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und Rüdfic ftrebungen und Leiſtungen auf dem Sculgebiete in klaren Umriſſen darſtellt.
Styl gegehen werden, um dem Beobachter einen ſc zu ermöglichen,
en ſein, und nöthigt hierzu auch der enge Raum von wöchentlich 3 Blättern,
Beſtre
beſhränft werden foll.
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will die Sculzeitung erleichtern, indem ſte die Ergebniſſe der Forſchungen, Erfahrungen, Be-
Daß dieſe in kräftigem und gedrängtem
wird der Herausgeber unabläſſiges
auf welche die Allgem. Schulzeitung
Soll unſer Plan gelingen und unſere Saat Frucht bringen, jo hedürfen wir freundliher Unterſtüzung ſtrebſamer
Schulmänner und zahlreicher Lejer, um
Empfehlung unſrer Zeitſchrift dur großh. be).
ein Sporn zu ſtets höherer Vervollkommnung jein wird,
Schule berührenden Verlagswerke frühzeitig einzuſenden,
önnen.
Vom Schulregiment.
a. Bedürfniß ver Schule.
Nach Erkenntniß und Thätigkeit dürſtet die menſchliche Seele
von der Wiege his zum Grabe , und wo ihr ſchulmäßig gebotene
Mittel fehlen, ſucht fie beide in ihrer nächſten Umgebung nach
der Lage der Dinge. Das Kind lernt mit Luſt und Begier
den Uppen der Mutter und Amme die Sprache ab , der Pflü-
ger die Tagszeit aus dem Stand der Sonne, der Seemann
die Weltgegend aus dem Lauf der Sterne. *) „Der Landmann
hat für's Wetter ſeine Zeihen, der Schiffer jeine Boten für
den Sturm.“ „Ich altre, ſagte Solon, doc werd ich nicht ;“ der hoc nem nahen Ende Beſchäftigung für den Geiſt; er faſſte darum
bekannte Fabeln in Verſe, ein anderex Mann im Kerker knüpfte
ſeines Geiſtes Regſamkeit an die Fäden einer Spinne und
merkte ihr das Fülvermögen der Witterung ab. So treibt die
angeborne Natur den menſchlichen Geiſt raſtlo8 und unaufhörlich,
ſich zu regen, ihn zu erweitern, Bicht zu ſuchen für das Dunkle,
einzubli>en in das Verborgne, die anerſchaffne Kraft zu üben,
zu ſteigern. So erſcheint die Schule als die eigens dem allge-
meinen Trieb nach Belehrung dienende Veranſtaltung als allge-
meines Bedürfniß und zunächſt nur als Erweiterung des häus-
lihen Kreiſes, in dem das Kind zur Erziehung berechtigt, der
Vater verpflichtet iſt. Es iſt darum auch nur eine Erſ krankhafter Zuſtände , wenn ſich einzele Menſchen und Menſc elaſſen der Schule entziehen; denn in geſunden Verhältniſſen
verlangt der lernbedürftige Menſch na< Lerngelegenheiten und
Bildungsſtätten und die Schule bedarf nicht der Zwangsmittel,
Sie hat nur ihre Pforten zu öffnen, die Eintretenden mit lieb-
reichem Gemüt zu empfangen , die Hungrigen mit zwe&mäßiger
Nahrung zu ſpeiſen, und ihr Same wird nicht unter die Dor-
nen fallen, ſondern hundertfältige Frucht tragen. Daß bei
krankfhaftem Stumpffinn der Eltern der Staat berechtigt und
gehalten ſei, deren Kinder zum Schulbeſuch zu zwingen, exr-
gibt ſic) ſchon aus ſeiner Pfliht der Sittenzu haltung, indem er ſeinen Beſtand und Wohlſtand durc<4 die
lawinenartig anwachſende Zahl von Barbaren und Erwerbsun-
fähigen nicht gefärden laſſen kann. Luther bekräftigt dieß mit
folgenden Worten? „I< halte, daß auch die Obrigkeit ſchuldig
ſei, die Unterthanen zu zwingen, ihre Kinder zur Shule zu
halten; denn fie iſt wahrlich ſchuldig, die obgeſagten Aemter
und Stände zu erhalten, daß Prediger, Juriſten , Pfarrherrn,
Schreiber, Aerzte, Schulmeiſter u. dgl. bleiben; denn man
kann derer nicht entbehren. Kann ſie die Unterthanen zwingen,
ſo da tüchtig dazu ſind, daß ſie müſſen Spieß und Büchſen

*) Lange, beyor Seefalender berechnet und Seeuhren gemacht waren,
deren lebhafte Theilnahme wir hiermit dringend und geziemend bitten.
