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MN»: 39.

Die Betheiligung der Schulen an der Inbelfeier der
| Stadt Braunſchweig.
Die Jubelfeier des. tauſendjährigen Beſtehens der Stadt
Braunſchweig, welße in den Tagen vom 19, bis zum 21, Aus
guſt d. J. gefeiert worden iſt, hat in den weiteſten Kreiſen
eine ſo rege Theilnahme erweckt, daß auch die Leſer der AÜge-
meinen Schulzeitung es gewiß nicht ungern ſehen werden, wenn
die Spalten derſelben einer Mittheilung darüber geöffnet wer-
den, in welcher Weiſe ſih die Schulen der Stadt Braunſ an jener Feier betheiligt haben. Die Seltenheit einer ſolchen
Feier und die tiefe Bedeutung derſelben hatten j Zeit vorher die Bli>e aller erwartungsvoll auf dieſelbe hin-
gerihtet , und jeder ſuchte in ſeinem Kreiſe und nac<ß ſeinen
Kräften für eine ebenſo augemeſſene und würdige, als wahr»
haft ſchöne Feier des Feſtes zu wirken. Die Lehrer der hieſi-
gen Bürger» und: Volksſc darauf Bedacht nehmen, ihre Schüler und Schülerinnen Über
die Bedeutung des bevorſtehenden Feſtes : zu belehren, und es
wurde von ihnen allen dankbar anerkannt, daß der Profeſſor
Aſſmann rechtzeitig vor dem Beginnen des Feſtes ein „Feſt-
büchlein zur Jubelfeier des tauſendjährigen Beſtehens der Stadt
Braunſc gab, welches in anſprechend populärer Darſtellung einen Ueber-
bli> über die Geſchichte unſerer Stadt von ihrer Gründung an
bis auf die neueſte Zeit darbietet, Da dasſelbe zu dem außer-
ordentlih wohlfeilen Preiſe von einem Groſ abgelaſſen wurde, ſo hat dasſelbe in den Schulen die weiteſte
Verbreitung gefunden und hat auf dieſe Weiſe in den einzelen
Claſſen als Compendium benußt werden können, an welches
fih die weiteren belehrenden Mittheilungen der Lehrer an-
ſchließen konnten z auch in den Unterclaſſen, denen dieß Büch-
lein noH nicht dargeboien werden konnte, iſt von den Lehrern
dafür geſorgt worden, den Kindern ein ihrem geiſtigen Stand-
punkte. entſprehendes Verſtändniß des Feſtes zu eröffnen. Dur<
dieſe Belehrungen war der Grund zu einer würdigen, das Ge-
müth der Kinder wahrhaft erhebenden Sculfeier gelegt worden,
Wie aber ſollte dieſelbe gefeiert werden 2? Wenn ſie ihrem
Zwecke entſprechend einen tiefen, nachhaltigen Eindruck auf die
Kinder machen ſollte, ſo war es wünſ auf eine Feier in den einzelen Claſſen beſchränkt, ſondern als
eine gemeinſc fehlt es aber in den einzelen Schulen, von denen einzele an
tauſend Kinder, ja drüber , umfaſſen , an einem hinreichend
großen Locale, und es wurde demgemäß der Beſchluß gefaßt,
Darmſtadt, 28. September.
1861,


)

einen großen Feſtzug der ſämmtlichen hieſigen Schulen zu ver-
anſtalten , dur; welc 19. Auguſt die Feſtlichkeiten eröffnet werden follten. Zur jpe-
ciellen Berathung der einzelen Punkte der Ausführung und zur
Verabredung gemeinſchaftliher, für alle hieſigen Schulen an=
zuordnender Maßregeln traten die Vorſteher derſelben zu einer
Jeſtcommiſſion zuſammen, deren Verhandlungen dur<ß den zum
Präſidenten derfelben gewählten Director des Obergymnaſiums,
Profeſſor Krüger, geleitet wurden, Je nachdem dieſe Berathuns-
gen zu allgemein angenommenen Reſultaten geführt batten,
wurde mit den Vorbereitungen zur Ausführung derſelben in
den einzelen Schulen ſofort der Anfang gemacht, wobei naments-
lim die Aufſtellung und das Einexerciren. der Kinder, ohne
welches eine geordnete Bewegung eines ſo großen Zuges nicht
möglich geweſen wäre, viel Mühe, aber auch Lehrern und Kin-
dern viel Freude gemacht hat, Auc< mit dem Einüben der
gemeinſ fang gemacht, und es hat. ſich die große, ſelbſt: Muſikkenner
überraſchende Präciſion: in der Ausführung der Geſänge nur
dadurc< erreichen laſſen; daß der von der oben genannten Feſt-
commiſſion zum Dirigenten der Geſangaufführungen erwählte
dirxigende Lehrer, Baake, in jeder einzelen Schule nac< dem
von ihm für gut befundenen! Takte die ſämmtlichen Kinder der-
felben gemeinſchaftlih auf dem Sculhofe hat ſingen: laſſen.
Auch für die Beſchaffung eines angemeſſenen Feſtſ geſorgt werden, und ſind. die dazu erforderlihen Geldmittel in
der bereitwilligſten Weiſe von den den einzelen Schulen vorge-
ſezten Behörden bewilligt worden, ſo daß die Aeltern “der Sul»
kinder von der derartigen Ausſung des Feſtzuges, mit
Ausnahme der Ausgabe eines halben Groſchens für eine: aus
weißem und rothem ſeidenen Bande verfertigte Feſtſ welcher die Kinder und Lehrer gleihmäßig geſ weiter keine Unkoſten gehabt haben. Dieſe Schleifen haben ſich
zu einem ſo außerordentlich billigen Preiſe nur dadurch herſtel:
len laſſen, daß das Band zu denſelben ep gros eingekauft iſt,
und daß die Induſtrielehrerinnen der einzelen Schulen die An-
fertigung derſelben mit Hülfe der Schülerinnen der beiden erſten
Claſſen übernommen haben.
Unter dieſen und mancherlei andern nothwendigen Zurüs-
ſtungen, bei denen in ſämmtlichen Schulen in den lezten Wochen
vor dem Feſte die regeſte Geſchäftigkeit herrſc von den Sculkindern lang erwartete Feſttag, der 19, Auguſt,
herangekommen, und im heiterſten Morgenglanze eilten die Kin-
der um halb 8 Uhr in ihren Feſtkleidern ihren gleichfalls feſt»
lich geſ

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