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hervorragendſten engliſchen Dichter, mit dem jeßt lebenden Ten-
nyſon beginnend und bis zu dem älteſten engliſchen Dichter
Chaucer zurüFfgehend , wobei immer angegeben iſt, wann ſie
gelebt haben. Weiter bringt dasſelbe ein 36 „Seiten ſtarkes
alphabetiſ ſaiſmen Stüden.
Als Il. Curſus enthält dieſes Uebungsbuch ſchließlich noh
Fragen zur Wiederholung der Formenlehre und Säße zur Cin-
übung der verſchiedenſten ſyntaktiſchen Formen. Wie alle uns
no< zu Geſiht gekommenen Werke, welche im Verlag der Buch-
handlung von Trewendt C Granier erſchienen ſind, find auch
die vorſtehenden ſehr ſolid und ſ wir ſo den Gang und Jnhalt der angezeigten Bücher möglichſt
überſichtlich darzuſtellen verſucht und dadurch kompetenten Beur-
theilern es ermögliht haben , ſich ſelbſt au< ein Urtheil über
den Werth und die Brauchbarkeit derſelben für den Unterricht
in der engliſ Denen nur empfehlen, welche auf ein. gründliches Werk für das
Erlernen des Engliſchen reflectiren, Dr. G.
Zur Schulgeſchichte.
Bayern. An ſämmtliche Rectorate und Subrectorate der
Latein. -, Landwirtbſ Scul-Inſpectionen , Local-Shulcommiſſionen und die S rer-Seminar-Inſpecetion zu Launigen hat die königl. Regierung
von Shwaben und Neuburg nachſtehendes Reſcript dd. Augs-
burg 23. März [. J. erlaſſen:
Im Namen 2.
Inhaltlich höchſter Entſchließung des königl. Staatsminiſte-
riums des Innern für Kirhen= und Sculangelegenheiten vom
19. d. M. unten bezeichneten Betreffs hat der Beſißer einer
lithographiſchen Kunſtanſtalt zu München, Thomas Driendl,
eine Geſchichte von Bayern in 120 Bildern mit erklärenden
Texten herausgegeben , welhe ſowol von dem eigenen Verlage
des Herausgebers, als auc<ß von allen inländiſ Kunſthandlungen um den Preis von 4 fl. 48 kr. das gebundene
Exemplar bezogen werden kann. Seine Majeſtät der König
haben die allerunterthänigſte Widmung des Driendl'ſchen Ge-
ſc zuordnen geruht, daß alle Schulbehörden an den deutſichen und
lateiniſ deſſen Anſ find , mit dem Beifügen anzuweiſem ſeien, daß dasſfelbe für die
Lehrer an den genannten Sculanſtalten zur Benutzung bei Er-
theilung des Unterrichts in der bayeriſchen Geſchichte, ſowie ins-
befondere aum als Preiſfebuch ſehr geeignet, und daher als
jolches ſo zahlreich, als thunlic Die unterfertigte Stelle vertraut zu den Schulbehörden, daß
dieſelben der hierin kundgegebenen allerhöchſten Abſiht Seiner
Majeſtät des Königs möglichſt zu entſprechen bemüht ſein wer-
den. -- Hr. Driendl hat für die Widmung dieſes Werkes von
Se. Majeſtät dem König Max eine goldene Medaille mit dem
allerhöchſten Bildniſſe erhalten. R.
Wien, 26. Mai. Es find nunmehr 3 Jahre veifloſſen,
jeit unſer Unterrichtsminiſter in einem Vortrag an Se. Maj.
den Kaiſer die Abſicht ausfprac< : fortan dem Unterricht in der
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freien Handzeichnung in den öſtr. Schulen eine Stellung
anzuweiſen, welche geeignet wäre, künftighin die Fertigkeit in
Auffaſſung und Darſtellungen von Naturformen ebenſo allwärts
zu verbreiten, wie ſich jezt die Schreibefertigkeit verbreitet finde.
