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leiht zu bezeichnen geweſen wäre ? Außerdem müſſen wir noch
an dieſem Abſchnitte rügen, daß manche Regeln, wie z. B. die
S. 11 G in ſo unverſtändliher Weiſe gegeben ſind , daß man
fich lange beſinnen muß, um herauszubringen, was der Verf.
eigentlich damit ſagen will. Dergleichen darf in einer prakti-
ſchen Grammatik nicht vorkommen. Jm Uebrigen ſind wir mit
dem Inhalte und der Bearbeitung dieſes Abſchnittes ganz ein-
verſtanden. -
Sehr trefflih finden wir nun die in Lektionen getheilte
Formenlehre , welche von dem Eingangs angegebenen Stand-
punkte bearbeitet iſt; den Flexionsparadigma und ſonſtigen ety-
mologiſ grammatiſche Erläuterungen und Regeln und dieſen wieder zweck-
mäßige , längere UebungsſtüFe zur Einübung und Befeſtigung
der vorausgegangenen ſprachlihen Formen und Geſeke. Zur
Behandlung dieſer Uebungsftüke gibt der Hr. Rf. folgende
Anleitung : |
„Dieſe Uebungen ſollen Leſe-, Sprach- und Gehörübungen
fein; das Leſen und präciſe Einlernen der zu jedem Stücke
am Ende des 11. Abſchnittes befindlichen Vokabeln muß denſfel-
ben in jeder Lektion vorangehen. Alsdann find dreierlei Uebun-
gen ſtreng aufrecht zu halten :
a) das geläufige Leſen und mündliche Ueberſezen derſelben.
b) Uebungen zur Bildung des Gehörs und mündlichen Aus-
dru&s, zu welhem Zwee die Satze zum Gegenſtand der
Unterhaltung zwiſchen Lehrer und Schüler zu machen findz
6) das freie Bilden von Fragen und Antworten zwiſchen den
Scülern unter einander , naß Maßgabe der bekannten Vo-
kabeln und grammatiſchen Regeln zur geläufigen Be-
herrſ jeder Stufe“
Mit dem Angeführten iſt der praktiſche Charakter des vor-
liegenden Werkes, das die Converſation als einen weſent-
lichen Punkt betrachtet und demgemäß im Ul. wie im 11.
Abſchnitte ſtetig dazu anleitet, ebenſo außerdem auf die ſ liche freie Thätigkeit der Schüler Beda dargethan. Auch dem Lehrer hat der Verf. durc< eingeſtreute
Winke für den Unterricht und, die Behandlung des Unterrichts-
ſtoffes einen nicht zu verachtenden Dienſt geleiſtet, zumal nicht
alle Sprachlehrer auch tüchtige Methodiker find.
Nur zwei Abſchnitte wollen wir als beſonders rühmenswerth
neben anderem Guten aus der Formenlehre hervorheben , und
zwar den Über die Präpoſitionen und einen andern , überſchrie-
ben: ITdiomatical USe of irregular Verbs. Was den er-
ſtern angeht , fo werden zuerſt die verſchiedenen Bedeutungen
der engliſhen Präpoſitionen an reichlihen Beiſpielen gezeigt,
und zwar dergeſtalt, daß zuerſt ihre (urſprüngliche) lokale, dann
die temporale, kauſale, figurative 26. Bedeutung derjelben her-
vortritt. In ſpäteren Lektionen wird dann angegeben, wie in
den verſchiedenſten Verbindungen unſre deutſ Engliſche zu überſezen ſind. Einen klaren Einblif in den an-
dern hervorgehobenen Abſchnitt glauben wir am beßten damit
geben zu können, indem wir ein behandeltes Beiſpiel hier anfüh-
ren. Wir nehmen das Verbum to keep, halten.
To keep bouse, haushalten
„ » a Shop, einen Laden haben,
» » dhe books. die Bücher führen.
,, » time, Takt halten.
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To keep company, Geſellſchaft leiſten.
Silence, Schweigen beobachten.
