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dann gleichfalls nac< Lüben bei 3 Stunden der Unterricht
auf die topiſche, in Claſſe !1 bei 2 Stunden auf die politi-
ſhe und ſtatiſtiſche Geographie über und ſchließt endlich. in
Claſſe 1 bei 3 Stunden mit der aſtronomiſchen und phyſikali-
ſhen ab. Zu Grunde liegt hierbei H. Viehoff, die aſtronomi-
ſche und phyſiſche Geographie,
Der Unterricht in der Geſc mit einer Stunde ſeinen Anfang und behandelt hier vor Allem
die Sagengeſchichte , die Erzählungen von Deutalion und
Pyrrha, Kadmus, Perſeus, Joe, Dädalus und Jkarus, Argo-
nautenzug, Tantalus, Pelops, Herkules, Thejeus, Dedipus,
den Zug der Sieben gegen Theben und den trojaniſchen Sagen-
kreis. Ju Claſſe 11: werden dann nach dem. „Leitfaden zur
allgemeinen Geſchihte 1. Stufe von Lange“ die bedeutendſten
welthiſtoriſchen Perſönlichkeiten und die von denjelben herbei-
geführten Ereigniſſe in diographiſ wöchentlich 2 Stunden... Sind ſo durch die Mittheilung der
Biographieen Lichtpunkte für die Hauptepohen der Geſchichte
gewonnen, ſo folgt nun in Claſſe 11 bei 2 Stunden die eth-
nographiſche Behandlung, und zwar tritt hier im 1. Jahr die
griehiſche und römiſche, im 2. Jahre die deutſche Geſchichte
ein, gleichfalls na< dem erwähnten Leitfaden von Lange
3. Stufe. In Claſſe 1 endlich tritt in 3 Stunden nac ſelben Leitfaden 3. Stufe vei dem vorauszuſeßenden eniwickel-
teren Standpunkte der Schüler die Univerſalgeſchichte ein, und
zwar im 1. Jahre die alte und mittlere, im 2, die neuere
und neueſte Geſchichte, namentlich unter Hervorhebung der. vater-
ländiſchen Geſchichte und des Kulturgeſchictlichen.
Das freie Handzeichnen hat in Claſſe V1 keine bes
ſondere Stunde, denn hier kommt es nur in Anwendung zur
Uebung beim Anſ dann bei 2 Stunden wöchentlich der eigentliche Zeichenunter-
richt und wird in Claſſe 1V ebenfalls mit 2 Stunden, in
den übrigen Claſſen mit je 1 Stunde fortgeſest. Es gilt
bei dieſem Unterricht, die Schüler dahin zu bringen, daß ſie eine
angemeſſene Uebung im freien Handzeihnen nach Körper und
der Natur erlangen und durch geometriſches Zeichnen mit
den Anfängen und Elementen des Projections- und. perſpecti-
viſchen Zeichnens bekannt gemacht werden. Uebungen im Copi-
ren werden angeſtellt nac) Preusker's Landſchaften 1., 2,, 3.,
4. Heft, fowie nach Hermes und Günther 3; Uebungen im Fis-
gurenzeihnen na< Koopmann (Profeſſor an der polytehnijchen
Scule in Karlsruhe) 1., 2., 3. und 4. Heft. | |
Für den Schreibunterricht iſt in Claſſe VI keine bejon
dere Stunde beſtimmt, vielmehr fällt er hier zujammen mit
dem erſten Elementarunterriht. In Claſſe V beginnt derſfelhe
mit wöhentlih 2 Stunden, .und zwar ſo, daß in doppelt
liniirten Heften das kleine und große Alphabet der deutſchen
Currentſchrift geſchrieben, das Saßſchreiben nac) dem Takt
geübt wird und endlich freie Uebungen der Finger, Hand und
Arm angeſtellt werden. In Cloſje 1V tritt bei wöchentlich
2 Stunden das Screiben in einfach liniirten Heſten ein, es
kommt das Alphabet der engliſchen Curſivſchrift hinzu, es wer-
den Freiübungen und Uebungen in der deutſchen Currentſchriſt '
mit Uebungen im Schnellſchönſchreiben angeſtellt. In Clajje 11
finden bei wöchentlich 1 Stunde Freiübungen in weiterer Aus-
dehnung ſtatt, deßgleihen Saßſchreiben in deutſ liſcher Schrift na< dem Takt und. endlih Uebungen im Shrei-
ben ohne Linien. In Claſſe UU endet der Screibunterricht
in 1 Stunde wöchentlih mit Schreiben der römiſchen S 44
im freien Shwung nach dem Takt, ſowie im Schreiben der
Canzleiſchrift, So tritt alſo dieſer Unterricht in den oberſten
Claſſen immer mehr zurü&, und die Aufgabe desſelben iſt,
Schnelligkeit, Sicherheit, Charakter und Schönheit der Schrift
zu erzielen.
