Full text: Klassenorganisation der Volksschule - Munterkeit (5)

 
Körperhaltung -- Körperliche Züchtigung -- Korrektionsschulen -- Krämpfe 115 
weil auf den untersten Adern eine fast 
doppelt S0 hohe Blutsäule lastet. Auf Krämpfe 
diese Weise werden Sowohl Anschwellungen 
der Füſse als auch Erweiterungen der 1. Definition. 2. Hauptformen. 3. Vor- 
venen mit allen ihren unangenehmen Fol- 
gen erzeugt; auiserdem können Gelenk- 
bänder durch anhaltende Spannung gedehnt, 
Knochen durch ungleiche Belastung in 
ihrer Form verändert werden, wie dies 
alles Sich bei jugendlichen Individuen ge- 
wissger Berufskreisze findet. Die qurch 
längeres Stehen hervorgerufene körperliche 
Ermüdung hat auch geistige Abspannung 
im Gefolge, die Sich bei Kindern natür- 
jich früher zeigt als bei Erwachsenen. 
Läſsgt der Lehrer die Schüler Stehen, So 
muſs er ganz besonders Obacht geben, 
daſs es nicht zu lange geschieht; auch hat 
er Sich gegenwärtig zu halten, daſs die 
körperliche Kraft individuell verschieden 
iet und Überanstrengung die gröſsten Nach- 
icile hat. Es emptfiehlt Sich daher, das 
richtige Sitzen durch Stehen zu unter- 
brechen, nicht aber das Stehen vorherr- 
Schen zu lassen. 
Literatur: Parow. Studien über die phy- 
SikaliSchen Bedingungen der aufrechten Stellung 
und der normalen Krümmungen der Wirbel- 
Saule. Virchows Archiv. Bd. 31. -- H. Meyer. 
Die Mechanik des Sitzens mit besonderer Rück- 
Sicht auf die Schulbankfrage. Virchows Archiv. 
1867. Bd. 38. -- Siegmund, Aus der Werk- 
Stätte des menschlichen und tierischen Organis- 
mus. 1882. -- Staffel, Die menschlichen Hal- 
ungstypen und ihre Beziehungen zu den Rück- 
gratverkrümmungen. 1889. --- Dr. F. Schenk, 
Zur Schulbankfrage. Zeitschr. f. Schulgesund- 
neitspflege. 1894. -- Dr. W. Götze, Eine neue 
Steh- und Sitz- Schulbank. Zeitschr. f. Schul- 
gesundheitspflege. 1894. Dr. Dornblüth. 
Goetzes Sitz- und Stehschulbank. Zeitschr. f. 
Schulgesundheitspflege. 1895. -- Burgerstein- 
Netolitzky, Handbuch der Schulhygiene. 1895. 
-- Janke, Grundriſs der Schulhygiene. 2. Aufl. 
1901. -- Baginsky, Handbuch der Schulhygiene. 
3. Auf]. 1897. 
Berlin. 
OÖ. Janke. 
Körperliche Züchtigung 
S. Strafe 
Korrektionsschulen 
Ss. Rettungsanstalten 
 
Musgkelkontraktionen: 
kommen. 4. Behandlung während des 
Krampianfalls. 5. Weitere Behandlung. 
1. Definition. Man bezeichnet alle 
unwillkürlichen Musgskelkontraktionen als 
Krämpfe oder Konvulsionen. Zum Begriff 
; des Krampfes gehört also keineswegs die 
Ausbreitung der unwillkürlichen Kontrak- 
tionen über die ganze Körpermugkulatur, 
Sondern es kommen auch Krämpfe vor, 
welche nur eine Körperhälfte oder nur 
eine Extremität oder Sogar nur einen ein- 
zigen Muskel befallen. Ebenso ist der Be- 
wulstSseinsverlust kein konstantes Merkmal 
des Krampfes. Es gibt viele Krämpfe ohne 
Bewuſstseinsverlust. 
2. Hauptformen. Man unterscheidet 
zunächst a) Konvulsionen mit koordinierien 
die unwillkürlichen 
: Bewegungen gleichen hier den willkürlichen 
Bewegungen. 
So kommen z. B. unwillkür- 
liche Greifbewegungen vor, welche der 
willkürlichen Greifbewegung vollständig 
gleichen; Sie SInd nur krankhaft, insofern 
Sie unwillkürlich Sind: die Greifbewegung 
hat im Augenblick gar keinen Zweck und 
wird vom Kind gar nicht gewollt, b) 
toniSche Konvulsionen: Sie erwecken in 
keiner Weise den Schein einer Willkür- 
bewegung und sind aufserdem durch das 
länger währende Gleichbleiben der Inten- 
Sität der Kontraktion gekennzeichnet, c) 
klonisSche Konvulsionen: Sie ähneln wie 
die unter 2 aufgeführten toniSschen Konvul- 
Sionen gleichfalls den Willkürbewegungen 
nicht und Sind aufserdem dadurch ausge- 
zeichnet, daſs die unwillkürlichen Muskel- 
kontraktionen fortwährend von Er- 
Schlaffungen (MusgkelreSolutionen) unter- 
brochen werden. 
Auſser dieser Unterscheidung bezüglich 
der Form der Krämpfe ist eine Unter- 
Scheidung bezüglich des Gesamtverlaufs not- 
wendig. Man unterscheidet in der letzteren 
Hinsicht anfallsweise auftretende und Kon- 
tinuierliche Krämpfe. Erstere Sind viel 
häufiger als letztere. Der einzelne Krampf- 
anfall zeigt nicht immer während Seines 
ganzen Verlaufs dieselbe Krampfform, Son- 
dern er zerfällt oft in einzelne Stadien oder 
Phasen, deren Jede eine besondere Krampf- 
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