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- = Im Vereine der Lehrerinnen Oeſterreich8 wurde ein Komite
gewählt, ſic<ß zu informiren, ob verheiratete Lehrerinnen für ihre
Perſon penſionsfähig ſind und ob im Falle ihres Ablebens ihre Kin-
der dieſelben Benefizien genießen wie die der Lehrer. Sollte dies nicht
der Fall ſein, ſo hat dies Komite die Vorarbeiten zur Erlangung dieſer
Berechtigungen zu vollführen. -
-- Das Leitmeritzer Konſiſtorium hat die Pfarrer ſeines Be-
reichs angewieſen, genau Buch zu führen und zu berichten, wie ſich die
einzelnen Lehrer gegenüber dem Religions8unterricht, den religi1öſen
Uebungen, dem Kirchenbeſuche u. ſ. w. verhalten, ob und wie oft ſie
ſelber die Kirche beſuchen ,. welhen Standpunkt ſie überhaupt der Kirche
gegenüber einnehmen. Der Leitmeritzer Bezirksſhulrath hat im Jnutereſſe
ver freien Stellung ſeiner Lehrer Proteſt gegen dies biſchöfliche Spionir-
ſiſtem erhoben. - | (A. öſt. L.-Z.)
-- Fürſt Auersperg, der öſterr. Miniſterpräſident, beehrte am
16. Juli jamt Familie Zelt am See mit einem Beſuche auf mehrere
Tage. Am 19. beſuchte der Fürſt die dortige Knaben- und Mädchen-
Viarktſ lejeu und rechnen, jonſt nichts. Ales das ging ganz gut und zur vollſten
Zufriedenheit. Bei dieſer Gelegenheit. bemerkte der Fürſt öffentlich in der
Schule: Leſen, Schreiben und RÄhechnen iſt das Allerwichtigſte und ſoll vor
allem anderen auf das eifrigſte betrieben werden, und ert wenn das gut
geht, kommen die anderen Gegenſtände an die Reihe. Wianche Lehrer,
bejonders junge, wollen in den Voiksſchulen viel zu gern nur den gelehr-
ten Profeſſor jpielen. Auf dem Wege von der Knaben- zur Mädchenſchule
bemerkte der Fürſt, daß leider manc viel die Nebengegenſtände, die Realtien, anſtatt der Hauptſache, der Ele-
mentargegenſtande, urgiren und erzählte unter anderem, in einem Kron-
lande habe der Statthalter die Schulen vor kurzem inpizirt und da woll-
ten nun die Lehrer vieljag zur Schau geben, wie gelehrt ihre Zöglinge
ſind und fingen gleich mit Phyſit u. dgl. an. Weg mit dem, erklarte der
Statthalter einfac, das Teſebuhß her! Zuerſt jolilen die Kinder leſen !
Nun hatte der Statthalter bald genug. Das Reſultat war für ihn die
größte Unzufriedenheit. .
-- Prof. L. Teimer hat am 18. Mai in der Generalverſammlung
des vorarlbergiſchen Lehrervereins zu Dornbirn einen Bortrag „über
die Fortſchritte der Naturwijſenſ er u. a. auf die Theorie Darwin's hinwies. Der Vortrag, durchaus eruſt
und würdig gehalten und gänzlich frei von Spott oder Augriff auf irgend
eine Art oder Form des religioſen Glaubens, wurde in der „z;Feldk. Ztg.“
jeinem vollen Wortlaute nä abFgedruc>kt, daun von dem „V. Bolksbl.“ in
ſeiner Weiſe bekämpft und wird jet gar vom Weihbiſchof Amberg in
Feldkirch offiziell befehdet. Letzterer wandte ſich namlich an den Landes-
ausjchuß von Vorarlberg, damit derſelbe „in vaterlicher Sorgfalt für das
Heil und die höchſten Güter des Landes die geeigneten Ytttel ergreife,
jolchem Aergerniſſe wirkſam entgegenzutreten.“
-- Dem Repräſentantenhauje zu Waſhington iſt eine Petition
vorgelegt worden mit der Bitte, alten Zunggeſellen das paſſive Wahlrecht
für die Erziehungsbehorden zu entziehen. Ai8 Repreſſalie wird einc
Petition vorbereitet mit der Bitte, jungen unverheirateten Damen die
Lehrberechtigung in Schulen zu verſagen.
-- Statiſtiſches. Das ſtatiſtijqye Bureau des Königreichs Batern
veröffentlichte zu Ende September 1877 eine Schrift über die Verbreitung
der Blindheit und Taubſtummheit, des Blödſinus und Jrrſinus. Die
„Bair. Lhrztg.“ geſtaltet daraus eine Tabelle, die wir theilweiſe hier
wiedergeben. Auf 10000 Perſonen der Bevölkerung kommen:
Zu Blinde: Taubſtumme: Biödſinnige: Irrſtnnize :
Deutſchtand 8,79 9,66 14 ,
Britiſches Reich 9,85 5,74 13 17,8
Dänemark 7,86 6,2 8,3 13,45
Iorwegen 13,63 9,22 12 18,55
Schweden 8 10,23 4 17,65
Ungarn 12 13,43 12 8,54
Schweiz 7,6 24,5 29 29
Belgien 8,11 4,4 5 9,27
Frankreich 8,37 6,26 11,4 14,63
Ftalien 10,16 7,34 6,7 9,86
Union (Amerika) 5,27 4,2 6,36 9,7
Argentinien 20,2 38 24,23 23

