Full text: Wochenschrift für katholische Lehrerinnen - 37.1924 (37)

Nr. ^8 
37. Jahrgang 
Paderborn- 20. Dezenrber X93^ 
3illjöU: Bus der Weihnachtsmette S. 46t. Mleinek, Sur preußischen 
Statistik über das volkffchulwesen 1921 S. 461. Timpe, was kann die 
Schule für das Buslandsdeutschtum leisten? S. 463. Mädchenbildung S. 464 
Meinungsaustausch: Rikolausfeier. Weihnachtsspiel. Amtliches: 
Unterhaltungsbeihilfen. Meldungen zur Prüfung. Bus unserem verein: 
Romreise. Deutsche Lehrerinnen im Busland. Rufenthalt im Busland. Unter, 
stützungskasse. Mission-ausschuß. Sewerbelehrerinnen. heim Konstanz. 
Minden. Bezirks- und Zweigvereine. Merklasel. Bücher 
besprechungen. Stellenvermittlung. 
Aus der Weihnachtsmette. 
Christus ist UNS geboren, kommt, laßt UNS anbeten! 
Kommt, laßt uns dem Herrn Freudenlieder singen, 
Lagt uns dem jungen Tag zuvorkommen mit Lobpreis 
Und in Psalmen ihm zujubeln. 
Christus ist uns geboren, kommt, laßt uns anbeten! 
Denn der Herr ist der große Gott, 
Oer große König über alle Könige, 
(Nicht wird er sein Volk verstoßen.) 
3n seiner Hand trägt er die weite Welt, 
Oie hohen Berge hat er aufgetürmt. 
Kommt, laßt uns anbeten! 
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Das Volk, das im Finstern wandelt, schaut große helle; 
Den Bewohnern des finstern Landes erglänzet ein'Licht. 
Du gewährest reichen Jubel und große Freude vor dir, 
Wie Erntesreude, wie Jubel bei Beuteverteilung, 
Denn das lästige Joch zerbrichst du wie am Tage Madians, 
Und die Stäbe am Nacken, den Stock des lästigen Treibers. 
Denn einKind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt, 
Der wird tragen die Herrschaft, ihn wird man nennen: 
Wunderrat, starker Gott, Vater der Zukunft, Friedcns- 
fürft. 
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„Tröstet, tröstet mein Volk", spricht euer Gott, 
„Jerusalem redet zu herzen und rufet ihm zu! 
Denn ausgedient hat es bereits, bezahlt seine Schulb; 
Oenn doppelt empfängt es aus Gottes Hand für alle seine Sünden. 
Kns, auf, zieh an deinen Schmuck, o Sion, 
Zieh an deine Pracht. Jerusalem, heilige Stadt! ' 
Groß ist der Herr und allen Ruhmes würdig 
3n unserer Gottesstadt. auf seinem heiligen Berg. 
Fest steht zur Freude der ganzen Welt der Sionsberg, 
Oie Stadt des großen Königs. 
Gott hat sich wunderbar gezeigt an ihren hohen Baut-n. 
Da er sie schützte. 
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4- 
Du hast dein Land gesegnet, o Gott, 
hast abgewendet die Knechtschaft von Jakob, 
vergeben hast du die Missetat deines Volkes, 
hast zugedeckt all ihre Sünden. 
Du hast besänftigt deinen Zorn . . . 
Mit einem Blick gibst du uns das Leben wieder, 
Und dein Volk wird sich in dir erfreuen. 
Erzeig uns deine große Barmherzigkeit 
Und wende uns deine Erlösung zu. 
Ich lausche, was in mir der Herr Gott spricht: 
von Frieden redet er zu seinem Volke, 
Sein heil ist denen nahe, die ihn fürchten; 
Uns unserer Erde wird wieder feine Herrlichkeit wohnen. 
Da werden Erbarmen und Treue wieder freundlich sich 
begegnen: 
Gerechtigkeit und Friede küssen sich. 
Treue erblüht aus der Erde hervor, 
Gerechtigkeit blickt versöhnt vom Himmel herab. 
* * 
* 
Du bist der schönste unter den Menschenkindern, 
Unmut ist ausgegossen über deine Lippen. 
Es siehe uns bei die Liebe und Barmherzigkeit dessen, der mit 
dem Vater und dem heiligen Geiste lebt und regiert in alle Ewig. 
keit. Umen. 
Zur preußischen Statistik über das Volksschuiwesen \92\, 
von Elisabeth MleineK, Berlin.Steglitz. 
Das Statistische Landesamt hat die Ergebnisse der Schulstatistik 
aus dem Jahre 1921 in einem stattlichen Bande veröffentlicht. In 
der vorigen Nummer haben wir die Hauptsachen über die Volks 
schulen in einigen Tabellen veröffentlicht und hoffen, so einem Be 
dürfnis entgegengekommen zu fein, das besonders bei all denen 
stark ist, die an irgendwelchen Rufgaben schulpoliiischer Urt arbeiten. 
3m folgenden soll der versuch gemacht werden, aus der Fülle des 
Materials Einzelheiten herauszugreifen, die gerade für uns von 
größtem Interesse sind. 
Oie Einleitung der Statistik von Rcgierungsrat Dr. Keller be 
handelt zunächst die Frage der Schulorte und der Zahl ihrer Schulen. 
Dabei und bei dem Verhältnis der Eigen- und Gesamtschulverbände 
ergibt sich ein auffallender Unterschied zwischen den östlichen und 
westlichen Provinzen. 3n beinahe 18 000 Gemeinden gibt es keine 
öffentliche Volksschule, davon entfallen auf Ostpreußen allein beinahe 
4000, Brandenburg (ohne Berlin) 2000, Pommern 2000, Nieder 
schlesien 3700 und Oberschlesien 1000, auf die anderen Provinzen 
zusammen etwa 5000. Ein ähnliches Verhältnis besteht bei der 
Verteilung der Ligen- und Gesamtschulverbände auf die Provinzen. Im 
Osten wiegen die Gesamtschulverbände vor, in Mitteldeutschland treten 
sie schon zurück, in Westdeutschland bilden sie etwa nur noch ein 
Drittel oder ein viertel der Ligenschulverbände. Der tiefste Grund 
liegt in der verschiedenen Regelung der Bodenfrage. 3m Osten gibt 
es Großgrundbesitz. Dur Gutsbezirk hat meist nicht genug Kinder, 
um eine eigene Schule zu haben — es könnten auch nur Zwerg 
schulen sein. Oft ist die Sache auch nur eine Finanzfrage. So ist 
anzunehmen, daß die vielen Gemeinden Ostdeutschlands, welche 
keine Schule haben, eben die Gutsbezirke sind. Die Statistik be 
schäftigt sich freilich nicht mit der Frage, woher es kommt, daß die 
Gutsbezirke, die doch eine verhältnismäßig große Bodenfläche besitzen, 
so kinderarm sind. hier liegen tiefgreifende soziale Probleme zu 
tage. Die billigsten Arbeitskräfte des Gutsherrn sind die polnischen
	        
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