Full text: Wochenschrift für katholische Lehrerinnen - 37.1924 (37)

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Bei der Einziehung von Schulstellen mutz, soweit es sich um aner. 
kannte Mittelschulen und anerkannte höhere Mädchenschulen handelt, darauf 
geachtet werden, daß die Bestimmungen über die Vorbildung der Lehr 
kräfte an solchen Schulen nicht verletzt werden und die Mittelschulen 
echsklassig bleiben. Beschließt der Unterhaltungstrager — was ihm, 
a es sich um eine freiwillige Einrichtung handelt, an sich nicht verwehrt 
werden kann — den Abbau der untersten (sechsten) Masse einer aner 
kannten Mittelschule, so ist er vor der schulaussichtlichen Genehmigung 
dieies Beschlusses ausdrücklich daraus hinzuweisen, daß die Ausführung des 
Beschlusses das Ausscheiden der Schule aus dem Meise der anerkannten 
Mittelschulen zur Folge hat. 
Über die zur Einziehung gelangenden Schulstellen haben die Regierung 
eine Kontrolle zu führen und erstmalig zum I. Mai 1924 eine Nachweisung 
der zur Einziehung genehmigten Stellen unerinnert vorzulegen. 
Z. Durch die Einziehung von Schulstellen wird eine Anzahl von Lehr» 
Kräften entbehrlich. Diese werden aus ihren Ämtern auszuscheiden haben, 
pnd zwar kann das Ausscheiden erfolgen: 
s) durch Versetzung an eine andere mittlere Schul« oder auch an eine Volks 
schule. Erfolgt die Versetzung in eine Stelle von geringerem Range und 
mit geringerem planmäßigen Diensteinkommen, so behält der versetzte 
Lehrer seine bisherige Amtsbezeichnung und muß von dem bisherigen 
Unterhaltungstrager — nicht etwa von der Landermittelschulkasfe — 
den Unterschiedsbetrag zwischen seinem jetzigen Viensteinkommen und 
dem, das er erhalten hätte, wenn er in seiner bisherigen Stellung ver 
blieben wäre, sowie im Falle des Übertritts in den Ruhestand den 
entsprechenden Unterschiedsbetrag des Uuhrgehalts gezahlt erhallen. 
Das Ensprechende gilt für die hinterbliebenenversorgung; 
d) durch Versetzung in den Uuhrstand, wo es sich um dienstunfähige Lehr 
kräfte handelt; 
e) durch Versetzung in den Ruhestand auch ohne Dienstunfähigkeit, wenn 
die Voraussetzungen des § 7 der PAV. vorliegen (vgl. § 68 Abs. 1 P6V); 
6) durch Versetzung in den einstweiligen Ruhestand; 
e) durch Entlassung noch nicht endgültig angestellter Lehrkräfte; 
k) durch freiwilliges Ausscheiden gemäß § 58 6bf. 2 des PAV., jedoch 
hier nur mit Zustimmung de- Rastenanwalts der Landesmittelschulkaste. 
Die Versetzung in ein anderes Amt, in den Ruhestand oder in den 
einstweiligen Ruhestand und die Entlassungen sind von der Schulaufsichts 
behörde auszusprechen. Bei der Auswahl der auszuscheidenden Lehrer, 
soweit dar Ausscheiden nicht auf eigenen Antrag der Lehrkräfte erfolgt, 
gelten die in §§ 20—22 der PAV enthaltenen Grundsätze. Selbstverständlich 
muß dabei auch Rücksicht darauf genommen werden, für welche Fächer 
Lehrbefähigungen erforderlich find. 
Ist die Verminderung der Schulftellen bei einem SchuUastenträger 
stärker als bei anderen, fo wird in geeigneten Fällen im Wege der ver- 
jetzung im Interesse des Dienstes zur Vermeidung des Ausscheidens tüchtiger 
Lehrkräfte ein Ausgleich zu schaffen fein. Indessen sind Versetzungen nur 
nach eingehender Prüfung in ganz seltenen Fällen zu verfügen. Der Erlaß 
vom 26. Januar 1924 - U III E 110, U 111 D lZentr.-BI. f. d. U. V. 
S. 49) ist zu beachten. Ich behalte mir vor, eine Nachweisung über die 
erfolgten Versetzungen einzufordern. 
