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den geſeßlihen Lehrerwohnungen gebaut. Jeßt find von den
203 Sculgemeinden nur noh zwei ohne beſondere Schulhäuſer.
Jede Schulgemeinde hat ein Shulgut, deſſen Zinſen zur
Beſoldung des Lehrers, der Erhaltung des Scullocals 2. die-
nen. Dod) iſt der gegenwärtige Beſtand dieſer Schulgüter ſehr
ungleich und differirt von 2121 bis 62,822 Fr. Der Staat
leiſtet an die Beſoldung jeder Volksſchullehrerſteie jährlich
100 Fr , uud da, wo die Zinſen des Sc liche Beitrag, die Sculgelder 2c. nicht ausreigen, kann noh
ein außerordentlicßer Staatsbeitrag bis zu 150 Fr. verabfolgt
werden. Den ordentlichen Staatsbeitrag an die Beſoldungen
hat der Staat ein für allemal in der Weiſe geleiſtet, daß er
jeder Schulgemeinde das der Zinsſumme 100 Fr. entſprechende
Kapital, nämlich 2500 Fr. aus dem Vermögen der 1848 auf-
gehobenen Klöſter einhändigte. Die Quellen, aus denen das
Schulgut fortwährend geſpeiſt wird, ſind: 4) Vermächtniſſe und
Vergebungen. 2) Die geſeßliche Verehelichungsgebühr, die der
Bräutigam an das Sculgut ſeiner Heimath abzugeben hat.
3) Einfaufsbetrag neu aufgenommener Bürger. 4) Zuſchüſſe,
welche der Staat ausdrüFlich für das Sc das Jahr 1860 waren es 60,346 Fr. 5) Außerordentliche
Beiträge der Bürger. Das Sculgut darf zur Beſtreitung der
laufenden Bedürfniſſe nur in ſeinen Zinſen angegriffeu werden.
Wo die regelmäßigen Einnahmen nicht. ausreißen, da müſſen
Sculfteuern erhoben werden, die wie die Drtsgemeindeſteuern
auf das Vermögen verlegt werden, Frfld. Dr. H. B.
* Poſen, Aus der Proyinz Poſen erhalten Ste heute
die Nachricht, daß das königliche Provtnzial-Schulcollegium in
Rawicz eine Art Hülfsſeminar eingerichtet habe. Am 1. Deto-"
ber nämlich beginnt in Rawicz ein einjähriger Lehreurſus für
jolc beſigen, um dur< Theilnahme an dem mehrjährigen Seminar
curjus in Bromberg ſic für ihren Beruf auszubilden, oder
denen, obgleich ſie bei der Aufnahmeprüfung die für den Ein-
tritt in das daſige Seminar erforderliche Reife dargethan haben,
wegen der zu großen Zahl von Bewerbern um die erledigten
Stellen die Aufnahme verſagt werden mußte. Der Curſus
wird mit einer Schlußprüfung verbunden ſein, welche denen,
die ſie beſtehen, die Qualification zur Anſtellung als Lehrer
gibt. Und daß diejenigen, wel und Eifer folgen, dieſes Examen werden beſtehen können, dafür
bürgt, außer der Zuſicherung der Behörde, die bewährte Tüch-
tigkeit derjenigen Lehrer, in deren Händen der Unterricht liegen
wird, Die Zöglinge werden freien Unteericht, freie Wohnung,
Heizung und Beleuchtung, ſowie zur Beſchaffung von Lernmits-
teln ein monatliches Tajchengeld von 1 Thir, erhalten. Nur
für ihre Beköſtigung und Kleidung haben ſie ſelbſt zu jorgen,
Jedenfalls iſt durch dieſe Einrichtung einem guten Theil der
Nothſtände abgeholfen , von denen i< neulic< ſprach, und in
derſelben ein neues Zeugniß von dem Eifer gegeben, mit welchem
die ſogenannten internen Rätbe unſerer Provinzialbehörden für
die ihnen untergeordneten Schulen ſorgen. Freilich iſt es frags
jim, wie wir uns die neue Inſtitution zu denken haben, ob als
den ſicheren Anfang des lang erſehnten Seminares, oder als
das Anzeichen, daß deſſen Errimtung in weitere Ferne gerüdt
und darum dieſes Auskunftsmittel gewählt ſei.
