Full text: Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 2.1879 (2)

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20. August 1870 zunächst für unbestimmte Zeit es in die Hand der Landes-Schul- 
behörden der einzelnen Länder gelegt, in Bezug auf die Erfüllung der Schulpflicht der 
dreizehn- nnd vierzehnjährigen Kinder auf dem Lande sehr wesentliche Erleichterungen 
eintreten zu lassen. Aus den wiederkehrenden Kundgebungen in mehrern Landtagen muß 
gefolgert werden, daß den Bedürfnissen nach Erleichterungen in den Landschulen nicht 
überall in genügender Weise entsprochen ist. Ich fordere die Landes - Schulbehörden 
hiermit auf, eine Revision der bezüglichen Einrichtungen der Schulen auf dem Lande 
in allen Bezirken ungesäumt zu veranlassen und nach Bedarf die im Sinne des § 13 
der Schulordnung nöthigen Anordnungen zu treffen. Jedenfalls können in Bezug auf 
den Schulbesuch der Kinder im dreizehnten und vierzehnten Lebensjahre an Schulen in 
geschlossenen Ortschaften und engbegrenzten Schulsprengeln höhere Anforderungen gestellt 
werden, als an Schulen, welche kraft der festgesetzten Einschuluirg auch von Kindern 
entlegener Ortschaften besucht werden müssen. Bezüglich der Schulen, deren regelmäßigem 
Besuche ganz besondere Schwierigkeiten entgegenstehen, wird es genügen, wenn für die 
Kinder der zwei letzten Jahresstufen bis auf weiteres der Schulbesuch auch nur auf 
zwei Tage in der Woche mit je drei Unterrichtsstunden beschränkt werden wird. In 
Betreff der einklassigen Schulen auf dem Lande weise ich noch insbesondere auf den 
zulässigen Halbtags-Unterricht hin." 
29. April 1879. Schulprämien. Der Unterrichtsminister gibt bekannt, daß die 
Schul- und Unterrichts-Ordnung vom 20. August 1870 es nicht ausschließen, „daß 
fleißige und gesittete Schüler der allgemeinen Volks- und Bürgerschulen bei geeigneten 
Anlässen mit geeigneten Büchern beschenkt werden." 
—C^O O0<> O 
Verantwortlicher Redacteur: L. M. Herberich in Donauwörth.
	        
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