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Bildung , im Beſiß von 2 Töchtern, ſtehen hier an der Spike
einer höheren weiblichen Bildungsanſtalt, ni lation, ſondern aus Liebe zur Sache und zum Vaterlande, wie
die beiden genannten Genueſiſ beiden Anſtalten bereits ſehr viel geleiſtet, beſonders da man
ſih in Italien immer mehr von der früheren Nachäffung des
Franzöſiſchen frei macht, welche dennoch nie ſo weit gegangen
war, als wir leider in Deutſchland erfahren mußten; denn nie
iſt es einer italieniſ Gräfin Hahn-Hahn ihre Mutterſprahe mit 4 franzöſiſchen Wor-
ten zu verunſtalten. Bei der großen Bildungsfähigkeit der Jta-
liener iſt von dieſem Aufſ ſelbſt viel zu erwarten. Neigebaur.
Sculorganiſation.
Dr. Fr. Aug. Finger, Oberlehrer an der Mittelſchule, zur
Frage über Organiſation einer höheren Bürgerſchule in
Frankfurt a. M. daſelbſt in der Hermann'ſh lung, 1854.
Dieſe etwas Über einen Bogen ſtarke Broſchüre gibt ein
Urtheil ab über die aus der Mittelſchule zu bildende höhere
Bürgerſchule und iſt eigentli< nur als gedruätes Manuttiript
verbreitet. Indem ſie ſih, wie bereits ein früheres Programm
des Vfs. und ein im Jahre 1851 der Behörde vom Vf. ein-
gereichter Plan über Erweiterung und Umgeſtaltung der Mittel-
ſchule, für eine allſeitige und nicht bloß fachliche Bildung aus-
ſpricht , geht ſie in einer bewundernswürdigen Kürze die Aufgabe
der neuen Schule, die Zahl und Wahl der Lehrgegenſtände, die
Claſſeneintheilung und das Ziel aller Gegenſtände in allen
Claſſen und in jeder beſonderen Claſſe dur<, Wir geben , da
wir ſtatt auszuziehen bei der Kürze des Vfs. abſchreiben müße-
ten, nur den Lehrplan :
Claſſe 1. I. I. IV. V. VILL. VII. VIIL
6-7 7-8 8-9 9-10 10-11 11-12 12-143 13-14
Religion 2
Leſen 3
Schreiben - 5
Rechnen 5
Geometrie
Anſc Deutſ Franzöf. vy
Engliſ Erdbeſchreibg. =-
Geſchichte --
Naturgeſch. --
Phyſik --
Chemie --
Zeichnen 2
Singen
Turnen
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28 31 84 8384 34 35 36
Die Aufgabe der neuen Schule ſtellt der Vf. ſo: verſtän-
dige ſittliche, religiöſe Menſchen, proteſtantiſche Mitglieder eines

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400
intelligenten Gewerbſtandes durc< allgemeine Bildung, nicht
durc< Vorwegnehmen deſſen, was der beruflichen Lehrzeit gehört,
zu erziehen. Danac< muß auh der Lehrplan beurtheilt werden.
Wir hätten gewünſcht , daß Hr. Dr. Finger, da er do< der
„Muſterſchule" als „etwa für künftige Kaufleute beſtimmt“ dieſe
für Bildung eines intelligenten Gewerbſtandes zu gründende Shule
gegenüberſtellt, auc dur hung deſſen, was in der Muſtexſhule wirklih geſchieht, den
nothwendigen Unterſchied beider Anſtalten nachgewieſen , zugleich
erörtert hätte, was dieſen neuen Plan von dem bis jetzt beſtehen-
den der Mittelſ ganismus handelt, ſo würde au< darzuthun ſein, wie ſich an
die in der Mittelſchule erhaltene Bildung die Fortbildung an-
ſchließen ließe, Das Oſterprogramm der Mittelſchule wird viel-
leiht dieſe Dinge berücſichtigen. Ed. D
Zur Sculgeſhichte.
Aus der preuß, Rheinprovinz. Htnſichtlih der Frequenz der
höheren Schulen ergab ſich am Schuljahr 1852/53 folgendes Reſultat
a) Gymnaſien:
1) Köln, kath. Gym. (ehemals Jeſuiten) . = - « 517 Scüler
2) Achen, katho1. Gymnaſium . 453 "
3) Köln, Fx. Wilh. (ehemals Garmelit Simultanſchuls) 444 „
4) Trier, kath. Gym: =. . +. 407 "
9) Soblenz, Fath. "Gym. e« .» ».. . +» + + 348 "
6) Bonn, " „wo „» .».».-» rr x » 339 "
7) Düſſeldorf „ 257 "
8) Duisburg, ev». Gymnaſium u mit Realelaſſen . 235 „
he Neuß, kath. Gym. . . .« .- 219 "
10) Eſſen, Simultenanſtalt . »» .» .» .» .- » » 211 "
11) Elberfeld, ref. Gymnaſ. . . . 193 "
12) Weſel, evangel, Gymnaſ, mit Realclaſſen en 189 "
13) Emmeri<, kath. Gym. . . . . .« .» 188 "
14) Düren . . 184 "
15) Saarbrücen, "Simultanſchule mit Realclaſſen . . 164 „
16) Kreuzna<, evang. Gym, . . . . . . 141 "
17) Münſtereifel, kath. „, . .„. 128 „
18) Weßlar, evangel. = „ 111 m
19) Gleve, " 109 "
20) Hedingen bei Sigmaringen, kath. Gym. ... 73 "
21) Die Ritteracademie zu Bedburg (kath.) . . . 31
b) Realſchulen, ſämmtlich ſtädtiſche Anſtalten für alle Confeſſionen.
1) Köln, höhere Bürgerſc<. . . = » . + 261 Schüler
2) Elberfeld, NReal- und Gewerbſchule . „= .» » 243 "
3) Düſſeldorf, Nealſchule . ». .„ ». » . 204 „
4) Barmen, höhere Stadtſchule . .„ . 199 "
5) Aen, höh. Bürgerſgule = 5 5 x + + = + 199 "
6) Trter, Realſchule . . .« .» ow u» 183 y„
7) Crefeld, höh. Stadtſchule . 146
Das Lehrercollegium von 4 iſt ganz, von 2 2, 3, 5, 7 größtentheils
evangeliſ Weimar, den 19, März. Ein von unſerem Miniſterium an die
ſämmtlichen Schulbehörden in dieſen Tagen ergangenes Neſcript erledigt
in erfreulicher Weiſe eine der edelſten Beſtrebungen der Gegenwart, die
Verbeſſerung der äußeren Lage der Volksſ nach iſt nämlich die geringſte Beſoldungszulage derſelben 20 Nthlr,,
ſteigert ſim aber na<4 den Umſtänden bis zu 60 Nthlr. Zu dieſem Be-
hufe ward von der Regierung eine ſehr anſehnlihe Summe in den Gtat
eingeſtellt und von dem Landtage auc bereitwilligſt genehmigt. Das
Minimum eines Lehrergehalts, ohne die gedachte Zulage, hat ſc den leßten Jahren 125 Rthlr. betragen. (Shw. M.)

Verantwortliche Redactoren:
Dr. K. Wagner und Dr. K, Zimmexmann.
-=- Dru und Verlag von K* W, Leske in Darmſtadt.

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