z Rus der Provinz Poſen, Die Rectorclaſſen, über
welche Sie etwas mehr zu hören wünſchen, ſind meines Wiſ-
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ſens eine unſerer Provinz eigenthümlihe Einrim mit den Rectoraten anderer Orte nichts als den Namen gemein
haben. Dieſe Sculen find in denjenigen Orten der Provinz,
in welßhen no< keine höhere Lehranſtalten ſich befanden, und
welche der Siß von Gerichtscollegien waren , im Jahre 1842
dur; die königl. Regierung errichtet worden. So viel mir
bekannt, hatte der damalige Präſident des Tribunals in Poten,
Hr. v. Frankenberg- Ludwigsdorff, den Anſtoß gegeben, indem
er durc; dieſe Schulen den Juſtizbeamten den Aufenthalt in
den kleinen Städten ſeines Departements erleichtern, reſp. er-
möglichen ſollte. Das Ziel dieſer einclaſfigen Schulen war
die Vorbereitung der Knaben für die Quarta eines Gymnaſiums
oder einer Realſchule, Aufnahmebedingung eine genügende Ele-
mentarbildung; das monatlihe Schulgeld betrug 410 Sgr. und
wurde auc höher geſtellt. Der Unterricht wurde einem Lehrer übertragen,
welcher den Titel Rector und einen Gehalt von 400 Thlr.
jährlich erhielt. Für damalige Verhältniſſe, bei den damaligen
ſehr niedrigen Lebensmittelpreiſen in den Provinzialſtädten,
ferner bei der ſih aus der Natur der Shule ergebenden Ge-
legenheit zu vorbereitendem oder weiterführendem Unterrichte
müſſen wi den Gehalt ho< nennen, womit freilich nicht ge
ſagt iſt, daß derſelbe heute aucz no< hoh ſei, aber ausreichend
iſt er im Allgemeinen auc< jezt noM, Die Sculen hatten
keinen confeſfionellen Charakter und ſtanden unter einem beton -
deren Schulvorſtande, deſſen Mitglieder der Bürgermeiſter der
Stadt, die Geiſtlihen beider Confeſſionen und als Vorſitzender
der Gerichtsdirector waren.
Die Ausarbeitung eines ordentlihen Lehrplanes wurde den
erſten Rectoren übertragen und erſt, na fahrungen geſammelt waren, publicirte die königl. Regierung
einen von dem königl. Provinzial-Schulcollegium ausgearbeiteten
Lehrplan als Regulativ März 1844. Dieſem Regulativ geht
ein Vorwort voran, wel den Elementarſ nahmebedingung das zurügelegte 8. Jahr macht und die zum
Eintritt in die Sexta nöhigen Kenntniſſe verlangt, Die Claſſe
ſoll in 2 Abtheilungen, welche der Sexta und Quinta der Gym-
naſien entſprechen , in einjährigen Curſfen unterrichtet werden.
Eine wirklihe Sonderung dieſer Abtheilungen, welche ſich ſonſt
durc< verſchiedne. Penſa trennen laſſen, in vielen Gegenſtänden
ganz gemeinſamen Unterricht vertragen, wird bloß für die latei-
niſmen Schulen befohlen , während deren die jedesmal freie
Abtheilung ſchreiben oder zeichnen fell. Die 32 wöchentlichen
Stunden ſind 6 lateiniſche für die erſte, 4 für die zweite Ab-
theilung, je 4 Stunden für Deutſ<, Polniſch, Rechnen, je 2
für Religion, Formenlehre, Naturlehre, Geſchichte, Geographie.
Die ausführenden Beſtimmungen gehen in das Specielle der
Methode. Der Grunvſagß, den wir no< heute bei vielen vor-
bereitenden Schulen finden, fie müßten das Penſum der Claſſe,
für wel Die Lecküre des Cornel wird ausdrülich unterſagt. Sehr |
beſtimmt wird hervorgehoben, daß die Erlernung der deutſc neben der polniſchen Sprache, oder umgekehrt, die Arbeitslaſt
der Kinder ungewöhnlich vermehre ; es wird deßhalb „den Rec-
toren dringend empfohlen, den Unterricht in den Wiſſenſchaften
auf das Weſentliche zu beſchränken und durc< Hervorhebung
der zur Grundlage in den einzelen. Disciplinen unentbehrlichen

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