4. Das Verfahren bei der Auswahl der Lehrkräfte bleibt in der Regel 
der Regierung überlassen. Ls bleibt ihr auch überlassen, schon aus eigener 
perfonenkenntnis Lehrkräfte für weniger geeignet und für das Ausscheiden 
in erster Linie in Frage stehend auszuwählen. Indessen ist dem Unter- 
Haltungsträger vor der einstweiligen Versetzung in den Ruhestand Gelegen 
heit zur Stellungnahme zu geben. Die Unterhaltungsträger, bei denen 
Stelleneinziehungen erfolgen, sind aufzufordern, Vorschläge zu machen und 
diese zu begründen. Rommen sie dieser Aufforderung innerhalb einer kurz 
bemessenen Frist nicht nach, bleibt die Entscheidung der Regierung über- 
lassen. Indessen mutz vor der Versetzung in den einstweiligen Ruhestand 
auch der Rastenanwalt der Landesmittelschulkasse gehört werden (vgl. § 61 
PAV). Line Delegation auf den Beauftragten des Rostenanwalts ist be 
absichtigt. 
5. Im Interesse des Staates und der Schnlunterbaltungsträger liegt 
es, wenn alle Arbeiten mit möglichster Beschleunigung erledigt werden, 
und ich mache dies den Regierungen zur besonderen psiicht. Erstmalig 
sehe ich einem eingehenden Bericht der Regierung bis zum 1. Mai 1924 
entgegen. 
Aus unserem Verein. 
Unsere Hauptversammlung 
sindet — wie schon gemeldet — in Paderborn statt. 61s Leitgedanke 
6er Verhandlungen ist gewählt: Die Jugend, unsere Sorge und unsere 
Hoffnung. In drei üffsntlichen Versammlungen werden d:e Rot der schul 
pflichtigen Jugend, Probleme der Jugendbewegung und unsere Einstellung 
zur Jugend und ihren Röten behandelt werden. In drei Mitgliederoersamm- 
iurtgen werden die Anträge und andere Vereins» und Standesangelegen- 
hsiten besprochen werden. Für einzelne Gruppen der Lehrerinnen sind 
besondere Sitzungen vorgesehen, so für die Abteilung für höhere Mädchen- 
bildung, für die Lehrerinnen an Mittelschulen, für den Bund der Lehramts» 
vewerberinnen und für die pensionierten. 
Line genaue Tagesordnung wird noch bekanntgegeben. 
Anfrage an die hauplverfannnrung. 
Zweiter Antrag. 
Die Hauptversammlung des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen 
Dolle beschließen: 
Das „Deutsche Gut" stelle sich in einem besonderen Ausbau in den 
Vr-n'lt des karelischen ReligionsuntmicUcs, um dieses wichtigste Unterrichts 
fach durch Herausgabe geeigneter religiöser Lektüre für Rinder und Jugend» 
liche in geeigneter weise zu unterstützen. 
Gez.: Amalie potz. Frankfurt a. M.. Maria Sckeibengraber, Sybille Mauer 
Therese weidendusch. Elise Weber, Maria Thyssen. T. van Rossum. ' 
M. Rarste, F. potz, E. wirst,g. E Heineck, B. Schramm. 
Mitglieder des Bezirksoereins Frankfurt a. M. 
Dritter Antrag. 
Die Hauptversammlung wolle beschließen, „Wochenschrift und Mädchen, 
bildung" zu einer groß angeleglen pädagogischen Zeitschrift zu verbinden. 
Begründung: Außer praktischen Erwägungen spricht dafür der innere 
Grund, daß alle im v. k. d. L. zusammengeschlossenen Mitglieder sich als 
eine große Bewegung des Mädchenbilüungs- und Erziehungswesens auf 
fassen und alle einschlägigen Fragen für die Gesamtheit in einer gemein 
samen Zeitschrift besprochen werden müßten. 
ver Bezirksverein Bochum und Umgegend. I. 6.: L. Lücke, 1. vors. 
vierter Antrag. 
Die Hauptversammlung wolle beschließen, eine Verbindung von Redaktion 
und Verlag der Zeitschrift am gleichen Drt anzustreben. 
Begründung: Die große räumliche Trennung zwischen der Redaktion 
in Berlin und dem Verlag in Paderborn erschwert eine schnelle Bericht 
erstattung von oft wichtigen Mitteilungen und weist unsere Mitglieder auf 
eine schneller berichtende Presse. 
ver Bezirksverein Bochum uild Umgegend. I. A.: E. Lücke, 1. vors. 
Fünfter Antrag. 
