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Wir hoffen,
immer mehr geſunde Koſt dieſer Art zu bereiten.
Sein
r.
unſerm Vf. bald wieder auf dieſem Felde zu begegnen.
Büchlein darf in keiner Dorfbibliothek fehlen!
Zur Shulgeſ Berlin, 20. Juni. Vorgeſtern fand in der königl. Cen-
tral-Turnanſtalt die Shlußprüfung der Eleven ſtatt, welche
den dreivierteljährigen Curſus in der genannten Anſtalt durch-
gemacht hatten. =- Die Feierlichfeit erfreute fich der Anwejen-
heit des Kriegsminiſters, mehrerer Generale und Stabsofficiere,
ſowie der Räthe des königl. Cultusminiſteriums und Sculcol-
legiums , denen fich no< einige andere Freunde dieſes Lehr-
faches angeſchloſſen hatten. (Es galt dießmal ein Vorführen dex
Leiſtungen auf dem praktiſchen Gebiete und waren es daher
bei den Militär- Eleven (18 Officiere verſchiedener Truppen-
gattungen) die verſchiedenen Fehtarten, das Voltigiren und
einzele Anwendungen des Kletterns, Steigens , Springens , wie
ſolhe im Kriegsfa vorgeführt wurden; wogegen die Civil-Cleven, (6 Candida-
ten des Schulamtes) vorzugsweiſe in den verſchiedenen Turn-
arten , als Freiübungen, Voltigiren, Klettern, Springen mit
und ohne Stab, aber auch im Degenfehten die Reſultate ihrer
hisherigen Thätigkeit auf dieſem Felde zeigen konnten. =- Wir
geben nur wieder, was Männer, welche nun zum drittenmale
einer ſolhen Prüfung beigewohnt, unverholen ausſfprachen , daß
nämlich die Leiſtungen dieſes Tages die früheren no dung , Sicherheit und Beſtimmtheit Überirafen, wie denn in
der That nicht nur keine der Uebungen mißlang , ſondern ein-
zele Vorführungen den ungetheilten Beifall der Anweſenden und
Sachverſtändigen erhielten. == Welche Anwendungen von dem
Erlernten die Militärs ſofort werden zu machen haben, das
dürfte eine Frage ſein, die mit der Drganiſation der Ausbil-
dung der Soldaten überhaupt zuſammenhängt, und daher an
anderer Stelle zu entſcheiden fein; daß aber die nun aus der
Anſtalt ausſcheidenden Lehrer zu ſofortiger Thätigkeit gelangen
möchten, das wünſchen wir um ihrer ſelbſt und um der Sache
willen. Daß ſie im Stande ſind, na retiſcher Beziehung der Weg dazu gezeigt worden, den Turn-
Unterricht mit Erfolg zu leiten, das iſt nicht zweifelhaft, und
daß es Zeit iſt, den Turn-Unterri li< überall in die re<ßten Hände zu legen, Dd. h. in die
wirklicher Lehrer, das lehrt die Erfahrung nach beiden
Seiten hin. (N. Pr. Z.)
-- Zehn Jahre ſind es her, daß auf Befehl Se. Majeſtät
des Königs das Turnen als ein nothwendiger Beſtandtheil
der männlichen Erziehung in den königl. Landen erklärt und
ſeine Wiedereinführung an unſern Shulen angeordnet wurde.
