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iſt nicht von einem Shulmanne, ſondern von dem Revierförſter
Langerfeldt geſchrieben. Allen Reſpect vor dieſem Forſtmanne,
der in ſeinen Wäldern Gottes lebendigen Odem und den Hauch
der Poeſie verſpürt hat!
Während in dieſen beiden Aufſäßen bereits zwei gelehrte
Nicht- Lehrer dam im Programme ausgeſprohenen Wunſche nah-
gekommen ſind, haben zu den „Sc Lehrer beigetragen; es iſt jedom auch hier die umfaſſende Gelehr-
ſamkeit, die ordnende Hand und der vielſeitige Geiſt des Heraus-
gebers nicht zu verkennen, Dieſelben bieten zunächſt nur ein
einheimiſ localen. Einzelheiten kürzere und längere Betrachtungen und
Winke , wel Theil des deutſchen von einem höheren allgemeinen Standpunkte aus, aufzufaſſen.
Namentlich gilt dieß von dem Referate über die Herbſtverſamms-
lung des Landes-Lehrervereins, in welcher über Erwedung der
Vaterlandsliebe und Einigung Über die deutſ verhandelt iſt, und von den Mittheilungen aus den Reden,
welche der ehrwürdige Superintendent Schedel --- früher Leh-
rex für claſſiſche Philologie an der Prima eines Landesgymna-
ſiums und no< früher tapferer Officiexr in den Beſreiungs-
kriegen, bei Gelegenheit der Einweihung eines neuen Scul-
hauſes gehalten hat.
In den „literariſchen Anzeigen“ haben „die vier Jahres-
zeiten, vier Kindergeſangfeſte von Hoffmann von Fallexsleben,
Berlin 1860“, in dem bekannten Componiſten Selmar Müſler
einen competenten Beurtheilex gefunden; von einem ſpeciell
vaterländiſchen Hefte? „Geſchi von 'Sa>“ wird geſagt, was darin zu finden iſt (richtiger:
was darin gefunden werden fönnte und müßte); ſ bringt der Herausgeber ſeine kürzlich erſchienene Schrift: „der
Sc<önſ ſelbſt zur Anzeige. Ueber leßtere Srift, welche gedachten
Unterri ſ wird, einen Beweis von dem vielſeitigen Wiſſen und Können
des Verfaſſers gibt und mit dieſem Beweiſe deſſen Beruf zur
Herausgabe eines Sculblattes doenmmnentirt, wünſ Allgemeinen Schulzeitung die eingehende Anzeige und Beur-
theilung eines Fachmannes.
In der „Dank- und Ehrentafe!“ wird unter Andrem ein
Geſchenk von 40 Thalern angeführt, welches ein Braunſc ſcher Bauer durc< den Superintendenten „Schedel dem Heraus»
geber hat überſenden laſſen, „damit es der Anfang werde zu
einem reihen Sc ſinge, die fi< zum Lehramte an unſeren Gemeindeſchulen vor-
bereiten wollen, dermaleinſt unterſtüßt werden können.“ --- Der
Umſc gogiſ und Gemeindebibliotheken eignen.
Somit haben wir eine neue fehr gediegene Zeitſchrift er-
balten, welße muthmaßlic< auch in weiteren Kreiſen Leſer finden
wird, Das vorliegende Heft entſpriht in jeder Weiſe den
Erwartungen, wel Programm erwedte.
'gen und die Schulen zu überwachen hat,
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Schließlich muß ich no trägt jährlih 221 Sgr. für einheimiſche und 1 Rthlr. für
fremde Leſer. Troß dieſes auffallend niedrigen Preiſes iſt die
Ausſtattung durchaus würdig, ja faſt ſplendid zu nennen, und
die Beiträge ſollen angemeſſen honorirt, der etwaige Ueberichuß
aber verwandt werden zu dem Stipendienfonds, zu welchem
jener Bauer das erſte Scherflein dargebrac faſt auf die Vermuthung führen, daß der Zeitſchrift irgend
woher ein Zuſchuß zufließe. Dieſe Vermuthung wäre jedoch
irrig. Daß aber Herausgeber und Verleger Männer find,
welche im Dienſte einer großen Jdee ein erheblihes Opfer an
Zeit und Mühe mit immer gleicher Freudigkeit und Uneigen-
nüßigkeit darbringen , das iſt keine Vermuthung, ſondern eine
den Freunden und Dienern der Braunſchweigiſchen Volksſc längſt bekannte Thatſache. B., Bank.
New-York. Eins der beſten und nüßlichſten öffentlichen
Inſtitute ſind die ſtädtiſchen Abendſ eirea 13 Jahren gegründet und ſind ſeitdem in der Gunſt des
Publikums außerordentlich a-ſtiegen. Der Zwe dieſer Anſtalt
iſt, jungen Leuten beiderlei Gc7blechts, die über die Schuljahre
hinaus ſind, unentgeltlichen Unterricht zu ertheilen und es
fo den Unbemittelten und denen, die nur eine mangelhafte Bil-
dung beſißen, möglich zu machen, ſich zu nüßlißen Mitgliedern
der menſchlichen Geſellſ 1859--60 waren 44 folher Abendſchulen in Wirkſamkeit, die
von 15,500 Schülern beſu 2000 über 21 Jahre alte Perſonen befanden, von denen ein
großer Theil keine Sylbe buchſtabiren konnte. Die Beſucher
beſtanden aus ohngefähr 13,000 Shülern von allen Profeiſio-
nen und 2000 Scülerinnen, wovon 77 Blumenmacher, 111 Buch-
falzer 17 Schriftſezer 26, waren. Unter den Schülern waren
die deutſ vertreten. = Die Hauptzweige, in welchen Unterricht ertheilt
wird, ſind (Engliſch )-Leſen, Orthographie, Schreiben und Re<-
nen, in manchen Claſſen wird auch engliſc graphie und Algebra getrieben, Für die deutſ der Unterricht im Engliſchen allem andern vor. Die Aufſicht
über die Sulen iſt einem aus 7 Mitgliedern beſtehenden Co-
mite des Sculraths übertragen , welches für die Beleuchtung
und Heizung der Locale, für Bücher und Screibmaterialien,
Aufſtelung des Schulplans, Engagiren der Lehrer 2e. zu ſor-
Jährlich ſind zwei
Curſe: der Haupteurſus = 12 Wochen vom 1. October und
der Wintercurſus 9 Wochen vom 25. Januar ab. Die Untex»
ric wird mit den nöthigen Büchern und Schreibmaterialien verſe-
hen. Die einzige Strafe, welche auferlegt werden darf und
wird, iſt ſofortige Entlaſſung. Der BeſuH Seitens der Sc<ü-
lerinnen iſt gewöhnli< regelmäßiger, als der der Schüler ; der
Grund mag wohl darin liegen, daß leßtere eher geneigt find,
ſich dur; Gelegenheit zu öffentlihen Vergnügungen abhalten
zu laſſen. Im leßten Jahre wurden für dieſe Zwee beinahe
70,000 Doll. verausgabt , wovon 52,180 Doll. für Lehrer-
gehalt, 7700 Doll. für Gasbeleu Bücher und Screibmaterialien und andere Lieferungen ver-
wandt wurden.

Verantwortlicher Redacteur: Dr. K, Zimmermann
. > Dru und Verlag yon C, W, Leske in Darmſtadt.

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