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jhen alſo für den 1. Abſchnitt im Ganzen einfachere Säße,
weniger Frageſäße , beſonders weniger Fragen nach dem „Nußen“
und mehr poetiſche Beziehungen ; durc Beachtung deſſen könnte
die 2. Aufl. jedenfalls den Werth des Buches, auch als Leſe-
vu< no< erhöhen. = Im 2. Abſchnitte: Erzählungen 2.
finden ſich gut gewählte Stü>e, welche gewiß geeigneten LeſJe-
ſtoff bieten. =- Die Anordnung im 3. Abſchnitte iſt zwar nicht
überſichtlich, deſſenungeachtet ſehr zwe>mäßig. Ss heißt z. B.
S. 66: „Gott iſt heilig und gerecht.“ Darunter ſteht der
Spruch: „Du biſt niht ein Gott, dem gottlos Weſen gefällt;
wer böſe iſt, bleibt niht vor dir.“ Dann die Strophe:
„Wenn ich ſtets thue , was im ſoll 2,“ So ſind alle Eigen-
ſchaften Gottes behandelt; Gott iſt wahrhaftig, fehlt. Dar-
auf folgt: von Jeſus; Pflichten, auf gleiche Weiſe durch-
geführt; Gebete. Den Sckluß bilden 20 Denkreime. Die
Kieder- und anderen Strophen ſind im Ganzen ſehr gut ge-
wählt; dasſelbe läßt ſich von den Denkreimen ſagen. =- Die
Ausſtattung iſt untadelhaft. =- Wir glauben, nac< allem Vor-
hergehenden das Büchlein als ein planmäßig angelegtes und
zwemäßig ausgearbeitetes empfehlen zu können. =- Wenn man
einen Vergleih über den Werth beider Bücher anſtellen will,
jo verdient die „Handfibel“ als ein methodiſch gründlicher durch-
gearbeitetes Buch den Vorzug.
D. | GSG. H.
3) S tet von Chriſtian Koſt, Lehrer an der Töchterſchule in
Wolfenbüttel. 12 Taf. Wolfenbüttel, L, Holle. Pres
1 Thlr.
Auf dem Umſchiage der „S fung: In gleichem Verlage erſchien: Screibleſefibel von Ch.
Koſt. 6 Bogen. Preis 3 Sgr. Dieſelbe liegt jedoH nicht
vor, iſt uns auh überhaupt nicht bekannt. --- Das Weſen der
vorſtehenden „S Screibleſemethode") im Allgemeinen Kenntniß werde bemerkt, daß deutſ und deutſche
Scrift parallel nebeneinander herlaufen. Der erſtere ſoll die
Leſeübungen abgeben, während die zweite dem Shüler nur vor»
- zügli< zur Erkenntniß der Formen und als einzele Vorſchrift
dienen kanu; denn gleichmäßig viele gedrute und geſchriebene
Leſeübungen find ni 3--6 geſc Tafel IX beginnend , in bekannter genetiſcher Folge mit ſeinen
Leſeübungen den 2. Abſchnitt bildet, iſt nur der einzeln ge-
ſchriebene Buchſtabe neben den großen DruFbuchſtaben über jede
Uebung geſtellt. Die Züge der großen Buchſtaben gefallen uns,
einige ſehr wol, wie St, T, L, H. Die Ober- und Unter-
längen der kleinen Buchſtaben ſtehen aber in einem niht wohl-
gefälligen Verhältniſſe zu den Mittellängen : die beiden Grund-
ſtriche eines n aufeinander geſtellt, ſind höher, als [, b, k
tt. fj. w., 0, 4 g, [, b find unten rund. Dem Rf. gefiele es
indeſſen beſjer , wenn alle Grundſtrihe unten ſcharf wären.
