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Oberfranken , . 6. 4. (Bayreuth, Wunſiedel,
Bamberg, Hof) mit . 512 Sülern
. . . » 4 (Nürnberg, Erlangen,
| Ansbach , Fürth) mit 551 „
+. - » 3 (Würzburg, Aſc burg, Shweinfurt) mit 417 "
(Augsburg , Nördlin-
gen , Kempten, Kauf-
beuren, Lindau, Neu-
burg) mit. 5949 „
Summe 3435 Schüler,
An ſämmtlichen Gewerbſchulen ſind 156 ordentliche Lehrer
angeſtellt, deren Gehalte ſim zwiſchen 600 und 1000 fl. bewe-
gen ; und zwar ſtehen
in der 1. Beſoldungsclaſſe mit 1000 fl. . . 20 Lehrer;
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Mittelfranken
Unterfranfen , .
Schwaben u, Neuburg 6
„ 2. Wt it 0 „m * * 19 We
„ 3. n „ 80,..2 „
„ 4. " „ W,.. M4 ,
„ 5. ! „m 600 * * 51
/ „m
Dazu kommen mehrere Hülfslehrer, welche nur Functions-
remunerationen beziehen.
Die Exigenz aller Gewerbſ davon leiſten die Communen und Stiftungen 55,000 „
' „» " K&reisfonds . *163,000 „
„H „ ' Shulgelder +. +. + 83,000 “
Man ſieht daraus, daß der Beſuch“ der Gewerbſchulen ſehr
erleichtert iſt, wahrſcheinlich mehr, als der Unterricht in irgend
einer andern Lehranſtalt Deutſchlands. Das ohnehin ſehr nied-
rige Schulgeld -- nirgends Über 12 fl. jährlich -- wird einem
großen Theile der Schüler ganz oder zur Hälfte erlaſſen. Die
Durchſ jeder Schüler der Gewerbſ ſen der öffentlihen Kaſſen Theil mmmt, zur Erhaltung der
Anſtalten aber nur 24. fl. beiträgt!
Zu den Gewerbſ ten betrachtet wurden, kommt no< als verwandte Anſtalt die
ſtädtiſche Handelsſ in der oberen Abtheilung von 228, in der unteren von 246
Schülern beſu von denen 8000 fl, dur< Sulgelder (3 19 fl. 12 fkr,) ein-
gehen, 7000 fl. von der Unterrichtsſtiftung der Stadtkämmerei
geliefert werden. H
Merddundninn EI A werwn wor pmn
Deutſche Sprache.
Orthographiſhes Wörterbuch der deutſchen Sprache für
Schule und Haus. Nac< den Regeln der württembergi-
ſhen Dberſchulbehörden und mit Beiziehung der. ſoge-
nannten Fremdwörter, verfaßt von Dr. Ferd, S Holl,
Profeſſor am Gymnaſium zu Stuttgart, Daſelbſt bei
Nißſchke, 1861. VIII u, 220 S, gr. 8. (1 fl. 30 kr.)
In den verſchiedenen Schulen eines und deſſelben Landes,
einer und derſelben Stadt, ja, in den verſchiedenen Claſſne
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Einer Schule herrſcht bekanntlich heut zu Tage im Deutſchen oft
eine ſehr verſchiedene „Rechtſchreibung.“ Was das Kind hiec als
einzig richtig gelernt und fich angewöhnt hat, wird dort wieder
als fehlerhaft verworfen. Die Lehrer ſ phonetiſhen und der hiſtoriſch-ſprahlihen Schreibweiſe, oder
hängen der einen, oder der anderen unnachgiebig an, und aus
dieſem Zwieſpalt iſt eine große Unſicherheit und Ungleichheit
der Schreibung entſtanden, die für die Schulen ein wahres
Kreuz iſt. Um dieſer Anarchie zu ſteuern, die uns Deutſchen
ſelbſt ein Aergerniß und dem Ausland ein neues Zeichen un-
ſerer nationalen Uneinigkeit iſt, haben nun bereits die Sh behörden von Deſterreih, Hannxever, Kurheſſen und Württem-
berg Regeln und Vorſchriften für die Rechtſchreibung aufge-
ſtellt, die für alle vom Staat verwalteten oder beaufſichtigten
Unterrichtsanſtälten der betreffenden Länder bindend jein ſollen,
Außerdem liegt uns ein Wörterverzeichniß zur Einführung der
deutſchen Rechtſchreibung von Kehrein, dem Director des
naſſauiſchen Schullehrerſeminars zu Montabaur, vor, das zwar
noch niht von der Behörde für bindend erklärt worden iſt,
aber do< in Folge der Stellung des Herrn Verfaſſers im
Herzogthum Naſſau maßgebend ſein wird. Im Königreich
Sachſen hat nicht die Regierung zur Feſtſtellung einer gleich-
mäßigen Shreibung in der Schule den erſten Shritt gethan,
wohl aber haben ſi< befanntlich 80 Lehrer dahin geeinigt, die
von Dr. K. Klaunig, Lehrer an der ſtädtiſjmen Realſchule
zu Leipzig, empfohlene Schreibweiſe in den nächſten
Jahren genau zu beobachten. Chbenſo ftimmt das Regel-
verzeichniß, das Dr. Paldamus, Director der höheren Bürger-
ſchule zu Frankfurt a. M, in Bezug auf Rechtſchreibung
ſeinem deutſchen Leſebuch (1861) beigegeben hat, in allen
weſentlihen Punkten mit den Regeln der Hannoveraner und
den Klaunig'f dankenswerth ihrer Abſicht na< ſolche auf den Anträgen ſjah-
fundiger Männer beruhenden feſten Beſtimmungen für gleich-
mäßige Rechtſchreibung in den Schulen eines einzelen deutſchen
Landes find, ſo iſt doH dabei zu beklagen, daß die bis jeßt
in Deutſchland erlaſſenen Vorſchriften unter fi< m übereinſtimmen, niht nac ſeitiger Nachgiebigkeit zu einer Gleichheit geführt worden ſind.
Ia, es ſteht zu fürchten, daß, wenn dieſes geſonderte Regeln
und Fixiren, mit Ausſ Schreibung, für die einzelen deutſchen Länder ſo fortgeht,
dann die herrſchende Unordnung no< vermehrt und die Ver-
ſchiedenheit, die bisher fich nicht aus ſtaatliher, ſondern einer
doctrinären Trennung ergeben hatte und wandelbar war, nun
in 10 und 20faltiger Form ſftereotiyp und zum Zwang werden
wird, womit zugleih ein Schulbuch aus dem einen S kreiſe in dem andern unzuläſſig ſein würde. Wir wollen die
weſentlichſten der von uns bemerkten Abweichungen der fünf
Screibregulative augenfällig machen, wobei wir jedoch darüber,
ob in Oeſterreich die vor Jahren adoptirte Ph. Wadernagel"ſ Schreibung auh jeßt no< Geltung hat, und die Regeln Keh-
rein's amtliche Einführung erhalten werden, feine Auskunft
geben fönnen« Dagegen ſind Bezzenberger's Regeln für
die deutſm Sculen von Kurheſſen amtli< eingeführt.

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