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in der ungetheilten Liebe und Achtung ſeiner Amtsgenoſſen und
Schüler , denen er ein ſeltenes Beiſpiel der hingebenden Pflicht-
erfüllung war. -=-g-=- |
Jugendſ Herausgegeben von Dr. H.
Berlin, W.
Norddeutſcher Jugendfreund.
Wachenhauſen. |. Bd. 1. und 2. Hft.
Moeſer und Kühn.
Aus dem Proſpectus der in Rede ſtehenden Jugendſ entnehmen wir Folgendes: „Der N. J. will der reiferen Ju-
gend ein fortlaufendes Werk bieten, das derſelben eine den
Anſprüchen unſerer heutigen Erziehung gemäße Unterhaltung
und Belehrung gewährt. Er wird den jungen Gemütern ein
Erzähler , ein Lehrer, ein Führer ſein; wird ihnen die Grund»-
ſäße der Moral und der Religion im finnigſten Gewande vor-
führen , ſie in den lauterſten und unterhaltendſten Erzählungen
dur< Welt und Zeit führen und ihnen ſchildern, weſſen das
menſ in ſeinem Inhalte zugleih auf alle Zweige des Wiſſens und
Wirkens, der Cultur, des Gewerbfleißes, der Kunſt, der Ge-
ſchichte 20. erſtreen , und -= weil denn do auh immer das Bild gehören ſoll -- in jedem Hefte einzele
ſeiner Mittheilungen dur< vorzügliche Kunſtbeilagen und kleine
Holzſ gendlihen Gedächtniſſes und Scarffinns von Zeit zu Zeit
Preisaufgaben bringen, deren Löſung die Redaction dur< koſt-
bare Bücher belohnt.“
In wieweit der Jugendfreund dieſen ſich geſtellten Aufga-
ben nac ten nicht beurtheilen, umſo weniger, als auf die erſten Hefte
beſondere Sorgfalt verwandt zu werden pflegt ; ſoviel aber glau“
ben wir ſagen zu dürfen, daß Dr. W. ein Mann iſt, der Lö-
ſung dieſer Aufgaben gewachſen. Außer ihm betheiligen ſich in
der Literatur rühmlichſt bekannte Perſönlichkeiten : L. Bechſtein,
Friedrich Gerſtäfer, H. Kletke , Ur. A. B. Reichenbach 2c. an
dem Unternehmen, und werden alle Lehrer und Erzieher aufge-
fordert, gegen angemeſſenes Honorar geeignete Beiträge einzu-
enden,
Alle 4 bis 5 Wochen erjheint ein Heft, deren 10 einen
Band bilden. Preis jeden Heftes 5 Sgr.
S...1
Rechenbücher.
1) Sammlung kaufmänniſ nunggarten mit ihren Auflöſungen. Von M. Arnheim.
Deſſau, Neubürger, 1854.
Obwol es niht an Aufgabenſammlungen für's Rechnen fehlt,
jo heißen wir do< ein Buch, wie das vorliegende , willkommen,
das eine reihe Zahl von Uebungsaufgaben (1465) zu allen
kaufmännij men Rechnungsarten = mit Einſchluß der Bruch-
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rechnung = bietet und dadurch dem Schüler Gelegenheit zu
hinreichender Einübung und Befeſtigung des Unterrichts gibt.
Wir hätten nur gewünſ auc<4 in den einzelen Abſchnitten eine ſtrengere Stufenfolge vom
Leichteren zum Scwereren eingehalten worden wäre. Für den
Lehrer ſind die Reſultate der einzelen Aufgaben beigegeben.
Ein Anhang enthält die wichtigſten Handelspläge Europas mit
ihren Maßen , Münzen , Gewichten und Curſen. Das Buch
verdient Beachtung.
2) Praktiſ für Lehrer in Volksſ Güterslob, Bertelsmann, 1852.
Der hier vorliegende Leitfaden zum Unterriht im Kopf-
rechnen enthält einen großen Reichthum von Aufgaben, weil
der Vf. von der richtigen Anſicht ausgeht, daß der Schüler
dur Daß Etwas gründlich du verſtehſt, iſt nicht genug,
geläufig muß dir's ſein, dann übeſt du's mit Flug,
(Rücert.)
und dieß „geläufig ſein“ fommt nur dur< Uebung. Drei
StüFe machen den Rechenmeiſter Uebung, Uebung und wieder
Vebung. Damit ſoll freilich die Belehrung und Erklärung nicht
ausgeſchloſſen werden: auh die iſt nothwendig, thut's aber allein
niht. Namentlich gilt das Geſagte vom Kopfrehnen. Darin
wird in mancher Schule lange nicht genug gethan, und doh --
was iſt am Ende damit genüßt, wenn der Schüler eine ellen-
lange Rechnung auf ſeiner Tafel löſen, aber die einfachſte Auf-
gabe des bürgerlichen Lebens nicht alsbald im Kopfe rechnen
kann ?
Boſſe gibt durF ſein Buch hinreichenden Uebungsſtoff für
unſere Volksſhulen, und um deſſentwillen dürfte es in der
Hand des kundigen Lehrers nicht ohne Gewinn bleiben, wenn
auch ſonſt manherſei daran auszuſeßen wäre. S...1
Zur Schulgeſchichte.
Berltn. Unter den Anordnungen, welche die königl., Aufſichtsbe-
hörden zur Regutirung der inneren Organiſation der Schulen in neue-
rer Zeit erlaſſen haben, ſcheint gegenwärtig auch dte Frage über das
Verhältniß der häuslic ihrer Prüfung zu ſein und iſt mehreren Directoren die Weiſung zuge-
gangen, den Zuſammenhang der Thätigkeit in Schule und Haus nach-
zuweiſen. So gewtß die Unterſuchung dieſer Wechſelwirkung fördernd
und heilſam in das darüber Beſtehende eingreifen und manchem Zuviel
oder Zuwenig, ſowie Falſchem und Verkehrten abhelfen wird, ſo wenig
ſteht zu erwarten, daß daraus etwas Allgemeingiltiges oder ſelbſt nur
den einzelen Lehrer für ſein Object Bindendes daraus hervorgehen werde.
Denn es ift unmöglich, die laufenden Aufgaben ſo zu objectivitren und
zu ſpectaliſiren, daß nicht der freien Einſi Lehrers der unbeſchränkteſte Spielraum gelaſſen bliebe, Dieß will aber
au< jene Verfügung nicht bezwe&en, ſie iſt mehr anregender Natur,
um die Lehrercollegien ſelbſt zu veranlaſſen, in dieſer Beziehung ſc<är-
fer zuzuſehen und anerkannte Mängel zu beſeitigen. Cs iſt genug, wenn
den Behörden die ſogenannten Arbeitspläne, dke verlangt worden ſind,
eingereicht werden, um in einem hervortretenden Falle die nöthige Con-
trole üben zu können.

Verantwortliche Redactoren:
Dr. K. Wagner und Dr. K. Zimmermann. -- Dru und Verlag von K. W, Leske in Darmſtadt.

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