Der DruF und das Papier ſind gut; manc Buchſtaben ſchärfer fein. Die Arbeit enthält guten, dabei die
bezügliche Lehrfertigkeit ſehr genau beachtenden Stoff; die man-
nichfaltige Form der Säße iſt zu loben. --- In der Methode
bietet die „S daß i und Ü zur Einübung ſo nahe zuſammenſtehen, ja, ei
und eu ſtehen gar nebeneinander, Nicht das Aehnliche, ſondern
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das Kontraſtirende wird leichter aufgefaßt. Eins hätte erſt
ſollen gründlich eingeübt ſein, --- Verlangt man an eine Wand-
fibel, daß ſie alle Dru>k- und Scriftzeichen bringe und in
Lautverbindungen und Wörtern vorführe, ſo iſt die vorliegende
„Sc th, rh, x, y, qu, ß, &, ſhränkte ſich der Vf. die Wahl der Wörter für die folgenden
Uebungen; doh verdient hierbei die Achtſamkeit, mit der die
obigen Buchſtaben vermieden wurden, damit nur orthographiſch
Richtiges geboten fei, volle Anerkennung, wenn man auch den
Grund der Beſchränkung nicht einſieht. Was geboten iſt, iſt
ſehr brau Neligionsunterricht.
Erklärung des kleinen Katechismus Luthers. Zugleich als
Leitfaden zum leichteren Gebrauche des in der evpang.-lu-
tderiſcm ten bibl. Spruchbuches von Dr. Chriſtian Frdr. Boe>b.
Siebente verb, Aufl. Kempten, 1854, Tobias Dann-
heimer. 144 S. 12 kr. od. 4 Sgr.
Die 6. Aufl. dieſer trefflichen Katechismus-Erklärung haben
wir in Nr. 152 des Th. Lit. Bl. vom Jahr 1852 beſprochen und
damals das Bu< den Amtsbrüdern und Lehrern na< Gebühr
empfohlen. Seitdem hat dasſelbe insbeſondere auch im nördl,
Deutſchland einen reichlihen Abſaß gefunden, daher in ſehr
kurzer Zeit eine neue Auflage nothwendig geworden iſt. Der
verehrte Verfaſſer (k. b. Oberconſiſtorialrath zu München) hat
ſeine Arbeit von neuem durchgeſehen, die Erklärung, was ſehr
zu loben iſt, noc no und beſtimmter gefaßt, und wo es räthlih ſchien, bald Abfür-
zungen, bald Erweiterungen eintreten laſſen. Der Kenner un-
jerer Katechismus-Literatur bemerkt mit Vergnügen die fleißige
Benukung älterer Katehismen , welche unter die tüchtigſten und
bewährteſten gehören, und es iſt dieſelbe ni fluß auf dieſe neue Auflage geblieben. In der vorhin erwähn-
ten Anzeige ſprac< Ref. den Wunſch aus, „daß das Bu in
den Schulen nicht bloß zugelaſſen, ſondern geradezu an der
Stelle des ſ. g. bayeriſchen Katechismus eingeführt werden
möchte , in wel te bejonderen Vaterlande des Rf. nicht geſchehen --- im Confir-
manden-Unterric Erflärung =- wol aber iſt in dieſer neuen Ausgabe der luth.
Text der Erklärung ohne Unterbrechung vorangeſtellt und damit
der Wunſ< Vieler erfüllt.
Mit beſonderem Vergnügen haben wir die Mühe bemerkt,
die der Vf. ſim gab, hier und da no< faßlicher, kürzer und
präciſer die Fragen und Antworten einzurihten. So lautet
beiſpielsweiſe in den früheren Ausgaben die 29. Frage: Wie
jollen wir die h. Scrift leſen? und die Antwort war: Wir
jollen fie alfo leſen, daß wir 1) demüthig und gläubig, mit
Verläugnung aller eigenen Weisheit, achten auf das feſte pro-
phetiſ heil. Geiſtes herzlich bitten; (Pf. 43, 3. 119, 18.) 3) alle

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