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zu fordern das Recht hat, ſondern eine Zuſammenſtellung ein-
zeler, in. ſich abgeſchloſſener hiſtoriſqer Bilder, die den Vor-
zug haben , daß fie großartige und bedeutungsvolle Einzelhei-
ten mit großer Lebensfriſche vorführen und dadurc< eine in
das Gemüt ſich tief einſenkende Wirkung auf die Jugend und
das Volk hervorbringen. Es fehlt bis jetzt ein heſſiſches Hi-
ſtorienbuh, aus welhem immer wieder von neuem - die
Leute jung und alt die Geſchichte ihres Stammes gern
leſen, Nachrichten über die Vorfahren, über Land und Reute
vordem ſchöpfen und ſich an deren Tüchtigkeit und Frömmig-
feit, an deren Sitten und Gewohnheiten ſelbſt ſpiegeln, erbauen
und aufrichten können. Für den Einzelen iſt es ſc ſolches Buch allein abzufaſſen : träfe er auch den rechten Ton,
ſo würde ihm doch die Bewältigung des Stoffes Mühe machen.
Darum ſollen hier die gelungenſten Bilder vieler Meiſter der
Darſtellung wie zu einer Volksgallerie zuſammengerüct wer-
den. Die große Zahl der Gebildeten , das Volk will keine
Schattenriſſe , keine bloß farbloſen Ueberſihten und Abriſſe,
keine ſtatiſtiſchen Skelette, keine troFenen kritiſ ſtellungen und Erörterungen; es will markige, farbenreiche, le-
benswahre und friſche Bilder vorgeführt haben, die fim un-
vergeßlich in ſeine Seele hinabſenken. In einer ſolhen Ge-
ſchichte braucht nicht jede Thatſache verzeichnet, nicht jedes Jahr
vertreten zu ſein; ein einzeles Bild fer eine ganze Zeit. Der hiſtoriſ am Einzelen , an Orten, Perſonen, Begebenheiten; dieſer
Sinn will Fleiſch und Bein, Mark und Blut in der Ge-
ſchichte haben. Dieſem in der Gegenwart lebhaft gefühlten
Bedürfniſſe der Jugend und des Volkes in den verſchiedenſten
Lebensfreiſen entgegenzukommen und es zu befriedigen, iſt die
Hauptaufgabe, die das Werk zu löſen ſu mit den Namen der Verfaſſer der einzelen Abſchnitte iſt reich
und rechtfertigt eine hohe Erwartung. . Wir dürfen daher un-
ſeren Leſern rathen, gleih um den Subſcriptionspreis von 2
fl. 24 kr. nam dem Werke zu greifen, ehe ein höherer Laden-
preis eintritt, |
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Vaterlandskunde der fürſtl. Reußiſchen Länder von Karl
Vo>e, Nordhauſen 1852, Ad. Büchting.
Der Verfaſſer, ein Reuße und eine Zeit lang Buchhändler,
hat Vaterlandsliebe genug gehabt, die ihm zu Gebote ſtehen-
den Mittel zu obigem Buche zu benußen. Der Inhalt iſt
folgender : Reußiſche Regentengeſhi des Voigtlandes (1, die Voigte von Weyda, 2. das Haus
Gera, 3. das Haus Plauen), die ältere Linie von Reuß-PBlauen,
die jüngere Linie von Reuß-Plauen, (1. das Haus Gera, 2.
das Haus Reuß-Sc 4. das Haus Reuß - Lobenſtein - Cbersdorf); Fürſtenthum Reuß
älterer Linie, (Amt Greiz, Amt Zeulenrode, das Amt Burgk) ;
Fürſtenthum Reuß jüngere Linie, (1. das Fürſtenthum Reuß
Schleiz, die Pflege Reichenfels, 2. das Fürſtenthum Reuß
Lobenſtein-Ebersdorf, der Amtsbezirk Lobenſtein, der Amtshe-
zirk Hirſc Pflege Saalburg.) Alphabetiſches Orts- Regiſter. Ueberſicht
der Häufer- und Einwohner-Zahl. Dieß Alles auf 95 Seiten.
-- Bücher der Art ſind feineswegs nur für die betreffenden
Länder yon Intereſſe, ſondern für Alle, die an höheren Lehr-
anſtalten die Geographie zu treiben haben, damit dieſer Unter-
richt lebendig und anj Zur Schulgeſchichte.
Wansleben in der Prov. Sachſen. Am 10. April ſtarb hier dee
Geh. Regierungs- und Sculrath Dr. Karl Hahn, tief betrauert von
Allen , die je mit dem trefflichen Manne in Berührung gekommen, Große
Verdienſte hat der Verſtorbene ſich um das Schulweſen in den Negierungs-
bezirken Magdeburg und Erfurt erworben. In Gemeinſchaft mit dem
jeßigen Gen,-Superint. Hr. Möller in 'Magdehurg, mit K. Pabſt,
Nitſche, Weingärtner u. A. begründete er im I. 1820 das Scullehrer-
Seminar zu Erfurt, verband damit eine Muſterſchule für Knaben und
Mädchen , rief im I. 182! das königl. Taubſtummen-Inſtitut, wie die
Handwerksſchule in's Leben und reorganiſirte das daſfige Gymnaſium.
Gleiche Liebe und Verehrung, wie in Erfurt, deſſen Ehrenbürger er
wurde , erwarb ſich Hahn auch in Magdeburg und dur< ſeine gelehr-
ten, wie populären, namentlich Kinderſchriften ſelbſt in weiteren Kreiſen.

