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LAI LOS S2
Halbmonatksſchrift für ekBiſch- ſoziale Reformen.
| Begründet von Ce0Yg von Gizyckl.
Mit der Monatsbeilage „„Kinderlar6““, Blätter für ethiſche Jugenderziehung, und der Vierteljahröbeilage :
„Weltliche Schule“, (Mitteilungen des Deutſchen Bundes für weltliche Schule und Meoralunterricht).
Heraus8gegeben von
Dr. Rudolph Penzig.
Verlag: Verla3 für ethiſ Die Verlendung erfolgt von Gottesberg.


XXI. Jahrgang
Berlin, den 1. Februar 1913
rx. 3



Abdruck iſt, ſoweit nißt ausdrücklich unterſagt, nur mit vollſtändiger Quellenangabe geitattet«.


Inhalt.
Der Geburtenrückgang und ſeine erzieheriſche Bedeutung.
Menſc< und Majc Kronenbergs Geſchichte des deutſchen Jdealismus, 11.
Artur Buchenau.
Streiflichter.
Reform der Verpflegung im Gaſthof8- und Wirtshausbetrieb.
Gegen die vom Papſttum geforderte Ausnahmeſiellung der
Geiſtlichkeit . . .
Selbſtregierung in einer deutſ Aus der ethiſchen Bewegung.
Abteilung Berlin.
Leſefrüchte.
Bücherſchau.
Anzeigen und Mitteilungen.
Von Dr.

Der Geburtenrückgang unö ſeine
erzießberiſc Je klarer es wird, daß alle Kulturſtaaten in Zu-
kunft mit einer Steigerung des Geburtenrücgangs zu
rechnen haben werden, uni [9 größer wird der Drang,
dic Organiſation des modernen Lebens dieſer Tatjache
änzuvaſſen, die aufs allerengſte mit unjeren Getell-
ic Regierungen und Hurrapatrioten, die in diejem Riütk-
gang lediglich eine Entartungs-Crji erblicken, und allerlei fünftliche Mittel empfehlen, um Die
Geburtenzahl zu erhöhen, berühren angeſichts einer 19
tief einſchneidenden ſozialen Erſcheinung beinah humo-
riſtiſc<. Die Gründe dieſer Aufregung haben mit gr9-
belii Menſc jondern ſind lediglih darauf zurückzuführen, daß Die
imperialiſtiſc Abnahme der Menſchenproduktion ſie zwingen wird die
äußeren Machtverhältniſſe der Staaten, ihre Kriegs-
bereitſhaft und ihr Wirtſchaft5leben im Sinne einer
Anpaſſung an den Geburtenrückgang zu revidieren.
Für den Sozialpädagogen und Ethiker, der mit
banger Sorge die bis zur Siedehitze getriebene wirt-
ſhaftlihe und militäriſc biSher alle höheren Qualitätswerte der Menſchheit ge-
opfert wurden, hat der Gedanke einer gründlichen Re-
viſion dieſer Zuſtände in der Richtung einer planvollen
Menſ Denn der Geburtenrückgang, der infolge ſeiner ſozialen
Urfachen auf lange Zeiten hin immer mehr zunehmen

wird, fann nicht anders ausgeglicgen werden ais D8-
Dur, daß die ungeheuere Zahl von Menichen, die heute
nog infolge unſres auf menſchlichen Raubbau gert
teien Wirtſchaft5iyſtems elend verfümmern Und PoLZe=
tig zu Srunde gehen, durch vernunſftgemäße Lebensorg
t UND ZU PLODUfTiDEX NL=
In Dieſer Tatſache iegt Die
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Des (Schurterpudcd-
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niſation zur Geſundung gerin
beit herangezogen merden. 4
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unabſehbare erxzieherilce Deduitiliig
JanGCS.
= 7 -» . . ..“- -"*' . -. cr n 4 50. 2 <
Ohne Üeberireibung fonnen WIr behaupten, I6%
s - ? tL * . „ : 1. * Vas +33, + +: 5> s
moderiag Leben, troß aliex Kenntiiiſſe aur 1931
miſchem und politiſchem Gebiet, noch bouie Dur 1
ung regiert wird. Wir brauchen nur die 1< 1
zialbegründeien Uebel zu nennen, Und das
Geſellſchaft zu ihnen zu betrachten, wun dieſe Bebauptu
zu rifertigen: Krieg, Viilitariemus, Rilfoholnsmus
Preftitution, Svpphilis, Tuberkuloſe, Unterernänrung,
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Ti . .. - - *.. ..> . DI „> , . „< «7 " 28 2320
Wohnmungscleid, Jraue- nD KUINDELCLDEIT, SUGCNDPCE=
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waßhrlofung 206. Fragen wir uns, welche Hekatomben an
Menichenkraft dur< dieje Ucbel alljährlich verihiungen
werden, jo fönnen wir uns ein Bild von den eierven
machen, die jedes Volt durch Zielbewußtte Zozialpoiint
und Hygiene noc< auf das Feld der Arbeit zu itelſen
vermag. Der generative UmaB fann dann viel
geringer fein und doch völlig ausreichen als NUBEL=
fas. Bedenken wir ferner, wie jehr die Menichenver-
ſ * dard aller Völker belaſtet, indem ex die Zahl der unpr9=
vuktinan Kräfte, die Kranken, Invaliden, Krüppel, Ver-
wahrloſten und Verbrecher ins Ungemeſſene ſieigert, 19
wird es immer flarer, welße Bedeutung der Zwang zur
Menſc Wie auf dem modernen Gütermarkt die Qualitäisware
die Quantitätsware ablöſt, ſo müſſen auch in der Men-
ſhenproduftion die Quantität5Swerte dur< Qualitats-
werte mehr und mehr erſegt werden. Die biSs-
herige Menſc merkwürdigen Gegenfaß zu den rationellen Arbeitsme=
thoden in unſerer Wiſſenſchaft, Technik und guter Wirt=
ſhaft. Ueberall treffen wir dort das Prinzip der Ener-
gieerſparni8; jede Neuerung, die dieſem Grundſaß diem,
wurde ſofort Gemeinſchaft3beſit. Nur der Erzeuger aller
Werte, der Menſc<, ſtand bi3her ganz außerhalb diejer
oekonomiſchen Bewertung. Dieſe merkwürdige Tatſache

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