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gen Höheſtand der wiſſenſc (Olynih. 1, S8. 2) «vr» geſchrieben und NUV ſupplirt, wo-
gegen Böhme im Teubner'ſ gung 76€ &VTOy ürnogegwuede ſchreibt. In der anrüchi-
gen Stelle O1. 1, 3. 3 lieſt Dindorf 798Ew?7 78, ohne Dobree's
nicht unwahrſcheinlichem Vorſc S. 20 läſſt er mit Dobree und G, Hermann die vielbeſtritte-
nen Worte 27l T>VE EIWEL GTRUTLOTUKE ganz weg. I<
Halte dies aus den oben angegebenen Gründen immer no< für
beſſer und für leichter zu rechtfertigen, als fie mit TEÜT auf-
zunehmen. 3. 21 ſteht Exec, nicht Exo, no< weniger EX7). --
(Uroy, nicht G(ÜTO mit Sauppe. 3. 23 ev 90x08. 8 26
ez un http 74% 00) &lTr8Zp gegen alle übrigen Ausgaben |t.
zun - . % ohne es. Die Bulgata hat jedoch gar nichts An-
Aößiges , wenn man fie mit Weſtermann überſeßt : „um es ge-
lind auszudrüen.“ Sauppe legt ihr den ſ denen Sinn unter: vereor ne quod Thebani facturi unt
nimis acerbum git dietu et auditu, Dd. hb. mein bitteres
Wort über der Thebaner Vorhaben, wird euch wol ſ Herz fallen; das iſt aber den Worten eine weitere Bedeutung
gegeben, als ſie an fich haben; Roſt's Erklärung: „Dubitanter
cum urbanitate quadam profert Sententiam , quam ipse
minime dubitans animo concepit: haud Sane nimis
acerbum Sit dictu, es mag wohl keine zu harte Behaup-
tung jein“ , ijt weder dem Überhaupt gerad heraus und ohne
Rüchalt ſprehenden Demoſthenes, noh ſeiner damaligen Auf-
regung gemäß; Dindorf's Lesart iſt nun gar eine Selbſtent-
fräftung der nachfolgenden Behauptung. 5. 27 ev>0 7
"XEL. -- 71900260 mit Sauppe und Weſtermann gegen Bek-
tker's n00080D9 . 8Euext ft. eivext der Übrigen. Damit haben
wir alle Abweichungen Dindorf's von bedeutenden Ausgaben in
der 14. Olynth. Rede verzeichnet, und dies wird hinreichen , un-
fer Urtheil zu beſtärken , daß wir hier eine ſehr empfehlenswerthe
Textesausgabe vor uns haben. K. W.
Lesestücke aus griechischen und Jlateinischen Schrift-
Stellen. Zum Privatstudium oder auch zum öf-
fentlichen Gebrauch für die oberen Classen der
Gymnasien zusammengestellt von Dr. M. Seyffertit,
Prof. am k. Joachimsth. Gywmm. in Berlin, Leipzig,
Holtze, 1854. XIV, 212. S. 8. 21 Ngr.
Der Herausg, der Palaestra Musarum (1834), Vf. der
ausfürlichen Erläuterung von Ciceros Lälius (1844) und des
„Privatſtudium“ (4853) ſucht hier in Einem kleinen Bande
zu vereinigen, was Fr. Zacobs in 4 Bde. vertheilt hatte.
Dies war möglih, da es jeßt bei der weiten Verbreitung der
verdienſtlichen Weidmann'ſchen und Teubner'ſ Elaſſiker genügte , die Stellen oder Scriften namhaft zu
madhen , aus denen der Schüler den Stoff zu ſeiner Privat-
lectüre nach Belieben fi wälen kann. Nur die Elegie hat
die Weidmann'ſhe Sammlung außer A gerade dieſe Dichtungsart „für die zea&EPNnFor unſerer Gymna-
fien wie geſchaffen. Die Form derſelben, als das ſeelenvollſte
Gebilde des antiken Geiſtes in ſeiner Jugendblüte , der nament-
lic der geniale Verſtand der Ovidiſchen Muſe einen unwider-
ſftehlihen Zauber künſtleriſcher Vollendung verliehen hat, ſowie
der Juhalt, der als AusdruF der unveräußerlichſten Empfin-
dungen, welche die menſchlige Bruſt bewegen , in der unmittel-
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barſten und vernehmlichſten Weiſe, aus dem Herzen zu dem
Herzen ſpricht, Beides gibt eine Muſik, die wiederklingt, die
forttönt im Innern, die die jugendliche Welt erobert. . . . .