Främiirte Anſ aus dem Gebiete der beſchreibenden Naturwiſſenſchaften.
Magdeburg, 11. Deutſcher Lehrertag. Pfingſten 1878.
(Schluß.)
IV. Botanik.
A. Modelle und Sammlungen,
BotanmſHhe Modelle von R. Brendel in Berlin, (1.)
Buchner's Pilznachbildungen von Dr. O. Schneider in Leipzig. (4.)
Arnoldi's Pilznachbildungen, ausgeſtellt von F. Kroening's Söhne
in Magdeburg. (11.)
26 Holzarten, Segmente polirt und unpolirt mit Rinde. Dr, DO,
Schneider in Leipzig. (4.)
25)
26)
27)
28)

29) 7 Tafeln mit Holzarten. Dr. O. Sneider in Leipzig. (I1.)
30) Herbarien, enthaltend Unkräuter, Gräſer, Giftpflanzen 2c. von Dr.
. Schneider in Leipzig. (1.) „yy.
31) Pflanzenpreſſen (Drahtgitter) von Dr. O. Scneider in Leipzig. (4.)
B. Abbildungen.
52 Tafeln für den Unterricht in der pflanzenkunde. G. Elßner in
Löbau i. S. (11) -
Aygle8, Botaniſche Wandtafeln für den erſten Anſc 8 Blatt mit Text, ausgeſtellt von F. Kroening's Söhne in Mazgde-
burg. (1J.) |
Ahles, Wandtafeln der Pflanzenkrankheiten, au8g. v. F. Kroening's
Söhne in Magdeburg. (11.)
Ahles, Giftgewächſe, ausg. von F. Kroening's Söhne in Magde-
burg. (1.)
Hartinger, Die eßbaren und giftigen Shwämme in ihren wichtigſten
Formen. Paul Czihatzky in Berlin. (1.)
Zippel & Bollmann, Ausländiſche Kulturpflanzen in bunten Wand-
tafeln, au8g. von F. Kroening's Söhne in Magdeburg, (1.)
Lorinſer, Die wichtigſten eßbaren und giftigen Schwämme.
feln, au8g. von F- Kroening's Söhne in Yeagdeburg. (il.)
YV. Wiineralogie.
A. Sammlungen.
Mineralienſammlungen v. F. Kroening's Söhne in Magdeburg. ([.)
Ytineralienſammtungen für Volksſchuten von E. Leisner ta Walden-
burg i. S. (1.) =
Edelſteimimitationen und Diamantſchliſfe von F. Schwacha in Lom-
u. (1.)
Edelſtein- und Diamant-Jmitationen von Dr. O. Scneider in Leip-
zig. (1.) | |
Dr. Langhans, Glas-Kriſtall-Modelle, au8g. von G. Löwenſohn in
Fürty und Dr. O. Schneider in Leipzig. (4.)
Glas-Kriſtall- Yeodelle von Fr. Thomas in Stiegen. (1).)
Sammlung von Kriſtall-Modellen aus Draht mit Achſen.
dan in Wagdeburg. (1U.)
B. Abbildungen.
Fraas, Geologiſche Wandtafeln. Die vier Weltenalter. Eugen Ulmer
in Stutigart. (4.)
Zephawoich, Kriſtallographiſc der in Leipzig und F. Kroeuing's Söhne in Yeagdeburg. (I1.)
YVI1. VWiifroſfopie.
Mikroſkope von Gebrüder Mittelſiraß in Magdeburg, F. Kroeniug's
Söhne im Magdeburg, R. Wajſſerlein in Bern, Dr. OD. Schneider
in Leipzig und T. H. Senkeijeu in Fürth. (1.)
Mikro;kope von H. Drews in Berlin. (11.)
Mikroſkopiſche Odjekte von C. Rodig in Hamburg, H- Boeder in
Wetzlar, Dr. O. Scneider in Leipzig, Wolfensberger in Zürich,
Gebr. Mittelſtraß in Magdeburg und F. Kroening's Söhne in
Magdeburg. (1.)
32)
33)
34)
35)
36)
37)
38) 12 Ta-
39)
40)
41)
42)
43)
44)
45) O. Jor-
46)
47)
48)
49)
50)