99 9,"
» » 0One's bed, das Bett hüten.
»„ » dlodgers, Zimmer zu vermiethen haben.
»» » oOne Short in money, Einen kurz halten.
» Watch, Wade halten
» » Out of reach, aus dem Bereiche bleiben
» »" Out of Sight, aus den Augen bleiben.
» » Up, aufbleiben (nicht ſchlafen gehen).
Dieſe AusdrüFe (Anglicismen) tüchtig memorirt, welch treff-
liche praktiſche Studien!
Der 111. Abſchnitt, Einführung in die Lektüre 2c. iſt kurz
und enthält größtentheils Erzählungen, denen jedesmal eine
Menge Fragen in engliſcher Sprache (ebenſo zu beantworten),
über den Jnhalt des vorangehenden Stückes folgen , wodurch
aljo wieder die Converſation wie der ſchriftliche Ausdru>F geübt
werden ſollen. Auch in dieſem Abſchnitt gibt der Verf. zur
fruchtbaren Behandlung der Lehrſtü>ke beherzigungswerthe Winke,
die den praktiſch tühtigen und erfahrenen Lehrer befunden.
Troß der vornherein gemachten Ausſtellungen, die bei einer
neuen Auflage ja leicht zu beſeitigen ſind, können wir nament-
lim Realſchulen und allen Solchen, denen es um ein praktiſches
Studium des Engliſchen und eine baldige Einführung in die
Converſation zu thun iſt, dieſes Werk als ein re und tüchtiges empfehlen. Wir ſind auf die Fortſezung desfel-
ben geſpannt und begierig zu ſehen , in weicher Weiſe der ge-
wandte Verf. die Syntax behandelt. Dr. G
3) Do you Speak English? oder die nüßlichſten und nothwen-
digſten engliſch-deutſmen Geſpräche , Redensarten und
Wörterſammlungen. Nebſt Leſeſtüken und Uebungen für
die Ausfprache des- Engliſchen. 5. fehr verm. und verb.
Aufl. Leipzig, E. Wengler, 1854. YIU und 216 S.
tl. 3. 12 Nar.
Die 2, Aufl. dieſes Büchleins fand in Nr. 52 der. A. S.
3. 1849 lobende Anerkennung; was dort no< allein vermiſſt
wurde: weiterer Umfang der Uebungen mit beigedru&ter An-
gabe der deutſchen Ausſprache des Engliſchen, iſt nun reichlich
vorhanden. Die erſten 138 Seiten bringen eine große Reihe
ſehr gebräuchlicher eng!. Wörter und AusdruFsweijen mit deut-
ſher Ausſprahe und Veberſezung von „zero, ſih'ro, Null“
an bis „let me have a pint of ale, lett mi häw a peint ow
ehl, geben Sie mir eine halbe Pinte Ale“, SD. 49 -- 66 das
Notwendigſte aus der Formenlehre ſammt vielen NedenSsarten,
S. 67--92 ein na< Sachverwandtſhaften gruppirtes Wörter-
buch , S. 92--191 das Geſpräc 199-204 engl. Sentenzen, 204-214 einige kleine Erzälun-
gen, dann das engl. Nationallied Rule Britannia mit feinem
wiederkehrenden prachtvollen Oclußreim :
Rule Britannia, Britannia eule thie waves!
Britons never Shall be Slaves!
und zum Schluſſ eine Ueberſiht, was engl. GeldſtüFe in Frank-
reich , Preußen , dem deutſchen Reiche und in Deſtreichß gelten.
Das auh äußerlih anſprechende Büchlein iſt dur; und durch
für feinen Zwe> förderlich, jede neue Auflage Überbietet die
früheren dur< Zuwa pfohlen S. 204 levee nicht mit Lever, ſondern deutſch zu
überſeßen und S. 201 endeavoured zu ſ
Verantwortliche Redactoren
Dr. &K. Wagner und Dr. K. Zimmermann. -- DruF und Verlag von K, W, Leske in Darmſtadt.

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