Full text: Wochenschrift für katholische Lehrerinnen - 37.1924 (37)

Mit monatlicher Beilage „Die ^unge Leiterin". 
Nr. 
57. Jahrgang 
Paderborn, \7, Mai 1(92-* 
Inhalt: Einladung zur Hauptversammlung 5. 137. Mleinek, Frauen 
arbeit und Kultur S. 157. Hl. K., klssoziation und Religion S. 140. Map, 
Einführung in die Sütterlinschrist 5.141. päd. Rundschau: Schulprogramm 
der soz.-demokr. Partei 5. 142. Musik und Schule S. 142. klus der Zeit: 
Christliche Kunst, Amtliches: Stellenbeitrag zur Landesmittelschulkasse. 
Fachliche Verufsschulung der Ivohlfahrtspflegerinnen. Aus unserem ver 
ein: Anträge. Ivohnungsanmeldungen. vereinsleitung. Presseausschutz. 
Unterstützungskasse. Liboriushaus. heim Zoppot. Kursus Pyrmont. Gautag 
Stolberg. Gaulag Krefeld. Mustersatzungen. Bezirks-u. 3weigvereine. 
Merktafel. Bücherbesprechungen. Stellenvermittlung. 
Einladung zur 39. Hauptversammlung 
der Vereins kaih. deutscher Lehrerinnen in Paderborn 
Pfingsten \92$. 
Liebe Vereinsschwestern! wie schon in unseren Zeitschriften bekannt 
gegeben wurde, haben wir paderborner Lehrerinnen in den pfingst- 
tagen die Ehre und Freude, Euch aus allen deutschen Gauen bei 
uns begrüßen zu dürfen. 
Eigentlich war Düsseldorf a's Grt der Tagung ausersehen. aber 
verschiedene Gründe haben unseren Hauptvorstand zu dem Entschluß 
gebracht, als Tagungsort der diesjährigen Versammlung Paderborn 
zu wählen, hat der Name der paderstadt auch nicht den Klang 
wie die weithin bekannte Düfselstadt am Nhein mit ihren hoch 
modernen Bauten, Straßen und Theatern, mit ihren Sehenswürdig 
keiten modernster Plastik und Malerei, und ziehen auch die hiesigen 
Verhältnisse unserer Tagung gewisse enge Schranken, so haben wir 
Paderborner Vereinsmitglieder doch Mut und Tatkraft genug, die 
ganze große Anzahl Kolleginnen aus allen deutschen Gauen zur dies 
jährigen Hauptversammlung nach Paderborn herzlichst und freudigst 
einzuladen, denn: 
wir bieten Euch eine in der Bähe des Teutoburger Waldes 
idyllisch gelegene, althistorische, mit berühmten Kirchen und 
Schätzen reich gesegnete Bischosstadt, 
unsere Mitbürger aller Stände und Berufe werden durch 
Gastlichkeit und Gemütlichkeit in allbekannter wcstfalenart 
Euern Aufenthalt in jeder Hinsicht angenehm zu gestalten 
suchen, 
die kirchlichen und weltliche!: Behörden werden durch Zuvor 
kommenheit und weitgehendste Unterstützung unsere ernsten, 
wichtigen Verhandlungen fördern. 
Liebe Vereinsschwestern! In flammenden Lettern steht über 
unserer Hauptversammlung das Motto: „Die Jugend, unsere Sorge 
und unsere Hoffnung". Wo konzentriert sich mehr Jugend als in 
unseren dichtbevölkerten Industriestädten an Rhein und Ruhr- wo 
drohen ihr größere seelische und körperliche Gefahren, wo anderseits 
spielt die Frage der sittlichen und physischen Erstarkung der Jugend 
eine größere Rolle als im Industriegebiete! Paderborn liegt an 
der Peripherie des Ruhrbeckens, uns hier in Paderborn durchzittert 
der pochende Pulsschlag des Industriekindes. Unsere Tagung hier 
in Paderborn wird noch gewissermaßen das Stoßen und hämmern 
der schweren Walzwerke da drüben verspüren und den glühendroten 
Himmel am fernen Horizont leuchten sehen. 
Paderborn ist zugleich auch die wiege des Bonifatiusoereins, 
der das ganze große Diasporagebiet zu betreuen hat. 
Darum auf, Ihr lieben Kolleginnen von Nord und Süd, von 
(Vst und west! Eilt herbei aus Stadt und Land, Ihr werdet mit 
neuer Begeisterung und frischem Mute wieder heimwärts ziehen. 
