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Leſer ſehr viel. Offenbar hat Dr. Horn von allen angeführten
Schriftſtellern das meiſte Geſhi>, Länder und Völker zu ſchrei-
ben; und während wir beſonders ſeine Arbeiten empfehlen,
fordern wir ihn auf, auch über andere Länder und Völker in
der angeſchlagenen Weije zu uns zu reden.
; Ph. W. Wr.
+

Dr. H. Koepert. Geſ Claſſen der Gymnaſien. Ueberſichtlih dargeſtellt. 1. Ab=
theilung: Alte Geſchichte. Eisleben. Reichardt, 1861.
75 Seiten.
Die Eigenthümlichleit dieſes kleinen Leitfadens liegt in der
tabellariſchen Form und in den mit den einzelen Daten
verbundenen Andeutungen zu ausführlihern Erzählungen. Jene
foll die gedäc ſ Peter'ſchen Tabellen ſind die Daten ſehr zwe&>mäßig ausgewählt;
die Angaben zu weiteren Ausführungen find ſacmHentſprechend,
einfach , klar und nicht überladen, ſo daß der Unterricht in
Quarta und Tertia ſie wirkli; ſpecieller abſolviren könne.
Zweifelhaft dürfte der Werth der faſt vollſtändigen Reihe der
Kaiſer Roms erſcheinen; eine Ausſcheidung mehrerer Kaiſer
ſcheint dem Standpunkte der Quartaner beſſer zu enſprechen.
In Anmerkungen find theils orientirende und recapitulirende
Fragen, theils kurze Erläuterungen gegeben, und im Anhang
eine geographiſche Ueberſicht des alten Griechenlands und Jta-
liens. Der Leitfaden wird beim praktiſchen Gebrau ſten Zwecke grundlegender Befeſtigung einer Reihe von Haupt»
momenten der Geſchichte wohl dienen können, erfordert aber
ſelbſtverſtändlich die Ausführungen durch den Unterricht in den
Claſſen, neben welchem eine geeignete hiſtoriſche Privatlectüre
wichtige Dienſte leiſten würde. €.
.« «nemme meer EE
Der Declamator. Hundert deutſche Gedi ren nebſt biographiſchen und bibliographiſchen Notizen.
Aus den Quellen, Für die reifere Jugend zujammenge»
ſtellt von Theodor Cols horn. Hannover, Karl Rümp»-
ſer. 1860. =- 352 S,
Nachdem der Verf. in einer Einleitung Auſſ die Entſtehung ſeines Buchs gegeben , läßt er in 25 YZ die
Regeln der Declamatorik in gedrängter Sprache folgen, „größ
tentheils Erfahrungsfäge, voran die von Göthe entlehnten“ :
er will einen Vortrag mit knapper Geſticulation. == Hierauf
folgen 400 deutſ ſten bis zu den älteſten: es iſt alſo der Fortſchritt vom Leich-
teren zum Schwereren, der Ausgang von der Anj wählt. Die altdeutſ Gedichten ſtehen theils in der Urſprache, theils in Ueberſetzung.
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Dem Urtext ſind lexikaliſche Anmerkungen beigefügt. Wie kommt
aber in alſter Welt der Verf, dazu, den ehrwürdig alters8grauen
Erzeugniſſen unſerer Ahnen noch die Treibhauspflänzhen eines
Wolfgang Müller von Königswinter nachfolgen zu laſſen ? Das
ſieht dom gar nicht naß pädagogiſchem Plan aus. =- Sämmt-
liche ausgewählte Gedichte ſind zum Declamiren geeignet, mögen
fie nun lyriſcher, oder epiſcher, oder dramatiſcher Natur jein.
Bei Bruchſtücken iſt der Zuſammenhang derſelben mit dem Gan-
zen gewöhnlich mit ein paar Worten hergeſtellt.
Den Gedichten geht voraus die Biographie des Di-
ters oder die Geſchichte des Gedichtes (z. B. des Nibe-
iungenliedes und des ReineFe Fuchs nebſt bibliographi-
ſc Situation, in welcher ſich das Gedicht bewegt (z. B. „Der
Schoene 1iroupm“ von Walther von der Vogelweide), Was
zuerſt die biographiſchen Notizen anlangt, ſo ſind fie „ſelb-
ſtändig zuſammengetragen“, und es iſt des Verf. großer Fleiß
anzuerkennen, womit er ſih bei noc< lebenden Dichtern umthut
und aus Biographieen und Literaturgeſ Ein Urtheil über einen Dichter und ſein Leben finden wir
"aum einmal. -- Das bibliographiſche Material iſt meiſt aus
Goedeke*'s „Grundriß“ entlehnt. Wir vermiſſen dabei ſelbſt
nicht eine Angabe der verſchiedenen Editionen, Hier hält der
Verf. ſein Urtheil ganz zurück, wie es der enge Raum, der
ihm angewieſen war, forderte, Wir finden in dem Buche gerade
Stoffs genug, um es als Compendium beim literar-hiſtoriſhen
Unterriot in höheren Schulen benußen zu können, wozu es
iich um fo mehr eignen möchte, als die gewählten Beiſpiele
mit Kritik aus den Urausgaben genommen find.
Wir empfehlen es alſo für alle Schulen, in denen man
Zeit zu literar-hiſtoriſmem und declamatorijem Unterrichte
findet; wir empfehlen es Jedem, der eine Blumenleſe aus unſe-
ren beſten Dichtern nebſt kurzen Angaben über ihr Leben und
Wirken in die Hand wünſcht; wir empfehlen es allen denen,
die ſich im mündlichen Vortrag üben wollen,
E . Ph. VW. Wr.
Zur Schulgeſchichte.
Wiesbaden, 13. Juli Das Realſchulgeſeß iſt in der
geſtrigen Sißung der zweiten Kammer in einem die Au-
ionomie der Gemeinden wahrenden Sinne durc angenommen worden. Der Beirath einer jeden Realſchule wird
von dem Gemeinderath gewählt. Die Ausdehnung der Real»
ſchulen und die Anzahl der anzuſtellenden Lehrer wird zwiſchen
der Regierung und der Gemeindebehörde vereinbart, Die Real-
ſchulen werden, unter dieſen Bedingungen reorganifirt, ohne
Zweifel ihren Zwe> erfüllen und die auf ſie verwendeten Koſten
reiche Früchte tragen. Wir werden das Geſet ſelbſt ſpäter mit-
theilen.
Köln. Die Wittwe des Bürgermeiſters Neuböfer zu
Deuß hat der hieſigen Taubſtummenanſtalt die Summe von
1000 Thlr. vermacht.

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