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Regierungsbezirk. Städte. Plattes Land.
Düſſeldorf 22,21 836,29
Koblenz 21,84 33,74
Trier 12,88 28,12
Aachen 26,34 84,58
Wenn nun endlih unter den Städten wiederum die größ-
ten das günſtigſte Verhältniß ergeben, wie z. B. Berlin 6,48
Procent, Preslau 6,43, Königsberg 4,52, Elbing 6,83 , Dan-
zig 5,99, Poſen 7,00, Frankfurt 17,78, Stettin 8,23, Stral-
jund 6,92, Magdeburg 9,62 , Münſter 12,87, Köln 11,10,
Bonn 5,48, Düſſeldorf 11,12, ſo dürfte es wol klar einleuch-
ten, daß nicht der Zuſtand der Sittlichkeit der Regulator der
UneheliHen Geburten iſt, fondern daß hierauf andere, oben ans
gedeutete Gründe einwirken , wel Dr. Brüggemann redtfertigen?: „Dann aber, glaube ihm, iſt
das Land beſſer, wo der unehelihen Kinder mehr geboren wer-
den , als dasjenige , wo der Weg der Natur verlaſſen und Wege
betreten werden, die freilich unentde>t bleiben, aber in ihren
Folgen die ganze menſ Hierna< kommen in dem ſtreng katholiſchen Bezirk Aachen
auf 400 Geburten 34 unehelihe Kinder, auf den evangeliſchen
Bezirk Königsberg nur 6, in dem katholiſchen Köln 28 und
in dem evangel. Bezirk Liegniß nur 8. Vergleiht man dieß
mit anderen Ländern, ſo iſt dieß noM weit auffallender. Zn
dem kathol. München iſt das fünfte Kind ein unehelihes, in
Graß in Steiermark kommen auf 5 Geburten nur 2 eheliche.
Auffallend iſt es, daß alle Verbrechen ſeit 1848 abgenommen
haben. (Es dürfte intereſſant ſein, über dieſe Verhältniſſe Näheres
zu erfahren. T. N. R.

Engliſ Elementarbu< zur Erlernung der engliſ 3. R. Aubrey. 3. B. v. A. Altona, Buneau, 1854.
Die bekannten Ahn - und Seidenſtü>er*ſ Elementarbücher ſind hier dem Geiſt, dem Syſtem nach in's
Engliſche übertragen. Daß die hier befolgte Methode von den
ſchönſten Erfolgen gekrönt wird, daß ſelbſt ſehr mittelmäßige
Scüler mit fortgezogen und zum Lernen angeregt werden, muß
jeder Lehrer zugeben, der Gelegenhoit gehabt hat, fie au< prak-
tiſ<; zu prüfen. Die Einwände, daß ein Eindringen in den
Geiſt der Sprache dabei nicht möglich ſei, daß in Folge deſſen
gerade das geiſtig Anregende für den Schüler verloren gehe,
will gar nichts ſagen. Wird der Sc<üler Jahre lang mit ein-
fachen Frag- und Antwortſäß dings die Luſt an einer Sprache verlieren; kann er aber, nach-
dem er die Saßbildung der Sprache kennt und einen gewiſſen
Wörterſ gehen; werden daran abermals vom Lehrer Saßbildungs - und
ConverſationsSübungen angeknüpft, ſo wird der Schüler begierig
und fleißig dem Unterricht folgen, und der Lehrer wird durch
ſeine Erfolge belohnt.
Das vorliegende Büchlein (7 B. , 74 Sgr.) iſt in dieſer
Beziehung ſehr zwe>mäßig. Vom Leichteren zum Scwereren
fortſchreitend wird der Schüler mit den engliſchen Conſtructio-
nen vertraut gema 844
wäre eine größere Berüſichtigung der Converſation dur< Frage
und Antwortſäße zu wünſchen geweſen. Die eine größere
Uebung zum Ueberſezen in's Engliſh hätte wol wegbleiben können; denn ihr Nußen iſt, beſonders
wenn die rec verwendet wurde, ſehr zweifelhafter Natur. Die weiteren Ueber-
ſezungsübungen, abwechſelnd engliſc;e und deutſche, find gut
gewählt; die Wörter dazu finden ſic) beſonders im Anhang und
nicht unter den Ueberſezungsſtüken ſelbſt; die dabei vorkommen-
den unregelmäßigen Zeitwörter ſind zuglei< beſonders ange-
merkt. --- Das Büchlein würde noFH& mehr empfohlen werden
können , wenn es nicht ſo viele DruFfehler enthielte; da und
dort ſelbſt in einem Wort 2 Fehler , das iſt dom zu vd
r. .
Jugendſc 1) Buch für Kinder von ZJ.
Zerbſt, I. Wallerſtein, 1854.
Enthält 3 Erzählungen , die mehr für ältere Kindex geeig-
net ſind und au< von Erwachſenen nicht ohne einiges JInter-
eſſe geleſen werden dürften. Die Vf. erzählt re jedo< in Erfindung, Anlage und Durchführung einen I. W.
von Horn, in der Darſtellung eine Cathrina Dieß zu erreichen.
Die beigegebenen 4 Kupfer ſind ſ guter Ausſtattung 15 Sgr.
Satori (geb. Neumann),
2) Die kleinen Seiltänzer. Eine wahre Geſchichte von A,
S 2 Bdhen a 15 Sgr. Zerbſt, I. Wallerſtein.
Eine im Ganzen zu weit ausgeſponnene Erzählung, die bei
kürzerer Faſſung und weniger lehrhaftem Tone mehr Eindru>k
machen würde, indem die Vf. unverkennbares Talent beſitzt.
Es iſt zu bedauern, daß die meiſten Jugendſ viel belehren und ermahnen wollen. „Jeder guten Handlung,
jeder edeln Geſinnung, von der erzählt wird, muß flugs ein
moraliſ jein. Es iſt aber 10 gegen 1 zu wetten, daß die Jugend
dieſe wohlgemeinten Ergüſſe und Excurſe überſchlägt und mit
den Begebenheiten raſch weiter eilt. Sol wie den häufigen Ermahnungen redſeliger Mütter, man hört
ſie halb oder gar niHt, J< meine, die Thatſachen müſſen
ſprechen, und wo dieſe reden, iſt's genug. Die Moral muß in
den Handlungen liegen und durch dieſe den Weg zum Herzen
nehmen; wo das iſt, da bedarf es nur leiſer Hindeutungen,
wo's jedoc< nicht iſt, da bleibt alles Reden leer und langweilig.“
Möge das die Vf. bei folgenden Arbeiten wol bedenken !
3) Neue Reiſebilder. Erzählungen für die reifere Jugend
von J. Hoffmann. 14 Bd 4 Stahlſtihen. Breslau , Trewendt und Garnier, 1854.
Wir haben das 2. Bd ſex Blätter ſhon beſpro hier nur wiederholen und verweiſen deßhalb auf das dort ab-
gegebene Urtheil zurü,

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