Die Hauptversammlung wolle eine gemeinsame Rornreise des v. k. d. L. 
für die (Osterferien 1925 beschließen, 
ver Bezirksverein Bochum und Umgegend. I. A.: E. Lücke, 1. vors. 
Sechster Antrag. 
ver v. k. d. L. wolle sich an den zuständigen Stellen für eine Anrech 
nung der unfreiwilligen Wartezeit der Bewerberinnen für Besoldungs» und 
penfionsfähiges Vienstalter einsetzen, 
ver Bezirksverein Bochum und Umgegend. I. A.: E. Lücke, 1. vors. 
5tanderkarita§ im v. k. d. £.. Soppard a. Rhein, Marienheim. 
Postscheckkonto Nr. 26986 Amt Röln. 
Eingänge vom 22. Februar bis 3l. März: 
Bezirksvereine: Limburg 22^, Erfurt 10, Neuwied 167, Erkelenz 
12,25, Allenstein 78, hohenzollern 21, Reiste 11, wanne.Eickel 21,60, Trier, 
hermeskeil 20, Wurmrevier 7, Eleve 52, Düren 15, Loblenz 12. (Osterfeld 24, 
51. Goar 17, Barmen 10, Vüsteldorf 16,20, Beuthen 16, Dortmund-Land- 
Gst 37. Mayen 45. Mülheim-Ruhr 13.50, Remagen 14,50. 
EinzeUpenden: B. TD. in E. 10 st. Sch. in h. 2,50; 16. Schule 
in B.»Sch. 10, L. R. in G. 5, Verzicht auf Honorar 12, M. h. in R. 4,20, 
R. B. in F. 5. 
Blindenkafje: Bszirksverein Marburg 30 Beuthen 10, Mülheim- 
Ruhr 13,50, A. Sch. in h. 2,50. 
wir weisen nochmals darauf hin. daß wegen der hohen Unkosten weder 
besondere (Quittungen noch Zahlkarten verschickt werden können. Als 
Quittung dient die allmonatliche Veröffentlichung an dieser Stelle und unser 
herzlichstes „vergelt's Gott!" 
vezirkr- und Zweigvereine. 
Berlin. Do., 24. 4., Ausflug nach Finkenkrug. Abfahrt vom Lehrter 
Fernbahnhof 9“ mit dem Varortzug (Rauener Strecke) bis Finkenkrug, 
von dort Wanderung bis Briefelang. Rückfahrt gegen 7 Uhr. Die Mit 
glieder werden gebeten, sich recht zahlreich an diesem Ausflug zu beteiligen. 
Sücftngen. Nächste Zusammenkunft, Mittwoch, 50. 4., 3 Uhr im Marien 
haus. Unsere Landesvorsitzende. Frl. Bsyerls wird bestimmt da fein, ver 
weit entfernt wohnenden Mitglieder wegen beginnt der offizielle Teil erst 
um 4 Uhr. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. Beiträge fürs heim 
nicht vergessen! 
Stellenvermittlung. 
Leiterin: E. Schulz, Berlin-Steglitz, Breitestraße 7. (Rückporto beilegen!) 
a) Strüenangrdote. 
Fam. i. Westerwald s. Erz. zur Pflege v. 2 Rind. v. 4 u. 2 I. u. zur 
Unterstützung im Haushalt. (65.) 
Fam. i. Rheinl. f. mufik. Lehr, zu 2 Rn. v. 11 u. 12 I. u. 1 Mäd. 
o. 10 I. Hilfe im haush. (64.) 
Fam. i. Rheinld. f. Rinderpfleg, zu 2 Rind. v. 2Z4 I- u. 7 Mon. Hilfe 
im Haushalt. (65 ) 
Fam. i. Rheinld. f. Hausdame, die in Haus u. Garten mitarbeitet; 
2 Rind. v. 8 u. 10 I. (66) 
Lyzeum v. Schwestern geleitet f. Lehr. f. Turnen, Handarb., Zeichnen, 
wrrkunt. (71.) 
haushaltungspenf. f. Lehr, zur Erteil, v. 4 Std. wöchentl., Beaufsichtigen 
der Pensionärinnen bei fr. Station u. Taschengeld. (68.) 
v) SteSengesuchr. 
Für Volksschulen u. für Lyzeen gepr. Lehr., z. Tl. musikalisch, A. H; 
mit Lateinkenntnisssn im Alter v. 20—60 I. suchen Stellung.
	        
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