Eingefandt,
Löbliche Redaktion! Unter dem Schlagworte „Unerhört!“ bringt
Nr. 34 Jyres geſchätzten Blattes eine Notiz über meine Nichtbeſtätigung
als Mitglied des Prager Bezirksſchulrathes, die einer Aufklärung bedarf.
In Böhmen ſind ſolche Nichtbeſtätigungen nichts Unerhörtes, ſondern
etwas ganz Gewöhnliches. Dabei wird von Seiten der Statthalterei
auf Fahigkeii und Würdigkeit gar keine Rückſicht genommen, jon-
dern die Fahigſten, und Würdigſten werden in der Regel nicht beſtätigt,
wenn man vermuthet, ſie könnten in irgend einer Weiſe Oppoſition machen.
Solche Nichtbeſtätigungen erfolgen natürlic; ſtets ohne Angabe der
Gründe. Für mich war dieſe Nichtbeſtätigung etwas ganz Selbſtverſtänd-
liches. =- Hochachtungsvoll
Prag, 30. Aug. 1878. Joſef Heinrich, Reichsraths8abgeordneter.

Briefkaſten. Unter H. Z. poſtlag. Bielefeld wird um gefällige Be-
antwortung der Frage Jebeten: Giebt es in Deutſchland eine Unterrichts-
anſtalt nach Art der Fürſtenſchulen, jedomc nicht mit Gymnajium, ſondern
mit Realſchule 1. O. in Verbindung? Oder giebt es eine Realanſtalt,
verbunden mit Konvikt, welhe das Freiwilligenzeugniß ausſtellt? --
Hrn. Dr. M. O. in M. Daß unſere Zeitung „zu den vom preuß.
Kultusminiſt. abhängigen Blättern Jehört“, glauben Sie wohl ſelber
nicht. Haben wir uns nicht erboten, eine objektive Darſtellung des
Sachverhalts aufzunehmen ? Aber suum cuique! -- Hrn. B. 1L, in ?
Da wir eine Arbeit ähnlichen Jnhalts bereits feſt übernommen haben,
ſo können wir die Jhrige in dieſem Jahre noh nicht bringen. -- Hr,
Dr. F. W. F. in W. Wir danken. Dieſelbe Notiz ſtand uns bereits
zu Gebote. =- Zen Dr. H. &. in 9. Wir ſchreiben Ihnen. -- Hru.
F. A. in R. Wird willkommen ſein. =- Bis 2./9. abds. eingeg.:
„Aus Vaterland“ -- „Vor jedem ſteht ein Bild“ -=-,

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