Am 19. Juni 1844 ward in Folge deſſen der Turnplaß in
der Hafenhaide eröffnet und dem königl. Friedri<-Wilhelms-
Gymnaſium und den damit verbundenen Anſtalten zum Ge-
brauche überwieſen. =-- Die Erinnerung daran wurde an dem
geſtrigen Tage dur des königl. Friedrich-Wilhelms-Gymnaſiums und der Realſchule
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unter zahlreiher Betheiligung des Publikums begangen. =-
Nach einem allgemeinen Geſange hielt der Turnlehrer Hr. C a-
werau eine kurze Anſprache, in der er darauf hinwies, daß
Se. Majeſtät der König dur< das Turnen der Jugend Des
Vaterlandes ein wichtiges Geſchenk gemacht, und wie es Daher
Pflicht der Schüler ſei, durch treuen Sinn und ſtrengen Ge-
horſam gegen das Geſeß, aber auch durch Männlichkeit , Rüſtig-
keit und treue Arbeit ſih des Gewinnes, den das Turnen ge-
währen könne, theilhaftig zu machen. =- Nachdem darauf in
gewöhnlicher Weiſe ein allgemeines Turnen ſtattgefunden hatte,
ward zum Schluß ein Wett-Turnen der tüchtigſten Schüler
beider Anſtalten abgehalten , wobei am Barren, Re>, Voltigir-
pferde und im Hochſpringen mit dem Stabe ſehr ſhöne und
bedeutende Leiſtungen gezeigt wurden. Am Schluß wurden die
Namen der von den Kampfrichtern als Sieger bezeichneten
Schüler genannt, und dann mit einem allgemeinen Liede das
Feſt beſchloſſen. =- No< iſt die Betheiligung der Schüler am
Turnen eine niht genug allgemeine ; mancherlei wirkliche , aber
auch manderlei eingebildete Gründe gelten dafür als Entſchul-
digung. Vielleicht iſt die Zeit nicht fern, wo wir unter gün-
ftigeren äußeren Einrichtungen , namentlich auf und in unmittel-
bar an den Scullocalen gelegenen Räumen , welches leßtere
wir für die erſte und unumgänglic< nöthige Bedingung eines
geordneten Sculturnens halten, alle Schüler ohne Ausnahme
daran Theil nehmen ſehen! Dann erſt wird ſich's bewahren,
daß das auf wiſſenſchaftliher Grundlage ruhende, in wirklich
pädagogiſcher Weiſe geleitete Turnen reichen Gewinn für unſere
Jugend gewähren kann und wird. (N. Pr. 3.)
Paris. Der Moniteur veröffentlicht das vom legisi. Kör-
ver berathene neue Unterrichtsgeſeß. Dieſes Geſet theilt Frank-
reih in 16 akademiſche Bezirke, deren Hauptorte find? Aix,
Beſancon , Bordeaux, Cann, Clermont, Dijon , Douai, Gre-
noble, Lyon , Montpellier , Nancy, Paris, Poitiers , Rennes,
Straßburg, Toulouſe. An der Spiße jeder Akademie ſteht ein
Rector mit jo viel Akademie-Inſpecetoren , als der Bezirk Abthei-
lungen hat. Im Hauptort jeder Akademie befindet fich ein aka-
demiſcher Rath , deſſen Präſident der Rector und deſſen Mitglieder
ſind: die Inſpectoren des akadem. Bezirks, die Facultätsvorſtände,
7 Mitglieder, welche der Unterrichtsminiſter alle 3 Jahre bezeichnet,
nämlich 1! Biſchof des Bezirks, 2 katholiſche Geiſtlihe over Miniſter
eines nicht katholiſchen anerkannten Cultus, 2 Mitglieder der Magiſira-
tur , 2 Beamte oder Notabtilitäten des Bezirkes. Der akademiſche Rath
wacht darüber, daß die vom Miniſter laut Beſchluß des Dber-Unter-
richtsrathes eingeführten Lehrmethoden in den Primär-, Sekundär - "und
höheren Schulen genau deobachtet werden, und gibt ſein Gutachten über
die Verwaltungs -, Finanz - und Disciplinfragen Betreffs der Gemein-
deſchulen, Lyceen und höheren Unterrichtsanſtalten ab. In jedem Haupts-
orte eines Departements wird unter dem Vorſitz des Präfecten ein De-
partemental-Unterrichtsrath eingeſeßt. Mitglieder desfelben ſind: Der
Akademietnſpector, ein vom Miniſter hierzu bezeichneter Inſpector des
Primärunterrichtes , die ehemaligen Mitglieder ähnli Präfect ha: unter der Oberleitung des Miniſters und laut Bericht des
Akademieinſpectors die Amtsgewalt eines ehemaligen Rectors in Sachen
der Primär- und Privatſchulen. Der Akademieinſpector ſteht unter der
Amtsgewalt des Präfecten bezüglich der Primärunterrichts-Angelegenhei-
ten und des Rectors bezüglich der Collegen und Lyceen. Die Stadt
ſchafft das Local der Akademie, das Mobiliar des akademiſchen Rathes
und des Bureaus des Rectors. Das Departement beſchafft das Local
und Mobiliar des Departementsrathes, der Akademieinſpectoren und be-
ſtreitet die Bureaukoſten.

Verantwortliche Redactoren:
Dr. K, Wagner und Dr. K. Zimmermann. =- Dru und Verlaa von K. W. Leske in Darmſtadt.

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