. Der Unterriht im Singen, der dur durc einfachſten Singübungen, woran fich die Einübung von drei
der leichteſten Choräle und ſechs leihten Liedern anſchließt.
Claſſe V jezt in ebenfalls 1 Stunde dieſe Uebungen fort und
fügt noch ſechs leichte Choräle nebſt zehn leichten Liedern hinzu.
Claſſe 1V erweitern ſich in wöchentlih 2 Stunden die Uebun-
gen, acht etwas ſchwerere Choräle und zehn dergleichen Boltks-
lieder treten hinzu bei Wiederholung der vorigen. Während
in den genannten Claſſen nac) dem Gehör geſungen wird,
findet Claſſe ill in wöchentlih 2 Stunden die Einführung in
das Notenweſen ſtatt nach der Geſangſchule von Schulz, acht
mittelmäßig ſchwere Choräle und zwdlf dergleichen Volkslieder
erweitern den Kreis des Gelernten. Als Grundlage hierzu
die Volkslieder für Schulen von Albracht, Claſſe 11 beginnt
bei 2 Stunden wöchentlich mit leichten zwei- und dreiſtimmis-
gen Singübungen und fägt an das Vorige a räle und zwölf zweiſtimmige Volkslieder. Claſſe 1 endlich jekt
in wöchentli<ß 1 Stunde die zwei- und dreiſtimmigen Uebun-
gen erweitert fort und nimmt dazu zehn der ſchwerſten, aber
gangbarſten Choräle und zwölf Volkslieder zwei- und dreiſtim-
mig. Berüdfichtigt wird dabei auf allen Stufen die Körper-
haltung, Mundſtellung, Athmung, Intonation, Ausſprache, Bei
der Einführung in das Notenweſen wird beachtet in Claſſe 111:
Die Kenntniß der Noten, ſtufenweiſe und ſprungweije Fort-
ſchreitung, der Taft und ſeine Arten; in Claſſe 1i und 1 die
verſchiedenen Tonleitern , Dur und Moll, der Dreiflang auf
jedem beliebigen Grundtone, Zerlegung und Umtfehrung des
Dreiklangs, die Cadenzen, =- So geht alſo der Geſang vom
Singen nach dem Gehör aus, ſchreitet dann fort zum Singen
nach Noten bis zum zwei- und dreiſtimmigen Geſang und be-
zieht ſic) vorzugsweiſe auf Choräle und Volkslieder, nament-
lich hiſtoriſche,
Aus dieſem Lehrplane, der deßhalb in ſolcher Ausführlich -
li die Aufgabe der „Erſten Bürgerſchule“ am klarſten hervorgeht,
ergibt ſich, daß dieſelbe in den unterſten Claſſen einen voll-
ſtändigen und gründlichen Elementarunterri wiſſenſchaftlihe Bildung vorausſekt, ertheilt, in den Mittel-
laſſen dagegen die Schüler nach einander in die einzelen Fächer
einführt, alfo daß ebenſowohl der Uebergang in den Öoqmna-
fialcurſus, als auch der Fortgang zu weiterer und tieferer rea-
ler Bildung in tüchtiger Weiſe angebahnt wird. In den obe-
ren Claſſen wird ſodann die Realbildung vor Allem ins Auge
gefaßt und gepflegt, ſo daß die Schüler bei ihrer Entlaſſung
das genügende Maaß von Kenntniſſen und Fertigkeiten haben,
das bei der Aufnahme in die oberſten Claſſen einer höheren
Real- oder Handelsſchule verlangt wird. Damit nicht durch
allzuviele Lehrgegenſtände die Aufmerkſamkeit der Schüler
zerſtreut, die Kraft zerſplittert und das Intereſſe gelähmt würde,
jo mußte man fich klar werden über eine zu ziehende Gränze,
und deßhalb iſt Engliſ< und Griec Unterrichtsgegenſtände der Anſtalt aufgenommen worden, da-
gegen iſt für einen tüchtigen Privatunterrimt in den genann-
ten Fächern Sorge getragen. Ebenſo werden, damit der Shüler

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