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nicht gemeint ſein. Iſt man nun klar, wel eigentlich die Regulative meinen ?
Aber Kellner und Peſtalozzi meinen doh ganz ſicher die
Sokratik, wenn ſie von Ciern reden, die man nicht aus
leeren Neſtern nehmen kann ? Nein, gerade nicht , denn der
Sokratik fällt es nicht ein, Cier aus leeren Neſtern nehmen
zu wollen. Ja, aber wenn man bei Kindern ſie anwenden
will , iſt's do< ſo; im Kinde iſt noH€ nichts vorhanden ?
Falſc erſten Male in die Schule kommt, no das den Unterklaſſen-Kurſus dur Klaſſen eingerückt iſt. Können alfo Kellner und Peſtalozzi
in ihren Ausſprüchen von der echten und wahren Sokratik
reden? Liegt in ihren Ausſprüchen , daß bei Schülern , die
no< nicht über 13, 14 Jahre alt ſind, die Sokratik nicht
anwendbar ve
Wenn Kellner den Kateheten den Vorwurf macht: „ſie
katechiſiren tapfer darauf los, ſo daß Fragen und Antworten,
wie das Schifflein auf dem Webſtuhle, dahin fliegen“, ſie
katehiſirten „das Blaue vom Himmel herunter“, [vo trifft
dieſer Vorwurf in erſter Linie die „zergliedernde'“ Katehtſa-
tion. Da kann man den Kindern vorlegen, was man will,
und ſie antworten, wie man will. Die blos zergliedernde
Katechiſation muß dieſer Vorwurf treffen. ie ſokratiz
ſirende Katechiſation kann er nicht treffen, weil bei ihr „die
Antworten das Verſtändniß zeigen“ müſſen, nicht aber der
Stoff mit dem „Pfropfenzieher“ der Frage ſo herau8genom-
men wird, „ohne daß das Kind nur im Geringſten dabei zu
denken hat.“ 7
I Gebrau Sokratik nennen möchte , iſt gar keine Sokratik.
Nun no Was verſteht man unter ſokratiſiren ? Sind die Begriffe
nun entwirrt ? Die Leſer mögen bei ſich ſelbſt nachdenken.
In einem Aufſaße in Nr. 16 des dieSjährigen Jahrgangs
der „Sächſ. Schulzeitung“ heißt es, die ſokratiſche Lehrme-
thode habe den Kate in einen moraliſ - delt. . Wieder zwei neue Begriffe! Welchen Sinn haben ſie?
Do< ich will hiex nur um des nachfolgenden Ausſpruchs
willen an jenen Aufſatz in der „Sächſ. Schulzeitung“ erin-
nern: „Dinters Meirſterſ Auftreten der Leipziger Dioskuren, Plato und Dolz, errangen
der ſokratiſ land.“
Nach dieſeni Ausſpruche wird es gewiß erlaubt ſein,
Dintern als Repräſentant der ſokratiſchen Methode aufzu-
ſtellen. Dinter hat ausreichendes Material hinterlaſſen, um
an dieſem den Begriff der ſokratiſchen Methode zu entwickeln.
Die Dinter'ſc den Regulativen gemeinten ſogenannten Kateciſationen.
In einem nächſtfolgenden Aufſatze will ich daher ein Beiſpiel
der Dinter'ſ haben auch die Leſer Zeit, bei ſich ſelbſt die Begriffe zu ent-
wirren. Verwirrung iſt da, das läßt ſio nicht leugnen.
M. R.

Fagesgeſchichtliches und Feuilleton.
Bildungsanſtalten der Stadt Bremen. Die
Schulen der Stadt zerfallen in 3 Kategorien: A. Staats-,
B. Gemeinde- und C. konceſſionirte Schulen. Zur erſten
Klaſſe gehören: die Hauptſchule, die Bürgerſchule, 5 Frei-
ſchulen und die Neuſtadt8wallſ !

