Full text: M. Karl Ehregott Mangelsdorfs Versuch einer Darstellung dessen, was seit Jahrtausenden im Betreff des Erziehungswesens gesagt und gethan worden ist

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- DEZTZDS 14:35 
hat, als liebten dergleichen Kinder ihren Vater uns 
ihre Mutter , fo iſt das doch nicht jene natürliche» 
ſondern eine erfünſtelte Liebe, welche ihren Grund 
in bürgerlichen Verhältniſſen undMeynungen hat.“8) 
Auch entwöhnt blieb das Kind unter den Händen 
griechiſcher Sklavinnen, denen man noch einen der 
unbrauchbarſten Sklaven zugab, welcher zu andern 
Geſchäften untauglich war. Die zarte Kindesſeele 
wurde. durch läppiſche Mährchen und Jmmoralitäe 
dieſer Leute verwahrloſet. Außerdem befümmerte 
ſich niemand im ganzen Hauſe darum, was ex in 
Gegenwart dieſes Kindes, ſeines fünftigen Heryn» 
xedete und that. Die Aeltern ſelbſt gewöhnten ihre 
Kinder weder zum Guten, noch zur Beſcheidenheit 5 
ſondern zur Ueppigkeit und Ausgelaſſenheit , w9- 
durch Unverſchämtheit und Geringſchäßung ſein 
ſelbſt und anderer nach und nach einſchleicht. 2) 
„Möchten wir doch nicht,“ ſagt Quinctilian, 5 
„die Sitten unſrer Kinder ſelbſt-verderben! Jens 
weichliche Erziehung, welche wir LTachſicht nens“ 
nen entnervt Geiſt und Körper, . Was ſoll nicht 
einſt der, Jüngling begehren, der als Kind in Pure 
pur herumfriecht ? kaum vermag er einige Worte 
zu lallen, fo verſieht er ſchon die Sprache des 
I 4 | Kochs. 
3) Gellins Buch. 12, Kap. x. 
h) Der Verfaſſer des Geſpräches vom Verfall, dep 
Beredtſamkeit. ? 
1) Im x Buche, 2 Kap, ſeiner Redekunſt, 
 

	        
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