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SSS HI NIN,
Begründet von (e0"g von Gizycki,
Mit der Monatsbeilage „„Kinrderlan6““, Blätter für ethiſche Jugenderziehung, und der Vierteljahrsbeilage :
„Weltlicße Schule“, (Mitteilungen des Deutſchen Bundes ſür weltliche Schule und Moralunterricht).
| Heraus8gegeben von
Dr. Rudolph Penzig.
Verlag: Verlag für ethiſc Die Verlendung erjolgt von GotteSberg.


AXXI. Jahrgang

Berlin, den 15. Dezember 1913
vr. 24



Dbdruck iſt, ſoweit nicht ausdrücklich unterſagt, nur mit vollſtändiger Quellenangabe geſtattet.



Inhalt.
An die Leſer und Freunde der „Ethiſchen Kultur".
Die Kirc Der befreite Vatikan vor dem Abgrund. Von Joſef Sonntag.
Erlebte Pädagogik. | |
Streiflichter: .
Der „innere Vorbehalt“.
Religion als UnterrichtsfaH in der ländlichen Fortbildungs-
Thule.
Vereinsopfer.
Au3 der ethiſchen Bewegung.
' Eingegangene Bücher, Inſerate und Mitteilungen.

An die Leſer und Jreunvde
der „Etbiſchen Kultur“.
Nicht oft wenden wir uns direkt an Sie. Die ]tän-
digen, alle Quartale ſic wiederholenden Aufforderungen
zum Abonnement ermüden allzuleicht und bleiben ung?-
leſen. (ES muß ſchon ein
wichtiger Anlaß
jein, wenn wir heute aus dem Hintergrunde an Sie her-
anireten.
Die „Ethiſche Kultur“ iſt in Gefahr.
(F5 iſt fein Grund, es zu verheimlichen oder gar ſich
31 ſihämen, viel eher darf man ſtolz darauf jein, wenn
wir es ausſprehen, daß die „Ethiſche Kultur“ in den
ganzen 21 Jahren ihres Beſtehens
nur mit Opfern aufrechterhalten
worden iſt. Wer auch nur ein wenig Beſcheid weiß in der
Geſchichte der idealiſtiſchen Unternehmungen und Zeitz
jchriften der lezten 30 Jahre, der wird dieſe Sachlage ein=
fach als die normale anerkennen. |
AHbEr == == ==? die Opferbringer müſſen da ſein!
Nun wiſſen unſere Freunde, welche große und irau-
rige Ernte der Tod in unſeren Reihen gehalten hat. Ge-
rade unſere älteſten und gebefreudigſten Freunde jinD Da-
hingeſhieden, und =- dex Nachwuchs fehlt, oder hat doch
nicht das lebhafte Intereſſe, wie es jene an ihrem eigen-
ſten Werk hatten.
Nun iſt Zweierlei möglich: entweder, der ganze (Ge-
danfken- und Empfindungskreis der „ethiſchen Bewegung“,
deren beſcheidenes Organ unſer Blatt zu ſein verſuchte,
hat fich überlebt -- =- -- -- man wird es verſtehen, daß
wir dieſe Alternative überzeugt ablehnen -- oder es iſt
eben jene begreifliche, wenn auch nicht zu lobende Gleich-

giltigfeit in unſerem Jreundestreiſe eingetreten, Die Du
meint, es ginge alles auf gewohnten Wegen von jelbſt,
ohne unfer Zutun weiter.
Aus diejer Sorgloſigfeit müſſen wir alle die wenig-
jtens, die da meinen, es wäre ſchade, wenn das mühevoll
aufgebaute Wert zujammenbräche, auſwerten.
Zwei Wege bieten jich den Freunden guien Willens,
die mit uns nicht die Hand vom Pfluge ziehen möchten,
Dar:
Ter eine iſr der befannte, oft empfohlene, aber let-
der nur jelten betretene Bteg der Gewinnung neUer
Äbonnenien oder Miiglieder durch per?fönliche Werbung,
vielleicht auch durch das Weihnacht8geſchenkf eines Abon-
nements an Geſinnungsfreunde: der andere, wenig Dbe-
fannte, aber fehr danfenstverte Durd
Beitritt zu dem ſtillen Kuratorium
unſerer Zeitſchrift, das biSher in aller Verborgenheit die
fich etwa ergebenden Fehlbeiräge aufbrachte. Es handelt
fich =-- Bedenklichen ſei es zum Troſt geſagt = nicht um
große Summen; vierſtellige Ziffern find ausgeſchlofien.
Und doß wirde eine jol verteilt, der Zeitſchrift erſt die Bewegungsfreiheit ſichern,
die es ihr ermöglichen muß, allmählich ganz au? eigene
Jüße zu kommen, und ſo vor allem die Gedanken in we21i=
tere Kreiſe zu tragen, von deren Wert unſere Freunde
überzeugt find.
Gs bedarf? ieiner Worte weiter: Wer der Sache Der
ethiſ und Redaktion der „Ethiſchen Kultur“.

Die Kirc Nicht vom Standpunkte des Herausgeber5 Dieſer
Blätter, der bereits im Jahre 1877 aus religiöſen Gewiſ-
ſen8gründen dem Kirhentum endgiltig Valet jagte (nicht
ohne dieſen damals ſehr ungewöhnlichen Schritt mit Vor=
luſt ſeiner Lehrerſtellung und 15jährigem Aufenthalt im
Ausland zu bezahlen) ſondern vom programmatiſcher
Standpunkt der D. G. E. K. aus ſoll dieſe wichtige Kultur-
bewegung hier erörtert werden.
Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit, Menjſch=
lichkeit und gegenſeitige Achtung ſtehen im Vordergrunde
unſeres Programms. Daraus folgt mit unerbittlicher
Notwendigkeit, daß jedes Beſtreben, zunächſt einmal Der
Wahrhaftigkeit in religiöſen Dingen zum Siege zu ver=-

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