Für den Bezirksverein Paderborn: M. Kösters, Vorsitzende. 
Oer Ehrenausschuß: 
Dr. Easpar Klein, Bischof von Paderborn, Vorsitzender des Ehrenausschusses; 
Heinrich hähling v. Lanzenauer, Weihbischof von Paderborn, stellv. Vor 
sitzender, geistl. Beirat des Bezirksvereins Paderborn; Schwester Alexia, 
Direktorin der Studienanstalt St. Michael; Lehrer Ators; Domkapitular 
Bartels; Studienrätin Broekmann; Reg.-u. Schulrat Ewers (Minden); Dom 
kapitular Gabriel; Schwester Gabriele, Generaloberin des St. Michaels 
klosters; Bürgermeister Gerbaulet; Seminardirektor Gründer; Oberbürger 
meister Haerien; Frau hunold; Schwester Hurtulana, Gen.-Dberin der 
Schwestern vom HI. Vinzenz von Paul; Köthenbürger, Landtagsabgeord- 
neter; Frau Küther; Landrat v. Laer; Frau Lammerskötter; Seminar 
direktor Laumanns; Dompropst Dr. Linneborn; Pfarrer Menne; Schul 
rat Mitzenius; Prof. Dr. Müller; Schwester Dttonia, Gen.-Dberin der 
Schwestern der christlichen Liebe; Domkapitular Prof. Dr. Peters; Frau 
Peters; Lehrer Rittmeister; Generalvikar Rosenberg; Frau Rüsing; Frau 
Sarrazin; Frau o. Schlechtendahl; Pfarrer Schmidt; Lehrer F. Scholand; 
verlag'buchhändler Ferdinand Schöningh; Frau Schreckenberg: Landgerichts 
direktor Dr. Schultz; Propst Steimann; Graf Stolberg-Westheim; Pfarrer 
Struck; Chefredakteur Walter; Frau Direktorin witkop; Direktor Wulf. 
Zrauenarbeit und Uultur. 
von Elisabeth Mleinek, Berlin. 
(Schluß.) 
III. 
Die Umwertung aller werte im letzten Jahrhundert hat auch 
die Familie ergriffen und die Frau in den Kampf des Arbeitsmarktes 
gezogen. In der Sorge wegen der Konkurrenz sucht der Mann die 
Frauenarbeit zurückzudrängen und hofft dies am besten zu erreichen, 
wenn er die „Inferiorität" der Frau „beweist". Uber dies ist erst 
das Ende einer langen Entwicklungsreihe. Es ist bekannt genug, 
wie die Maschine der Frau immer mehr Arbeitsgebiete abnahm. 
Man hat diese Entwicklung auf die Formel gebracht: die Frau ist 
ihrer Arbeit nachgegangen. Das klingt einfach, aber es umschließt 
Kampf und Not. Die Frau mußte Hemmungen überwinden, die in ihr 
selbst liegen, Hindernisse übersteigen, die die Familie aufrichtete. 
Schranken durchbrechen, die die Gesellschaft errichtet hatte. Denn 
die Umstellung war ja nicht plötzlich da. 
Gleichviel ob innerer Drang oder wirtschaftliche Notwendigkeit 
die Triebfeder war - die ersten außerhäuslich tätigen Frauen stellten 
sich außerhalb der Gesellschaft. Die Tätigkeit in der Familie war 
eben die Aufgabe der Frau. Ist es da ein Wunder, daß die Frauen, 
deren Wesen nach Ganzheit verlangt, die einfach, ungekünstelt und 
ungespalten sind, versucht haben, sich für ihre frauliche Aufgabe zu 
erhalten, indem sie die außerhäusliche Arbeit nur als notwendiges 
Übel ansahen? Sie mußte sehen, wo sich ihr eine Lücke bot, in die 
sie einspringen konnte. Mühsam und beschwerlich war ihr weg. 
Venn auch die ledige Frau war für die Familie erzogen. Sie war 
gelehrt worden wenn sie schon beruflich arbeiten mußte — die 
Zeit der Arbeit nur als Übergang anzusehen. Ihre Hauptaufgabe 
war, Hausfrau und Mutter zu werden. Um sich für diese Aufgabe 
zu bewahren, gab sie innerlich der Arbeit nur soviel Raum, al? 
T
	        
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