Pädagogiſche Bibliographie.

Zeitſchriften.
Kirc Leipzig, Dörffling u. Franke. Hatbjährl. 123 Thlr.
S u. Landſchulen. Hrsg. v. H. F. Langfeldt. 1“. Jahrg. 1854.
12 Hfte. 8. Oldenburg in Holſt. Leipzig , Brauns in Comm.
2: Thir.
-- Mmeklenburg. Red. G. Wächtler, H. Kliefoth. 5. Jahrg. 1854.
52 Nrn. Ludwigsluſt, Hinſtorff. ä 1 Jahr 3 Thlr.
Blätter für Taubſtumme. Red. v. Sdtpf. Wagner. 2. Jahrg. 26
Nrn. 2 B. gr. 8. Ludwigsburg, Naſt. Hatbjährl. 6 Ngr.
Pädagogik.
Rouſſeau, I. I, Emil od. über die Erziehung. Deutſch v. K.
Große, 3 Thle. 3. Aufl. gr. 16. Leipzig, O. Wigand. geh.
24 Ngar.
Burow, Julie, über die Erziehung des weiblichen Geſchle drüdfe aus dem „JlUuſtrirten Familienbuche des Deſterreich, Uoyd.“[
iG. Bromberg, Levit,- geh. 6 Ngr. -
Hellner, Phil., pädagogiſches Tagebuch, enth. e. Organiſationsplan
f. das ſtädtiſche Bürgerſchulweſen, nebſt Lehrgängen u. e. dazu gehö-
rigen vollitänd. Lehrplane. 8. Löbau, Walde. geh. 18 Ngr.
Warum u, Weil; od. e. ſokratiſhe Methode, die Kinder zum Nach-
denken u. zum Forſchen zu bringen. Aus d. Engl, überſ. Mit An-
merkgn. u. Zuſäßen verſehen von Dr. Carl, H. A. Hoyer. 8.
- Lemgo, Meyer. geh. 3 Thlr. =
Hauſc Kindern? Sollen wir in den Religionsſtunden die Begriffserklärgn.
aus unfern Kindern heraus nehmen, od. ſollen wir fie ihnen geben?
Wie läßt ſich auf den mathemat. Unterricht die calculirende Methode
anwenden? 7. Schulſchriſt d. Modernen Geſammtgymnaſiums in
Leipzig. Nebſt 1 Beilage. gr. 8. Leipzig, Dürr'ſ geh. 4 Ngr.

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