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Freilih muß ich geſtehen, daß das Scrifthen etwas einſeitig
iſt, weil es eben nur Lieder von einem und demſelben Dichter
und Compoſitionen von einem und demfelben Componiſten ent-
hält, und dieß iſt jedenfalls bei einem Sculſingbuch bei der
an ſich hervorſtehenden Güte ein Mangel. Wer daher no<
eine andere Sammlung daneben gebraucht, wird mand vortreff-
lihes Goldkörn zeicnet ſchön iſt Nr. 9 „An den Mond“ aus Hentſ „Kinderharfe“ -", Nr. 16 „die Thräne“ , Nr. 18 „Wen ich
liede“, Nr. 28 „die Sterne“, Nr. 31 „der Geſang“, und gut
durchgearbeitet iſt die lezte Nr. 33 „Beim Gewitter." Wenn
R?. wünſcht, daß dem Büclein Aufmerkſamkeit geſ den möge, ſo will ex in dieſen Wunſ< auch die Kleintkinder-
jule eingeſchloſſen haben , weil dieſer Anſtalt neue Anregungen,
kindliche, gemütvolle , heiter-erbauende Lieder und Geſänge immer
wieder willkommen ſein müſſen.
unſerem „Elternhaus“ neue Compoſitionen zu guten Kinderlie-
vern und wollen damit neu und friſch auf die Kinder in dem
Haus und der Schule wirken, den Müttern und Erzieherinnen
geeignete Stoffe bieten zur Verarbeitung. Zur Verarbeitung,
ſage im; denn ih will, daß man auf den Text eingeht, die
Kinder Worte und Töne vor und während des Einübens fühlen
läſſt und fie ſo für's Höhere und Edele begeiſtert. Dazu eig-
net ſich namentlich der „Lebensfrühling“ von Hrn. Widmann.
(Ex fei alſo hiermit empfohlen. IJ. F.
Zur Schulgeſchichte.
Berlin, 7. März. Der preußiſ Provinzial- Gewerbſ hulen , die größtentheils bereits nach
der Verfügung vom 5. Juni 18350 eingerichtet find. Zu der
Provinz Preußen finden ſich ſolhe Schulen in Königsberg,
Danzig und Graudenz, in Pommern in Stettin und Straljund +
in der Provinz Brandenburg in PBotsdam und Frankfurt a. Dd.
D.- in der Prov. Sachſen in Halle, Halberſtadt und Erfurt,
in Schleſien in Liegniß und Görli, in Weſtfalen in Hagen,
Iſerlohn und Bochum , Bielefeld und Münſter, in der Rhein-
provinz in Köln, Elberfeld, Crefeld, Aachen, Trier und Coblenz.
Nur die Provinz Poſen hat zur Zeit noh keine einzige Gewer-
beſchule. (Allg. Z.)
Berlin, 8, März. Bei der heutigen Berathung des Bud-
gets in der 2. Kammer der Stände fand ein Antrag der Bud-
getcommiſſion , es möge die Regierung, ſoweit thunlich, eine
Einrichtung treffen , daß den Schulen der Gewerbe) die Theilnahme an einem anderweit ertheilten Religionsunterricht
mögli< gemacht werde, keinen Widerſpruch , nachdem der Han-
delsminiſter auf einen etwas langen Vortrag des Abg. Thyſſen
über die Nothwendigkeit religivfer Erziehung im Allgemeinen
niht ohne Laune erklärt hatte, daß ihm der Etat für Handel
und Gewerbe feinen ganz paſſenden Anlaß zu jenen ſonſt ſehr
vortrefflihen Bemerkungen zu bieten ſcheine, und daß er im
Einverſtändniß mit dem Cultusminiſter dabei bleiben werde , die

K) Sechs und vierzig auserwählte Lieder theils ernſten, theils heitern
Inhalts für Knaben und Mäd C. Merſeburger, 1852.
Gerade darum geben wir in
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Gewerbeſhulen lediglich als ſolche und ohne Beimiſchung anderer
no< ſo löbliher Zwecke zu erhalten, (Allg. Z.)