Dieſer Ausſpruc<ß , damals von allen Freunden der Kunſt und
des Vaterlandes freudig begrüßt, wurde ſeitdem unter mannig-
ſahen Schwierigkeiten mit ſtillwirkender, aber raſtloſer Ausdauer
zu verwirklichen gejucht, und wird gegenwärtig kein Gymnaſium,
keine Realſchule gefunden werden, an welchen nicht ein wohlge-
regelter Zeichenunterricht ertheilt und ſeim bildender Ein-
fluß deutlich wahrgenommen würde. Eine Hauptſchwierigkeit
zur ſicheren und raſcheren Erreichung der miniſteriellen Abſicht
beſtand und beſteht theilweiſe no< in der Beſchaffung zwe-
mäßiger Lehrmittel, beſonders von Vorlagen, die das natürlich
feſtbegrenzte Maß des Unterrichts nicht überſchritten , innerhalb
dieſer Grenze aber ihre Aufgabe mit Gediegenheit und Gründ»-
lichfeit, und dennoMm mit anregender Mannigfaltigkeit zu erfül-
len ſuchten. (Es wäre dem einzig dadurch abzuhelfen, daß tüch-
tige Künſtler ſich veranlaßt ſähen , für den beſonderen Lehrzwe>
ſyſtematiſch geordnete Reihen von Vorlagen, ſogenannte „Scu-
len“ herauszugeben. GSelbſtverſtändlich kann dieſe Abhilfe nur
langjam eintreten. Und ſo iſt erſt jeht über die erſte fünſtle-
riſche, eigens für den Gebrauch an unſeren Schulen bearbeitete
Beröffentlihung einer Reihe von 36 radirten Blättern Bericht
zu erſtatten, wel einfachen Blatt bis zur complicirten Pflanzen - und Baumbil-
dung in ſich begreifen. Die Vorzüge, welche radirte Vorla-
gen mehr als jede andere geographiſche Darſtellungsart für den
Schüler in ſich faſſen , indem ſie an Präciſion , Sicherheit einen
Shhwung der Strichführung gewöhnen , mit den einfachſten Mit-
teln maleriſche Effecke hervorzubringen anleiten und jedes un-
ſichere Herumtaſten und den Hang zum Sclendrian ausſ ſind in diefer neuen Schule ebenſo in wahrhaft künſtleriſche
Weiſe erreicht, als die Mängel , die man ſonſt häufig Radirun-
gen für den Sculgebrauch , niht mit Unrecht, entgegenhält,
vermieden. Denn von Härte, Trocenheit , Dürre des Umriſſes
und Leblofigkeit der Form iſt darin nirgends die geringſte Spur,
im Gegentheil überall Blatt, Stamm, Pflanze und Baum voll Saft,
Schwung, Ton und Formenlebhaftigkeit! Freilich gehört zur Erzielung
eines ſolhen Grgebniſſes ein Kunſtvermögen, indem ſich eine ungewshn-
liche maleriſche Begabung mit vollendeter Meiſterſchaft verband , wie dieß
bei Konrad Srefe einem der tüchtigſten unſerer jungen Landſchaftskünſt-
lex, dem wir dieſes ſ<öne Schulwerk verdanfen, der glüliche Fall iſt.
Mit der Bezeichnung eines trefflichen, überaus zwe>mäßig eingerichteten
Schulwerks wäre übrigens der Werth dieſer Blätter nicht hinlänglich
6 oder 7 Radirungen find Kunſtwerke an und für ſich, wahre Cabinets-
ſtüfe und wurden bei der probeweiſen Ausſtellung vom vorigen Jahre
von unſern Sammlern, von Künſtlern und Kunſtfreunden ebenſo eifrig,
als vergeblich zu erwerben geſucht, die nun darauf rechnen, daß jezßt
na< Vollendung des Sculwerks jene ganz und mit unüberirefflicher
Anmut und Zartheit und geiſtreichſter Nadelführung ausgeführten Pflan-
zenſtudien in beſondern Abzügen für ihre Mappen zu haben ſein werden.
Wie der eigene innere Werth , wird die ebenſo dringliche, als ehrenvolle
Empfehlung des Unterrichtsminiſteriums dem Werke die erwünſchte Ver-
breitung an unſern Gymnaſien, Ober - und Unterrealſchulen ſichern, da-
mit ſo viel Aufwand von Mühe, Zeit und Kunſt um eines patriotiſchen
Zwees willen nicht ganz ohne äußere Entſchädigung bleibe. Man wird
jich von der Gediegenheit des Grefe'ſ länglichfeit dieſes Lobes überzeugen können, da der Künſtler ſich ent-
ſchloſſen hat, ſeine Schule zur großen Ausſtellung na< München zu
ſenden. Allg. 3.

Verantwortliche Redactoren:
Dr. K. Wagner und Dr. K, Zimmermann. -- Dru und Verlaq von K, W. Leske in Darmſtadt.

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