Wo alſo die öffentlihe Schule verhindert iſt, die Elegie in
den Kreis ihrer Lectüre aufzunehmen , muß ſie wenigſtens es
ſim angelegen ſein laſſen, den Schüler auf andere Weiſe damit
befannt zu machen.“ Gerade der Gymnaſialjugend unſerer
Zeit, in der man den belebenden Hauch poetiſchen Webens und
Schaffens vermiſſt und den Geiſt der Dumpfheit und des
Mißbehagens wahrnimmt , thut es, wie Hr. S. ſehr wahr er-
örtert, Not, daß ſie von dem Anhauc< der fremden Muſe ge-
fräftigt werde. „Laſſt uns deshalb dieſe Lieder, dieſe Elegieen
zu einem dauernden Eigenthum unſerer Schüler machen. Hier
ſind loci memoriales, friſ müſſen erklingen auf den Lippen und in den Herzen unſerer
Zöglinge, erklingen aber mit vollem Klange, mit aller Feier-
lichfeit der Recitation- Was damit gewonnen iſt ? DO Kieber,
das Leben und die Liebe. Das Wort des Dichters? „Spät
erklingt, was früh erklang“ gilt für alle, die einen poetiſchen
Funken edler Begeiſterung in ſich nähren und aus dem unver-
gänglichen Born füßer Erinnerung ein Leben ſchöpfen wollen,
welches derſelbe Dichter als das Lehen im tiefſten Innern be-
zeihnet. Wir beklagen uns jezt, daß unſere Gymnaſiaſten nach
dem Austritt aus der Schule ſo oft jedes Band geiſtiger Ge-
meinſ ſie nicht an ihrem beſten Theile, am Gemüte, Schiffbruch ge-
litten hätten ? Alfo, eine Erinnerung gilt es zu pflanzen, die
füß iſt, die durch ſich die Kraft hat, tiefe Wurzeln zu ſc und immer neue Keime zu treiben, die endli ſten des Menſchen ſo verwähſt, daß fie ſein eigenſtes Eigen-
thum und dadurch nicht nur der Focus hberzinniger Gefüle,
ſondern au) die Quelle zierliher Gedanfen wird.“ Zur Ex-
weFung eines ſo gemütlichen, für die ganze Lebensfriſt aus-
dauernden Seelenlebens bietet uns hier Hr. S. zum Leſen
und Memoriren eine trefflihe Auswahl poetiſ Des Tyrtäus Sclactgeſänge und Marſchlied ſtehen voran,
an ſie reihen ſi; Klagen des Mimnermos über die
Kürze der Jugendblüte, Solon ertheilt ſeinem Volke weiſe
Ratſ Epigramme aus der griech. Anthologie geben reichlih, was den
Geiſt nähren und das Gemüt erwärmen kann. Aus den Pro-
ſaikern Herodot, Xenophon , JIſokrates , PlutarFh und Lukian
werden die Abſchnitte mit Angabe ihres weſentlichſten Inhalts
und ihrer literar. Bearbeiter bezei Privatlectüre eignen. Von latein. Dichtern ſind auf S. 62
bis 192 die lieblihſten Erzälungen aus Ovid, beſonders ſei-
nen Faſten, aus Tibull, Weniges aus Lucan und Silius
und 24 Epigramme ausgeſhrieben und wie die grieß, Stücke
durd) gehaltvolle Vorbemerkungen und ſprachliche und fachliche
Erläuterungen einer finnigen und genußvollen Aufnahme in des
Herzens Geiſt und Empfindung nahe gelegt. Aus DOvid's
Verwandlungen, aus Vergilius und den Profaikern Livius,
Salluſt und Cicero werden wiederum nur einzeine Stellen und
Scriften zur Verarbeitung empfohlen, Wie Hr. S. in ſeiner
Luſt und Fertigkeit, den Alten nac anmutigen latein. Verſen , wie ein Scifflein, das in die Weite
auslaufen ſoll, gemütlih mit ſeinen Wünſchen begleitete , ſo
gibt er ihm au< ein genaues Inventar deſſen mit, womit es
befrachtet iſt, und ſtellt darin auF€ das Verwandte, das Zu-
ſammengehörige und in der Lectüre zu Verbindende Überſichtlich

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