-- Zn wenig Städten ſind dem Volke ſo! Ausbildung an die Hand gegeben, als hier, wo ungemein viel
dafür gethan wird. (Es gibt jetzt in Berlin 4 Bolksbibliotheken,
im Friedrich: Werder'ſchen Gymnaſium , in der königſtädtiſchen,
dorotheenſtädtiſhen und louiſenſtädtiſchen Realſchule, aus denen
einem Jeden, da ſie ohne eigennüßige Selbijtzwe>e nur die
Bildung des Volkes fördern wollen, unentgeltlich, nur gegen
Beibringung eines leiht zu beſchaffenden Cautionsſcheines,
wöchentlich 2mal Bücher geliehen werden. Den Grund zu die-
jen Bibliothefen hat ſeit dem Jahre 1342 der wiſſenſ Verein gelegt, der Überhaupt die aus ſeinen Borleſungen ge-
wonnenen Gelder für Volksbildungszwe>e beſtimmt. Jm Jahre
1843 gab dieſer Berein 4000 Thlr. und ſpäter noh einmal
2000 Thlr. zur Gründung jener Bolkäbibliotheken her, und die
Stadtverordnetenverſammlung hat einen jährlihen Zuſchuß von
1000 Thlr. für ſie bewilligt. Mit 6600 Banden begannen die
Bibliotheken und zählen jeßt bereits über 40,000 Bände aus
den Fächern der Deutſchen Nationalliteratur, der Geſchichte, der
Naturwiſſenſ ten die ſämmtlichen Bibliotheken 851 permanente Leſer , im
Jahre 1851 ſhon 1281 und im Jahre 1852 waren die per-
manenten Leſer auf 1482 geſtiegen; davon 47 Beamte, 133
Lehrer, 304 Studenten und Gymnaſiaſten , 888 Kaufleute und
Gewerbtreibende , 387 Handwerker, 25 Soldaten, 132 Frauen
und 51 Arbeiter.
Breslau, 21. Febr. Unter den zu den Zweden des ka-
thol. Bonifacius-BVereins beitragenden Städten ſteht Bres-
lau heuer in vorderſter Reihe. Die Geſammteinnahme des
Vereins Überſteigt in dem jüngſten „Rechnungsjahr in Deutſ<-
land und Oeſterreich 34,000 Thlr. In diejem Zeitraum (18583)
hat er u. a, 23 Seelſ jorgerſtationen und 29 neue Schulen
geſtiftet. (Allg. 3.)
Düſſeldorf, 6. März. Der Aſtronom Luther hat, wie
in jedem der beiden lezten Jahre einen Planeten (Thetis und
Proſerpina), ſo heuer am 1. März einen ſolchen Pelandler auf
der Himmelsbahn zwiſchen Mars und Jupiter entde>t, und iſt
in derſelben Nacht auf dex Londoner Sternwarte von Hrn,
Marſ< , einem gebornen Deutſchen, no< ein andererer Rlanet
== nun der 37ſte -- entdeFt worden. (Allg. Z.)
Frankfurt, 7. März. Der Senat hat die jeitherige Un-
terſtüßung von 1500 fl. jährlich für den hier beſtehenden „Ver-
ein zur körperlichen Ausbildung der Jugend“ abgeſ an den Schulen ſelbſt Turnanſtalten errichtet und
die ſo nothwendigen förperlichen Uebungen in den
Lehrplan einer jeden Schule aufgenommen werden follen.
(F. I.)
Guben, 25. Febr. In Guben hat die neue. Stadtver-
ordnetenverſammlung eine durchgreifende Berbeſſerung der Ge-
halte fämmtliher Elementarlehrer beſchloſſen und zu dem Ende
feſtgeſtellt, daß felbige , bei gewiſſenhafter Treue, mit den zu-
nehmenden Dienſtjahren im Einkommen verbeſſert werden und
nach 20jähriger Dienſtzeit mindeſtens 300 Thlr. Gehalt erlans-
gen ſollen. (N. Pr. Z.)
Hamburg. Am Montag, den 13. März, wurde zur Er-
innerung an einen um unſere höheren Bildungsanſtalten ho

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