maſſe der Jugend unbeeinflußbar. Nach einer zweifellos 
nicht vollſtändigen Statiſtik hatten ſich bis zum 31. März 1915 783 Jugendliche ge- 
ſtellt, zum überwiegenderen Teil als Samariter. Ko rn bemerkt in ſeiner „Geſchichte 
der Arbeiterjugend“ zu der freiwilligen Stellung Jugendlicher zum Kriegsdienſt ſehr 
richtig, daß es damit ſeine eigene Bewandtnis hatte; ſie war „vielfach, und gewiß 
traf das auch auf die Mehrzahl der in Frage kommenden Jugendführer zu, kein 
Ausfluß hervorragender Kriegsbegeiſterung der Freiwilligen, ſondern wer ſich 
meldete, war ohnehin ſicher, in nächſter „Zeit ſeine Einberufungsorder zugeſtellt zu 
erhalten, und Die freiwillige Meldung ſchloß die Vergünſtigung ein, daß der Kriegs» 
teilnehmer ſich jeinen Truppenteil ſelbſt auswählen konnte. Nicht wenige auch ver- 
anlaßte in den erſten Tagen und Wochen des Kriegszuſtandes der Zuſammenbrucd)
	        
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