Oberſtudiendirection erblicken wir eine ehrende Anerkennung, die uns
Schließlich erſuchen wir die Hrn. Verleger, ihre neuen die
worauf ſie auf baldige beurtheilende Anzeige derſelben rechnen
K.
%n der
. . .
tragen, auf die Mauren laufen und Anderes thun , wenn man
kriegen ſoll; wieviel mehr kann und ſoll ſie die Unterthanen
zwingen, daß ſie ihre Kinder zur Schule halten, weil hie wol
ein ärgerer Krieg vorhanden iſt mit dem leidigen Teufel, der
damit umgeht, daß er Städte und Fürſtenthum will ſo heimlich
ausjaugen und von tüchtigen Perſonen leer machen , bis er den
Kern ausgeboret , eine ledige Hülſen da laſſe ſtehn von eitel un-
nüßen Leuten , da er mit ſpielen und gaukeln fünne, wie er will;
das heißet freilich eine Stadt oder Land ausgehungert und
ohne Streit in ſich ſelbſt verderht, ehe man ſich umſieht." *)
b. Arten der Scule.
Es hört der Menſ< in ſeinem Wiſſensdrange und ſeiner
Vervollkommnungsfähigkeit niht auf, Zögling einer Scule zu
ſein. Die Bucenhallen werden zum Lehrſaal, der Sternen-
himmel zum Lehrbuch , die Bienenzelle zum Vorbild , des Lebens
Ernſt und Trübſal zur Zuchtruthe. Alle find Lehrer, alle find
Schüler, wie der Dunſtkreis unſern Leib, ſo umſ Schule beſtändig unſern Geiſt. Do< unterſcheiden wir haupt-
fächlih 4 Arten der Schule: die des Hauſes, der Wiſſenſ und Kunſt, der Kirhe, und die des Lebens Wir haben es
hier zunächſt nur mit der zweiten zu thun, die in der erſten
ihre Wurzel , in den übrigen ihre Ergänzung und Vollendung hat.
c. Stel der Schule.
Was in dieſen Schulen gelernt, wozu erzogen werden foll,
ergibt fich aus der Beſtimmung des Lehrbegierigen und Lehrbe-
dürftigen , der als Menſ< und Bewohner der Erde, fowie als
Träger einer unſterblihen Seele, die ihre Fortdauer in einem
Jenſeits haben wird, mit allen ſeinen Geſchlehtsgenoſſen auf
gleicher Stufe der Bildungsbedürftigkeit ſteht, dagegen als Mit-
glied einer Familie und eines Staatsverbandes einen von ſeinen
Stamm »- und Zeitgenoſſen ſebr verſchiednen Beruf haben kann.
Die Shule foll vemna< darauf hinarbeiten:
a) den Menſchen zur Menſchlichkeit zu führen, D. h. feinem
Verſtande Schärfe, ſeinem Gefühl eine Richtung auf das Shöne
und Gute , ſeinem Willen ſiegende Kraft über die niedre Sinn-
lichkeit, jedweder edeln Anlage in ihm eine Nachhilfe zur Ent=
faltung zu geben, furzum das Thier in dem Menſchen zu bän-
digen, an den Zügel der Vernunft zu legen und zur Gotiähn-
lic b) ihn mit Kenntniſſen und Fertigkeiten auszuſtatten , die
ihn zu ehrenwerther Mitgliedſchaft der bürgerlichen Geſellſ befähigen; -
+) Geiſt aus Luther's Schriften oder Concordanz ſeiner Anſichten
und Urtheile, herausg. von E, Zimmermann, Daxmſtadt bei Leske,
1831. Bd. IV, S, 114.

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