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Judas Ende,
24) Jeſus vor Pilatus.
25) Jeſu Verurtheilung.
26) Jeſu Kreuzigung,
| Begräbniß Zeſu,
27) Jeſu Auferſtehung.
Jeſus erſcheint der Magdalena.
28) Himmelfahrt Jeju. -
29) Ausgießung des heili-
gen Geiſtes,
Vergleiht man dieſe Auswahl mit der im Reguiativ für
die Unterclaſſe angegebenen, ſo erſcheint fie allerdings zu reich-
baltig; doch ſ Regulativ aufgeführte Erzählungen in mehrere Nummern zerlegt -
angeführt ſind, wie dieß z. B. bei der Shöpfungsgeſ Fall iſt. Wollte man nun annehmen, daß alle angeführten
Erzählungen in derſelben Ausführlic geben würden, als fie das Hiſtorienbuc< enthält, ſo würde des
Angegebenen allerdings zu viel ſein.
Die meiſten Erzählungen werden in einer kürzeren
Faſſung, als fie das Geſchi in einer fol Faſſung, daß deſſenungeachtet ein vollſtändig verſtändliches con-
eretes Lebensbild vor Die kindliche Seele tritt, darum tritt dieſe
Art der Entwi>elung des religiöſen Fühlens , Sc Erkenneus mit der Forderung an den Lehrer heran, daß er bei
der Erzählung keinen weſentlihen Zug in dem darzuſtellenden
Bilde (der bibliſ Die Erzählung muß alſo, trog aller Kürzung, doch
3) mit der Ausführlichkeit erzählt werden, als fie das Ver-
ſtändniß derſelben nothwendig macht, und
b) als es die Bekanntwerdung mit dem Innern der Hand-
lung (mit den ihr vorangehenden und in ihrem ganzen
Verlauf zu Grunde liegenden Gedanken, Gefühlen, Ent-
ſchlüſſen) erfordert, damit fie nicht bloß als eine äußere
Begebenheit für die Kindesſeele verlaufe.
Daß der Zuſammenhang dieſer den Kindern vorgefähr-
ten Bilder zwiſchen den einzelen Erzählungen im Allgemeinen
mit wenig Worten anzudeuten iſt, iſt gefordert dur< die unter I
dargelegte Auſſaſſung der biblijhen Geſchichte. Freilic<" halten
ſelbjt bibliſche Hiſtorienbüher den Zuſammenhang verderblicher
Weiſe nicht einmal feſt. So folgt in Hein's bibliſcher Ge-
ſchichte für die Unter- und Mittelclaſſen auf „des Herrn Ein-
zug“ ſchließend , mit den Worten: „Hofianna in der Höh“,
unmittelbar die Kreuzigung Jeſu, beginnend: ' „Und da ſie Jeſum
verſpottet hatten , zogen fie ihm den Mantel aus“ 2c, Wer
find die „ſie.“ Etwa die Hoſiannarufer ? *) Das heißt doch
den Kleinen abgeriſſene Stücke zuwerfen ! Der Sioff muß aller-
dings beſchränkt, aber dabei dto< der rechte Faden der Ent-
wickelung des Reiches Gottes feſtgehalten werden.
Darum iſt es mir zur Prüfung meiner eigenen Erzählungs-
zujammendrängung ſtets nothwendig und lehrreich erſchienen,
die Geſchichte zuerſt in der Bibel ſelbſt, dann in den vorge-
ſchriebenen Hiſtorienbüchern und danach in den durc) die Regu-
lative hervorgerufenen Bearbeitungen nachzuleſen, um zu exr-

*) Lüben : Pädagogiſcher Jahr-3bert 776
fahren , welhe Züge des Bildes dieſer oder jener für weſent-
(Fortſetzung folgt).
"lich halt. un
Vierzig Choräle für gemiſchten Chor von Sebaſtian
Bach. Zum Gebrau< für Gymnaſien , höhere Lehran-
falten und Geſangvereine herausgegeben von F. Möh-
ring, Muſik:Director am Gymnaſium zu Neu-Ruppin.
Neu-Ruppin bei Rud, Petrenz. 1860.
Da nur die harmoniſ Bach herrührt, ſo würde der Titel richtiger heißen „nach dem
Tonſaße von Seb. Bach.“ Die Choräle gehören nämlich zu
den vorzüglichſten unſerer Kirpe und zuglei< zu den bekann-
teſten und allgemein verbreiteten und find geſammelt aus
Bachs zahlreihen Kir fchtlich des Reihthums der Modulation und kunſtvollen Aus-
ſtattung der Stimmführung als unübertroffen nnd daher an
Würde und Erhabenheit als ohne Gleichen allgemein anerkannt
find, 19 kann eine Sammlung gerade ſeiner Choralbearbei-
tungen nur willfommen jein und es genügt daher die bloße
Unzeige von dem Erſcheinen derſelben. Nur fei noch insbe-
ſondere hervorgehoben, daß eine und dieſelbe Melodie, nämlich
„Herzlich thut mich verlangen“ von Hans Leo Haßler, in drei
verſchiedenen Bearbeitungen dargeboten wird (Nr. 7. 16 und
25), aus deren Vergleihung ſ Kunſt hervorleuhtet, Jedem Chorale find in der Sammlung
zwei Strophen beigedru>t und zwar zur Erleichterung des
ECinſtudirens die erſte unter jeder der vier einzelen Stimmen.
Wenn aber der Herausgeber verſichert, die jedem Corale bei-
gefügte Angabe des Dichters und Componiſten habe nach den
beſten Quellen ſtattgefunden, jo können wir dieß nur rüc-
fichtlim der Dichter zugeben, da die Bezeichnung der Compo-
niſten, reſp. des Urſprungs, einem großen Theile nac< un-
richtig iſt und der früheren, unkritiſ Melodie „Ach Gott vom Himmel fieh darein“ iſt nämlich als
von Luther herrührend nicht zu erweiſen ; „A< wie nichtig,
ach wie flüchtig“ Joh. v. Burk's Urheberſchaft zweifelhaft ;
„Allein Gott in der Höh? fei Chr'“ nicht von Nic. Decius,
ſondern uralte Melodie; „Aus tiefer Noth“ nicht zweifellos
von Luther ; „Freu" dich fehr“. urſprüngli< franzöſiſche Volks-
weiſe, bloß der Tonſaß von Goudimel; „Nun danket Alle
Gott" nicht von Joh. Crüger, fondern wahrſcheinlich eine von
Mart. Rinkart, dem Dichter des Liedes, überarbeitete Melodie
Marenzo*s, Kapellm. zu Romz „Nun freut eu<, liebe Chriſten-
3'mein“ ohne Bürgſchaft für Luther; „Nun ruhen alle Wäl-
der“ urſpr. weltlihes Lied, nur der Tonſaß von H. Jſaak;
„D Lamm Gottes, unſchuldig“ vielleiht von Nic. Decius,
dem Dichter des Liedesz3 „Vater unſer im Himmelreich“ ob
von Luther erfunden oder nur gewählt, nicht mehr zu ent-
ſcheiden ; „Vom Himmel hoch“ nicht von Luther, ſondern ur-
ſprünglich ein Wiegenlied aus dem 15. Jahrhundert; „Von
Gott will im nicht laſſen“ wahrſc Weiſe; „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Phil. Ni-
colai, dem Dichter des Liedes, nur der Tonſaß von Jac. Prä-
torius ; „Was Gott thut, das iſt wohlgethan“ nach C. v. Winter-

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