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Glöckner.
darauf stützen, daß „das Evangelium nun bereits viele Jahrhunderte hin
durch den Beweis des Geistes und der Kraft geliefert hat." Heft 1 S. 5.
Die Theologie ist eben nicht das Evangelium; sie hat als solche
doch wohl schwerlich bereits viele Jahrhunderte hindurch den Beweis des
Geistes und der Kraft geliefert. Es hat freilich einmal eine Zeit gegeben,
wo die Theologie normative Wissenschaft war; aber es ist auch bekannt
genug, wie schlecht dabei die Wissenschaften, am meisten die Theologie
selbst, sich gestanden. Gewiß ist. daß keine Philosophie, auch die
jenige nicht, deren Prinzipien. Methoden und Konsequenzen als richtig
anzuerkennen sind, das reine, wahre, echte Christentum und dessen
unendlichen Segen ersetzen kann. Aber doch ist es ein gewaltiger
Irrtum, zu fordern, die „Philosophie solle die Offenbarung zum Prinzip
nehmen und es mit ihr als lösenden Schlüssel bei ihren Problemen ver
suchen." Stahl und Andere haben es versucht, es ist ihnen aber sehr
schlecht gelungen. Wenn die Philosophie, um Prinzipien zu haben, erst
das Christentum ausplündern muß, so hat sie von den wirklichen Gegen
ständen und eigentlichen Aufgaben ihres Denkens noch gar keinen Begriff.
Jede prätendierte Ableitung der empirischen und exakten Wissenschaften,
zu denen auch die wahre Philosophie gehört, aus dem Christentum und
seinem Glauben ist entweder eine psychologische Selbsttäuschung oder ein
pantheistischer Irrtum. „Man bemerke, sagt Herbart, wie unwill-
türlich diejenigen ins Leere und Nichtige verfallen, welche
von den höchsten Gegenständen, wohin nur der Glaube sich
erhebt, beim ersten Anfange menschlicher Forschung zu
reden unternehmen." Ja, dadurch unterscheidet sich die wahre Phi
losophie von aller falschen, daß diese mit Religion anfängt und mit Gott
losigkeit endigt, während bei jener auf entgegengesetztem Wege das ent
gegengesetzte Resultat sich einstellt. Bei alledem kann doch die Theologie
ohne Philosophie nicht bestehen. (Keineswegs entlehnt erstere bloß „äußer
liche Gestaltungsformen" von den letzteren; Heft 1 S. 6; das hätte ja
wenig Wert.) Denn die eigentliche Erkenntnis der Wahrheit besteht nicht
in Worten, sondern in Begriffen und deren richtiger Verbindung, während
die Worte nur die äußerlichen, oft vieldeutigen Zeichen dafür sind. Daher
geben auch nicht sowohl die oft nur bildlichen Worte Christi und der
heiligen Schrift überhaupt die Entscheidung, sondern vielmehr die Begriffe,
die Er damit verband. Wer also den erhabensten Gedankenkreis, den
des HErrn, erfassen und in sein göttliches Begriffssystem eindringen will,
der muß gelernt haben, die rohen Begriffe des gemeinen Mannes, welche

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