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fällt in 3 getrennte Anſtalten : Vorſchule , Handelsſchule und
Gymnaſium. Die erſtere hat Schüler vom 9.--11. Jahre
und gibt ſie dann an die beiden andern Anſtalten ab. Das
Sculgeld veträgt 28 Thlr., in den letzteren nach den Klaſſen
32 , 36 und 40 Thlr. Die Bürgerſ Abtheilungen Schüler vom 9.--15. Jahre. Schulgeld na<
den Klaſſen 14!/,--181/, Thlr. Die 5 Freiſ 36 Klaſſen. Der Unterricht iſt unentgeltlich; auch Bücher 2c.
werden geliefert. In der Neuſtadtswallſ Sculgeld für ein Kind 5 Thlr.; für Geſchwiſter iſt der
Preis ermäßigt.
B. Gemeindeſ Kirchen in Verbindung ſtehen. In denſelben ſind 36 Klaſſen.
Sculgeld beträgt, theilweiſe nah den Klaſſen, 5--8 Thlr.;
bei den Geſchwiſtern findet Ermäßigung ſtatt. Obwohl die
Kir dieſes auf die Schule -- die katholiſ keinen Einfluß. In allen Schulen der Stadt ſitzen Kinder
von lutheriſchen und reformirten Aeltern, in höheren auc<
die der katholiſchen und jüdiſchen friedlich neben einander.
Der konfeſſionelle Religion8unterricht wird von den Predigern
in den ſogenannten Konfirmandenſtunden gegeben.
C. Konceſſionirte Schulen ſind: 3 höhere Knabeninſtitute
(Schulgeld 121/;--50 Thlr.), 10 höhere Töchterſhulen
(Sc höheren Anſtalten (Schulgeld 4-10 Thlr.). Unter höheren
Sculen verſteht man hier ſol 12 Thlr. Schulgeld nehmen. Dieſe beſuchten am 1. Okt.
1864 3512, die Volksſ waren 1972 Freiſhüler. Den meiſten Anſtalten gibt der
Staat einen jährlihen Zuſchuß; derſelbe beträzt a. c. 85,260
Thlr. Keine Unterſtüzung erhalten die höheren konceſſio-
nirten Schulen, dagegen gehören zu den andern noh 2 nicht-
genannte Anſtalten, nämlich die Navigationsſchule und eine
für Handwerker und Künſtler. In letzterer wird jedo< nur
am Mittwo lich Unterricht im Zeichnen ertheilt.
Für die Schulen des Gebietes (mit 33,000 EC.) leiſter
der Staat außerdem einen Zuſchuß von 14,650 Thlr., ſo
daß die Geſammtſumme für Bildungs8zweke unſers kleinen
LYändchens von 104,000 E. ſich auf 99,910 Thlr. ſtellt. --
Jeder Schüler der Bürgerſchule koſtet dem Staate 23?'3 Thir.,
der Hauptſchule 22/7, der Freiſhulen 12 und einer der
übrigen Volksſ ie Aufſic zu, aus deſſen Mitte 5 Senatoren das Schular Sodann wählt die geſetzgebende Bürgerſ aus ihrer Mitte, welche mit den 5 ScholarhHen und 3 vom
Senate ernannten Lehrern die Sculdeputation bilden,
in welcher alle Shulangelegenheiten berathen und beſtimmt
werden. Dieſen Behörden ſind alle Staats= und alle kon-
ceſſionirte Schulen nur allein untergeordnet. Die Gemeinde=
ſchulen ſtehen zunächſt unter einer kir ſion, welhe aus dem Bauherrn, einem Prediger und einigen
vom Kir Der erſte Lehrer hat in derſelben berathende Stimme.
Eine andere Behörde iſt der Schulrath. Derſelbe beſteht
aus den Bauherrn der verſchiedenen Kirhen und einigen
Senatoren. Das Verhältniß dieſer Schulen zum Staat
wird in nächſter Zeit neu geregelt; die Bürgerſchaft dürfte
die jährlihen Zuſchüſſe von der Erlangung eines größeren
Einfluſſes auf dieſe Shuleii abhängig machen. -- Die Lehrer
aller Schulen befitzen eine Lehrfretheit, wie ſie nicht ſo leicht
in einem monarchiſchen Staate gefunden wird. Von Regle-
mentiren na und Stundenpläne entwerfen die Lehrerkollegien ; dieſelben
werden aber dem Scholarhate zur Genehmigung eingereicht.

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